LEVERKUSEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Bayer steht vor einer entscheidenden Phase, da ein US-Gericht einem milliardenschweren Vergleich zugestimmt hat, während der Konzern für 2026 einen negativen Free Cashflow ankündigt. Die endgültige Klärung der Rechtsstreitigkeiten ist noch ausstehend, und die kommenden Monate werden zeigen, ob die jahrelangen Rechtskämpfe tatsächlich enden.

Bayer befindet sich in einer kritischen Phase, da ein US-Gericht einem milliardenschweren Vergleich im Glyphosat-Rechtsstreit vorläufig zugestimmt hat. Der Leverkusener Konzern hat gleichzeitig seine Jahreszahlen veröffentlicht und einen negativen Free Cashflow für 2026 angekündigt. Diese Entwicklungen werfen Fragen über die finanzielle Stabilität und die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens auf.
Der vorgeschlagene Vergleich umfasst 7,25 Milliarden Dollar und soll rund 65.000 Klagen beilegen. Diese Summe wird über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren finanziert. Die Kläger haben nun 90 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob sie teilnehmen oder sich abmelden. CEO Anderson betonte, dass die Beteiligung sehr nahe an 100 Prozent liegen muss, um den Vergleich aufrechtzuerhalten. Sollte eine zu große Anzahl von Klägern aussteigen, behält sich Bayer das Recht vor, den Vergleich zu kippen.
Parallel dazu wartet Bayer auf die Entscheidung des US Supreme Court, die im April erwartet wird. Ein Urteil zugunsten von Bayer könnte viele der verbleibenden Klagen entkräften, während eine negative Entscheidung das Prozessrisiko neu entfachen könnte. Diese Unsicherheiten belasten die finanzielle Planung des Unternehmens erheblich.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Bayer einen Umsatz von 45,6 Milliarden Euro, was einem währungsbereinigten Plus von 1,1 Prozent entspricht. Trotz eines bereinigten EBITDA von 9,7 Milliarden Euro verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, hauptsächlich aufgrund hoher Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Für 2026 rechnet Bayer mit einem Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro und einem bereinigten EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro. Der Free Cashflow soll jedoch negativ ausfallen, da Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten erwartet werden.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, plant Bayer ein Kostenprogramm namens „Dynamic Shared Ownership“, das Einsparungen von 2 Milliarden Euro vorsieht. Das Unternehmen strebt bis 2029 eine jährliche EBITDA-Margenverbesserung von 100 bis 150 Basispunkten an. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, insbesondere mit Blick auf die Frist für die Vergleichsbeteiligung am 4. Juni und die erwartete Supreme-Court-Entscheidung in der zweiten Junihälfte.
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