MADRID / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) präsentiert im Geschäftsjahr 2025 spürbar stärkere Ergebnis- und Profitabilitätskennzahlen. Die Nettozinsmarge steigt auf 2,92 Prozent, während die Cost-Income-Ratio auf 42,0 Prozent sinkt. Dazu kommt eine höhere Ausschüttung: BBVA will 0,50 Euro je Aktie zahlen, nach 0,43 Euro im Vorjahr. Im Hintergrund laufen zugleich Digitalisierungshebel wie steigende digitale Transaktionsquoten und mehr digitale Neukredite.

Die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) liefert mit den Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 ein recht klares Bild: Der Konzern baut sein Margenpolster aus, stabilisiert die Kosten und bleibt bei der Kapital- sowie Kreditrisiko-Logik vergleichsweise diszipliniert. Der bereinigte Nettogewinn steigt auf 8,0 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2024 noch 7,1 Milliarden Euro erzielt wurden. Für Anleger ist vor allem entscheidend, dass das Wachstum nicht nur aus einem einzelnen Posten kommt, sondern sich über mehrere Messgrößen zieht – von der Zinsseite bis zur Ausschüttung.
Technisch betrachtet liegt die Hebelwirkung stark im Zinsgeschäft. BBVA erhöht den Konzernumsatz, also die Erträge aus dem Kundengeschäft, auf 25,3 Milliarden Euro nach 23,0 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit steigt auch die Nettozinsmarge von 2,70 Prozent auf durchschnittlich 2,92 Prozent. Diese Differenz von 0,22 Prozentpunkten ist in einem Bankenreporting mehr als eine kosmetische Bewegung, weil sie direkt in die Ertragskraft der laufenden Zinsrechnung eingreift – gerade dann, wenn das Zinsumfeld im Kerngeschäft für Rückenwind sorgt. Parallel dazu stärkt BBVA seine Kapitalbasis: Die harte Kernkapitalquote (CET1 fully loaded) liegt Ende 2025 bei 13,3 Prozent, nach 12,9 Prozent Ende 2024.
Die operative Verantwortung teilen sich dabei nach wie vor die Kernregionen Spanien und Mexiko, wobei Mexiko wieder besonders stark wirkt. Laut Bericht erreicht die Einheit Mexiko 2025 ein Nettoergebnis von 4,1 Milliarden Euro, nach 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2024; das entspricht einem Plus von knapp 14 Prozent. Spanien folgt mit 2,2 Milliarden Euro nach 2,0 Milliarden Euro im Vorjahr und wächst damit um rund 10 Prozent. Interessant ist, dass als Treiber vor allem höhere Zinseinnahmen und niedrigere Risikokosten genannt werden. Das ist eine Kombination, die in der Praxis häufig schwer gleichzeitig zu finden ist: Mehr Ertrag bei zugleich gedämpften Verlustkosten setzt normalerweise ein gut kalibriertes Kredit- und Pricing-Setup voraus.
Für die Bewertung der Nachhaltigkeit spielt neben dem Ertrag vor allem die Kosten- und Risikodynamik eine Rolle. BBVA senkt die Cost-Income-Ratio von 43,5 Prozent auf 42,0 Prozent – also um 1,5 Prozentpunkte. Im Bankenalltag bedeutet das typischerweise, dass Skaleneffekte und Effizienzgewinne nicht nur behauptet werden, sondern sich in einer Kennzahl niederschlagen, die direkt die Ergebnisqualität beeinflusst. Gleichzeitig bleibt die Risikovorsorge im Zuge des Kreditwachstums moderat: Die Wertberichtigungen auf Kredite steigen auf 5,2 Milliarden Euro nach 5,0 Milliarden Euro. Dazu passt, dass sich die NPL-Ratio (Quote notleidender Kredite) auf 3,6 Prozent reduziert, gegenüber 3,8 Prozent Ende 2024. Die Logik dahinter ist konsistent: weniger Problemkredite bei gleichzeitig wachsendem Kreditbuch reduziert den Druck auf das Ergebnis.
Auch die Ausschüttungspolitik stützt das Gesamtbild. BBVA schlägt für das Geschäftsjahr 2025 eine Gesamtdividende von 0,50 Euro je Aktie vor, nach 0,43 Euro im Vorjahr. Das entspricht rund 16 Prozent mehr. Auf Basis des Gewinns 2025 nennt die Bank eine Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent, leicht über den rund 38 Prozent des Vorjahres. Zusätzlich setzt BBVA Aktienrückkaufprogramme ein, um überschüssiges Kapital an Anteilseigner zurückzugeben. Passend dazu nimmt auch die Marktbewertung zu: Die Marktkapitalisierung liegt per 31.12.2025 bei rund 55 Milliarden Euro, nachdem sie Ende 2024 bei etwa 48 Milliarden Euro lag. Der Kursanstieg spiegelt damit nicht nur die Gewinnhöhe, sondern auch die Marktinterpretation der Kapitaldisziplin wider.
Ein zweiter Strang der Story ist die Digitalisierungs- und Effizienzkomponente, die BBVA als wachsenden Kostenvorteil beschreibt. Im Geschäftsjahr 2025 nutzen rund 43 Millionen Kunden weltweit die digitalen Kanäle, nach 39 Millionen im Jahr 2024. Besonders relevant ist außerdem der Anteil rein digital abgewickelter Transaktionen: Er steigt von 74 Prozent auf 78 Prozent. Noch deutlicher ist der Effekt in der Kreditoriginierung im Retailsegment, wo rund 70 Prozent der Neukredite digital abgeschlossen werden, nach 65 Prozent im Jahr 2024. Aus Bankensicht ist das mehr als Komfort für Kunden, weil digitale Prozesse typischerweise standardisierbar sind, die Bearbeitungszeiten verkürzen und die operativen Stückkosten senken. So wird aus dem Digitalhebel am Ende eine Kennzahlfrage – und genau in diese Richtung zeigt auch die sinkende Cost-Income-Ratio.
Rund um diese Ergebnis- und Effizienzpunkte erweitert BBVA das Sicherheitsprofil über mehrere Kapital- und Liquiditätsmetriken. Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) steigt auf 135 Prozent nach 132 Prozent im Vorjahr; das liegt klar über regulatorischen Mindestanforderungen und reduziert Refinanzierungsrisiken in Stressszenarien. Beim Kreditrisiko verweist die Bank außerdem auf eine NPL-Deckungsquote von 80 Prozent, nach 78 Prozent im Jahr 2024. Bei der Kostenquote für Kreditrisiken (Cost of Risk) steigt der Wert von 1,02 Prozent auf 1,05 Prozent. Zusammengenommen bleibt das Risikoprofil damit zwar nicht gleichnull, aber es folgt einer nachvollziehbaren Kurve, während das Kreditgeschäft gleichzeitig wächst: Die Bilanzsumme erreicht 800 Milliarden Euro nach 760 Milliarden Euro, Kundeneinlagen steigen auf 520 Milliarden Euro, und die Kundenkredite legen auf 430 Milliarden Euro zu.
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