LAS VEGAS / LONDON (IT BOLTWISE) – ASUS stellt mit ProArt P16 und P14 zwei neue Creator-Notebooks vor, die in KI-Workflows bis zu 1 Petaflop erreichen sollen. Kern der Rechenleistung sind eine Grace-CPU mit 20 Kernen sowie eine Blackwell-RTX-GPU, die über die RTX-Spark-Plattform skaliert werden kann. Für die Bilddarstellung setzt der Hersteller auf Lumina-Pro-OLED mit 4K-Auflösung, 120 Hz und hoher Farbpräzision. Ergänzend kommt mit der ProArt GoPro Edition (PX13) eine MIL-STD-810H-zertifizierte Variante, die GoPro-Dienste tief integriert.

Wer in der Videoproduktion zu großen Datasets, anspruchsvollen Render-Pipelines und KI-gestützter Automatisierung arbeitet, stößt in der Praxis schnell an Grenzen: nicht nur bei der reinen Rechenleistung, sondern auch beim Zusammenspiel aus Grafik, Speicher und Anzeige. Genau dort setzt ASUS mit der ProArt-Serie an, die auf der Fachmesse Computex 2026 für professionelle Anwender gezeigt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Notebook-Modelle ProArt P16 und P14, bei denen die Integration der NVIDIA-RTX-Spark-Plattform explizit auf komplexe KI-Workflows zielt – also auf Aufgaben, bei denen Bild- und Videodaten in großem Maßstab verarbeitet und häufig iteriert werden.
Technisch betrachtet beruht die Leistungsansage auf einer Kombination aus CPU- und GPU-Power. ASUS nennt für ProArt P16/P14 eine KI-Rechenleistung von bis zu 1 Petaflop, realisiert über eine Grace-CPU mit 20 Kernen und eine Blackwell-RTX-GPU. Hinzu kommt bis zu 128 GB Unified Memory, was in der Produktion nicht nur für Training oder Inferenz relevant ist, sondern auch für „schwere“ Medienvorbereitung: mehrstufige Filterketten, Vorverarbeitung von Frames und das schnelle Wechseln zwischen Zwischenergebnissen. In der Spitze liefert die RTX-Spark-Plattform laut Hersteller bis zu 6144 CUDA-Kerne, womit rechenintensive Schritte in typischen KI-Pipelines beschleunigt werden sollen.
Die zweite Säule neben der Rechenleistung ist die visuelle Kontrolle. ASUS setzt bei der Darstellung auf Lumina-Pro-OLED-Displays: 4K-Auflösung bei 120 Hz und eine Spitzenhelligkeit von 1600 cd/m², was vor allem bei HDR-orientierter Arbeit und in hellen Studio-Umgebungen hilft. Für die Qualitätssicherung im Alltag nennt der Hersteller zudem einen Delta-E-Wert von weniger als 1 – ein Wert, der auf eine sehr enge Abweichung zwischen Ziel- und angezeigten Farben hinweist. Gerade für Kreativschaffende, die zwischen Kamera-Output, Grading-Tools und Final-Exports wechseln, ist das weniger ein „Nice-to-have“ als eine Voraussetzung, um Korrekturschleifen zu verkürzen. Auch das mechanische Gesamtkonzept spielt in der Praxis hinein: Die Gehäuse sollen im CNC-Verfahren gefertigt sein, um Stabilität und ein hochwertiges Finish zu gewährleisten.
Beim ProArt P14 verschiebt ASUS den Schwerpunkt stärker in Richtung Mobilität, ohne die Zielgruppe komplett zu verlassen. Das Modell bleibt mit 13,9 mm Bauhöhe und 1,48 kg Gewicht im kompakteren Segment, gleichzeitig nennt der Hersteller einen 99,9-Wh-Akku für eine ganztägige Laufzeit. Für Videoprofis bedeutet das: längere Vor-Ort-Shootings oder mobile Editier-Phasen lassen sich planen, ohne permanent auf Docking-Stationen angewiesen zu sein. Zusätzlich zielt ASUS mit Unterstützung für die Bearbeitung von 3D-Szenen mit einer Größe von bis zu 90 GB auf Workloads, bei denen Speicherzugriff und Datenvolumen entscheidend sind – also auf Szenen, die sich nicht mehr nur „snappy“ im Hintergrund rendern lassen, sondern eine durchgehende Rechen- und Speicherkapazität erfordern.
Parallel dazu erweitert ASUS das Ökosystem um eine stärker spezialisierte Gerätekategorie: die ProArt GoPro Edition (PX13). Diese Version wird mit einer MIL-STD-810H-Zertifizierung adressiert und trägt damit dem Bedarf Rechnung, dass Creator-Geräte auch bei Reisen, Wetterwechseln oder anspruchsvolleren Setups zuverlässig funktionieren müssen. Das 13,3-Zoll-3K-Lumina-OLED-Touchdisplay ist dabei auf schnelle Bedienung ausgelegt; als Prozessor dient ein AMD Ryzen AI Max+ 395, dessen NPU eine Leistung von 50 TOPS liefern soll. Auffällig ist die tiefe Integration der GoPro-Dienste, inklusive dediziertem Hotkey und Anbindung an die GoPro Cloud – ein Ansatz, der den Weg vom Drehmaterial bis zur Weiterverarbeitung verkürzen soll, weil Daten- und Workflow-Schritte weniger „zwischen Tools“ springen.
Auch die Einstiegshürde wird genannt: Für das Basismodell des PX13 führt ASUS eine Ryzen-AI-Max+-388-CPU mit 8 Kernen sowie 32 GB Speicher an, verbunden mit einem Preis von 1.899 US-Dollar. Darüber hinaus fährt ASUS den Profi-Unterbau nicht nur über Notebooks, sondern auch über stationäre Komponenten: Der aktualisierte ProArt Mini PC soll ebenfalls bis zu 1 Petaflop KI-Leistung erreichen und über einen thermischen Headroom von 140 W verfügen. Für Studios kommen ExpertCenter-Pro-Workstations mit Intel-Xeon-Prozessoren sowie ein dedizierter GPU-Server (ESC8000-E12P) und passende Speichersysteme für die KI-gestützte Produktion hinzu. Das Muster ist klar: mobile Systeme für On-Set- und On-the-go-Phasen, ergänzt durch skalierbare Infrastruktur, wenn Rendering, KI-gestützte Verarbeitung oder Datenpipelines dauerhaft laufen sollen.
Damit verschiebt sich für viele Unternehmen auch der Blick auf die operative IT-Sicherheit. Sobald Workflows stärker digitalisiert werden, wächst das Risiko durch Cyberangriffe auf die Unternehmens-IT und die besonders wertvollen Produktionsdaten. Neben klassischem Viren- und Ransomware-Schutz rückt bei KI- und Media-Setups vor allem die Integrität der Datenflüsse in den Vordergrund: Wer Mediendateien automatisiert verarbeitet, braucht saubere Zugriffsrechte, kontrollierte Software-Bausteine und eine klare Trennung zwischen internen Repositories, Projektordnern und Upload-Mechanismen. In diesem Kontext sind auch die erwähnten Kooperationslinien relevant: ASUS hebt auf Veranstaltungen wie der NAB Show 2026 in Las Vegas sowie bei Events in Sydney die Zusammenarbeit mit Partnern wie Adobe und Sony hervor, um eine End-to-End-Integration von der Kamera bis zum Display zu ermöglichen – also konsistente Farbwiedergabe und HDR-Bearbeitung. Für die Praxis heißt das: Die neue Hardware ist nur dann ein Produktivitätsgewinn, wenn die Softwarekette im Studio tatsächlich nachvollziehbar bleibt und die verschiedenen Komponenten (Editor, Player, Export, Display-Profile) zusammenpassen. Mit dem Engagement von Managing Director Mia Tsai wird dabei zugleich ein strategisches Ziel betont, professionelle Werkzeuge breiter zugänglich zu machen – eine Aussage, die in der Technik-Realität insbesondere dann zählt, wenn Latenz, Speicherbedarf und Display-Genauigkeit im Arbeitsalltag messbar weniger Reibung erzeugen.
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