WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Wiener Aktienmarkt hat nach elf Monaten kontinuierlichen Wachstums einen Rückschlag erlitten. Der ATX fiel um 1,07 Prozent und schloss bei 5.701,70 Punkten, was auf schwächere Bankwerte und geopolitische Unsicherheiten zurückzuführen ist. Analysten erwarten eine Konsolidierung nach den starken Anstiegen der letzten Monate.

Der Wiener Aktienmarkt hat nach einer beeindruckenden Serie von elf Monaten mit Kursgewinnen einen Rückschlag erlitten. Am Freitag schloss der ATX mit einem Minus von 1,07 Prozent bei 5.701,70 Punkten. Diese Entwicklung ist vor allem auf die schwächeren Bankwerte zurückzuführen, die den Index belasteten. Trotz der positiven Inflationsdaten aus einigen Euroländern, die die Erwartung einer stabilen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) untermauern, blieb die Marktstimmung gedämpft.
Die geopolitischen Spannungen, insbesondere im Iran-Konflikt, haben die Risikobereitschaft der Anleger weiter eingeschränkt. Vor dem Wochenende zogen es viele vor, sich aus riskanteren Anlagen zurückzuziehen. Der ATX Prime, ein breiterer Index, fiel ebenfalls um 0,92 Prozent auf 2.840,18 Punkte. Im europäischen Umfeld war keine klare Richtung erkennbar, was die Unsicherheit an den Märkten widerspiegelt.
Im Februar konnte der ATX dennoch einen Zuwachs von 1,7 Prozent verzeichnen, was den elften Monat in Folge mit einem Kursgewinn markiert. Diese Serie ist vergleichbar mit der Phase von Juli 2017 bis Mai 2018. Analysten der Erste Group sehen die aktuelle Entwicklung als eine notwendige Konsolidierung nach den starken Anstiegen der letzten Monate. Besonders die Bankwerte, die zuvor stark gewachsen waren, sind nun in eine Phase der Konsolidierung übergegangen.
Am letzten Handelstag des Monats wurden die schwächeren Bankwerte erneut zum Bremsklotz für den Leitindex. In einer Umschichtung hin zu defensiveren Branchen verloren RBI und BAWAG 1,3 respektive 2,7 Prozent. Noch deutlicher fiel der Verlust bei den Erste-Titeln aus, die um 2,8 Prozent auf 100,70 Euro nachgaben, trotz einer Anhebung des Kursziels durch Deutsche Bank Research. Die Analystin Marlene Eibensteiner hob die soliden Aussichten der Bank hervor, was jedoch nicht ausreichte, um den Kursverlust zu verhindern.
Auch Unternehmen aus der zweiten Reihe, wie die AMAG, gaben Einblick in ihre Geschäftszahlen. Trotz eines leichten Umsatzanstiegs aufgrund höherer Aluminiumpreise musste das Unternehmen einen Gewinnrückgang hinnehmen. Die Aktie verlor 1,3 Prozent, obwohl sie im bisherigen Jahresverlauf bereits um mehr als ein Viertel gestiegen war. Der Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom meldete deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn im dritten Quartal, was jedoch keine Überraschung war, da bereits eine Gewinnwarnung ausgegeben wurde. Die Papiere verloren ein Prozent.
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