SANAA / LONDON (IT BOLTWISE) – Nach einer spürbaren Entspannung im Bereich der Straße von Hormus rückt die Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste Jemens erneut in den Fokus der Reedereien. Laut Kpler ist der Schiffsverkehr in beiden Seewegen am Dienstag im Tagesvergleich deutlich zurückgegangen. Betreiber weichen nicht nur um, sie zögern offenbar auch kurzfristig, weil Windward Bab al-Mandab zunehmend als Risikozone einstuft. Damit steigt die Gefahr eines „doppelten Engpasses“ entlang zweier Schlüsselrouten zwischen Asien und Europa.

Die Schifffahrt entlang des Roten Meeres und der Zufahrten zum Suezkanal steht vor einer neuen Risiko-Schieflage: Nachdem die Straße von Hormus zuletzt weitgehend blockiert war, warnen Branchen-Datenanbieter, dass Bab al-Mandab vor der Küste Jemens zum nächsten Engpass werden könnte. Der Kern der Meldung liegt weniger in einer abstrakten „Wetterlage“ als in messbaren Verkehrsveränderungen: Laut Kpler stand der Verkehr in beiden relevanten Seewegen am Dienstag deutlich unter dem Vortag. Für Reedereien bedeutet das in der Praxis, dass sich die Kosten- und Zeitkalkulation schon innerhalb weniger Tage verschieben können, weil die „Alternative“ zur einen Route schnell selbst zu einem Engpass wird.
Technisch betrachtet sind Seewege wie Hormus und Bab al-Mandab nicht nur geografische Punkte, sondern fest eingeplante Korridore in den Routen- und Dispatch-Systemen der Verlader und Charterer. Sobald Betreiber dort Kursänderungen vornehmen oder Fahrten abbrechen, wirken sich die Entscheidungen unmittelbar auf Umlaufzeiten, Hafenfenster und damit auf die gesamte Lieferkette aus. Kpler beziffert den Rückgang: In der Straße von Hormus sank der Verkehr am Dienstag um 31 Prozent im Vergleich zum Vortag, in Bab al-Mandab sogar um 34 Prozent. Zusätzlich berichtet Kpler, dass im Golf von Aden mindestens vier Schiffe nach jüngsten Drohungen der Huthi-Miliz im Jemen umgekehrt seien. Genau dieser Mix aus Kursstorno und vorsichtigem Warten ist für operative Planer ein Warnsignal, weil sich dadurch Wellen von Verspätungen ergeben können.
Während Hormus im Osten der Arabischen Halbinsel seit Monaten besonders im Blick steht, liegt Bab al-Mandab im Westen und dient als „Tor der Tränen“ (oder „Tor der Klagen“) zwischen dem Golf von Aden und dem Roten Meer. Damit verknüpft sich die Route von Asien über den Suezkanal nach Europa direkt mit der Sicherheitslage in dieser Enge. Praktisch ist Bab al-Mandab zudem für Unternehmen wichtig, die Hormus umgehen wollen: Als Umgehungsroute hat der westliche Seeweg rund um den Jemen für bestimmte Verkehre, etwa im Kontext von Ölexporten Saudi-Arabiens, zuletzt an Bedeutung gewonnen. Wenn nun aber auch diese Ausweichlinie unter Druck gerät, verschärft sich das Problem: Die „Umgehung“ ist dann keine Entlastung mehr, sondern ein weiterer Flaschenhals.
Windward ergänzt den operativen Eindruck durch eine weitere Beobachtung: Fünf Schiffe hätten demnach ihren Kurs geändert und die Meerenge als Risikozone betrachtet. Gleichzeitig zeigt der Befund auch die Spannbreite des Verhaltens: Einige Schiffe hätten trotz der jüngsten Drohungen der Huthi die Fahrt fortgesetzt. Für das Risikomanagement ist diese Koexistenz typisch, wenn Faktoren wie Charterbedingungen, Versicherungsprämien, Ladungstyp und Zeitfenster unterschiedlich stark gewichtet werden. Entscheidend wird dann, wie schnell sich ein „neuer Normalzustand“ etabliert: Bleibt es bei einzelnen Kurswechseln, ist das vor allem ein Planungsthema. Werden dagegen Umkehrungen und Verzögerungen häufiger, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein „doppelter Engpass“ tatsächlich materialisiert und die Engpasskosten nicht mehr nur temporär, sondern strukturell werden.
Wer Bab al-Mandab oder das Rote Meer weiträumig umfahren will, muss einen langen Umweg über das Kap der Guten Hoffnung vor Südafrika in Kauf nehmen. Windward nennt dabei zusätzliche Kosten von rund zwei Millionen US-Dollar pro Fahrt. Diese Zahl ist im Unternehmensalltag vor allem deshalb relevant, weil sie die wirtschaftliche Schwelle markiert, ab wann Risikoabwehr nicht mehr „durchgehalten“, sondern durch Routenverlagerung „teurer ersetzt“ wird. In der Logik vieler Carrier und Verlader wirkt dann der Mechanismus wie ein Schalter: Bei ansteigendem Risiko wird die teurere Fernroute zur rationalen Option, selbst wenn sie längere Transitzeiten bedeutet. Genau an dieser Stelle kann ein kurzfristiger Sicherheitsimpuls überproportional große Folgen für Lieferketten, Lagerbestände und Transportbudgets nach sich ziehen.
Hintergrund der Eskalationsdynamik ist die Rolle der mit dem Iran verbundenen Huthi-Miliz, die eine Blockade der Schifffahrt für Saudi-Arabien verkündet hat. Nach eigener Darstellung habe die Miliz bereits mehrere Schiffe zur Umkehr gezwungen. Bereits ab 2023 hatte es im Roten Meer durch Angriffe auf Handelsschiffe deutliche Beeinträchtigungen des Welthandels gegeben. Für Reedereien ist dabei nicht nur die unmittelbare Gefahr entscheidend, sondern auch die Unsicherheit: Selbst wenn Angriffe nicht jedes Schiff treffen, können Drohungs- und Einsatzszenarien die Risikobudgets so schnell verbrauchen, dass Betreiber häufiger abwägen müssen. Die aktuelle Entwicklung, bei der sich der Rückgang in zwei Seewegen gleichzeitig zeigt, wirkt deshalb wie ein Vorgeschmack auf eine Phase, in der Sicherheits- und Kostenentscheidungen deutlich häufiger als bislang neu getroffen werden.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Bab al-Mandab als nächster Engpass: Drohungen erhöhen Risiko für Schifffahrt" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Bab al-Mandab als nächster Engpass: Drohungen erhöhen Risiko für Schifffahrt" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Bab al-Mandab als nächster Engpass: Drohungen erhöhen Risiko für Schifffahrt« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!