TUNIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Ausstellung Becoming the Ocean ist vom 24. Oktober bis zum 22. November 2026 in der Medina von Tunis zu sehen. Im historischen Bau der Kaserne El Attarine treffen neue Videokunst und Installationen auf eine lange städtische Geschichte. Die Biennale de l’Image en Mouvement zeigt damit erstmals außerhalb der Schweiz auf dem afrikanischen Kontinent. Insgesamt werden 16 neu beauftragte Künstlerinnen und Künstler mit Themen wie Veränderung, Erinnerung und Zusammenleben vertreten sein.

Becoming the Ocean in Tunis: Videokunst trifft Geschichte ab 24. Oktober 2026
Becoming the Ocean in Tunis: Videokunst trifft Geschichte ab 24. Oktober 2026 (Foto: IT BOLTWISE)
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Wer sich gerade nach Kulturprogrammen außerhalb der üblichen Museumsachsen umsieht, bekommt mit Becoming the Ocean in Tunis einen konkreten Ankerpunkt: Die Ausstellung läuft vom 24. Oktober bis zum 22. November 2026 in der Medina von Tunis, genau in der Kaserne El Attarine. Damit rückt eine Form der Bild- und Raumkunst in den Fokus, die eng mit Medienlogik verbunden ist – Video, Installation und inszenierte Wahrnehmung. Zugleich bindet die Biennale ihren Inhalt an einen Ort, der nicht neutral ist, sondern Geschichte trägt. Die Veranstalter platzieren die zeitgenössischen Arbeiten nicht einfach in ein beliebiges Gebäude, sondern nutzen die Biografie des 19.-Jahrhundert-Komplexes als Resonanzfläche für das, was die Kunst thematisiert.

Becoming the Ocean gehört zur Biennale de l’Image en Mouvement, die im Rahmen von Jaou Tunis gezeigt wird. Diese Ausgabe startet bereits am 23. Oktober und erweitert das Repertoire der Veranstaltungswoche um Ausstellungen, Performances, Konzerte, Gespräche und öffentliche Programme. Die Kamel Lazaar Foundation verantwortet Jaou Tunis, während das Centre d’Art Contemporain Genève und die Art Explora Foundation als Partner genannt werden. Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist vor allem der Zeitraum in Tunis relevant: Anders als bei vielen Roadshow-Formaten handelt es sich hier um ein zusammenhängendes Ausstellungsfenster innerhalb eines größeren einmonatigen Kulturprogramms. Dass es dabei um die Verbindung von „Bild im Fluss“ und gesellschaftlichen Fragen geht, wird auch in der thematischen Ausrichtung sichtbar: Veränderung, Erinnerung und Formen des Zusammenlebens stehen im Zentrum der Präsentation.

Technisch betrachtet ist „Image en Mouvement“ mehr als ein ästhetisches Etikett: Es verweist auf die Dynamik des Bildes – und damit auf die Art, wie Videomaterial, räumliche Installationen und Übergänge zwischen Szenen erzeugt werden. Inhaltlich schlägt die Ausstellung eine Brücke über Kontinente: Insgesamt sind 16 neu beauftragte Künstlerinnen und Künstler beteiligt, deren Positionen aus Afrika, der arabischen Welt, Asien und Lateinamerika stammen, ergänzt durch Stimmen aus den Diasporas. Dadurch entsteht ein Spektrum, das nicht nur unterschiedliche Biografien abbildet, sondern auch unterschiedliche Formen des Erinnerns und des Erzählens. Zu den künstlerischen Leitern werden Lina Lazaar und Andrea Bellini genannt. Gerade wenn Videokunst in historischen Kontexten stattfindet, wirkt der Vergleich zwischen „Archiv“ und „Bewegungsbild“ oft wie ein Spiegelsystem: Das Gebäude gibt Zeit, die Projektionen geben Gegenwart – und beides verändert die Wahrnehmung der Betrachter.

Als Ausstellungsort dient die Kaserne El Attarine im historischen Stadtkern von Tunis. Das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert und wird in den Veranstalterangaben als ehemalige militärische Kaserne beschrieben. Genau diese Doppelnatur – militärische Zweckarchitektur versus heutige künstlerische Nutzung – macht den Ort für das Ausstellungskonzept besonders plausibel. Die Verantwortlichen stellen den Raum ausdrücklich nicht nur als Adresse in den Vordergrund, sondern koppeln die Gebäudehistorie an die Themen der Werke: Migration, ökologische Veränderungen, technologischer Wandel und Erinnerung werden als inhaltliche Bezugspunkte genannt. Damit wird klar, warum der Termin und der Ort in der gleichen Kommunikationslinie gedacht sind: Nicht jede Medieninstallation lässt sich sinnvoll „umsetzen“, wenn die Umgebung keine eigene Erzählung mitbringt. El Attarine ist hierfür ein Gegenargument gegen austauschbare Kulturflächen.

Das begleitende Programm schafft zusätzlich einen Rahmen, der über die reine Anschauung hinausgeht. Im Kino Le Rio findet am 26. und 27. Oktober 2026 ein Symposium statt. Dort geht es laut Programm um Gespräche zu den gesellschaftlichen und politischen Fragen, die in den Arbeiten aufgegriffen werden. Für Technik-Interessierte ist daran vor allem spannend, wie sich Mediengestaltung mit Diskurs verknüpfen lässt: Videoinstallationen funktionieren zwar mit Bildsprache und Rhythmus, gewinnen aber erst im Gespräch ihren Überschuss an Bedeutung. Neben dem Symposium bildet die Biennale de l’Image en Mouvement insgesamt den übergeordneten Kontext. In einer französischen Fachpublikation wird die Schau ebenfalls als Teil von Jaou Tunis eingeordnet und die Kaserne El Attarine als historische militärische Anlage im Zentrum der Medina beschrieben; der Bericht bestätigt den Ausstellungszeitraum und die Beteiligung von 16 Künstlerinnen und Künstlern.

Für die Planung der Reise liefern die verfügbaren Angaben zugleich klare Rahmendaten und offene Punkte. Die Ausstellung beginnt am 24. Oktober 2026 und endet am 22. November 2026 in der Kaserne El Attarine. Zum Zugang werden „geprüfte Ankündigungen“ genannt, allerdings ohne reguläre Öffnungszeiten und ohne Eintrittspreise. Gleichzeitig wird deutlich, wo sich die Medina verorten lässt: Tunis ist die Hauptstadt von Tunesien, der Ausstellungsort befindet sich im historischen Zentrum, geprägt von schmalen Wegen und historischer Bebauung. Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de. In der Praxis heißt das für die Vorbereitungsphase: Reisezeit und Unterkunft lassen sich besser planen als kurzfristige Eintrittsdetails, solange keine konkreten Besuchsfenster veröffentlicht sind.

Auch organisatorisch lohnt sich ein Blick auf die „Kontaktpunkte“ rund um die Ausstellung. Auf Social-Media-Plattformen werden Links bereitgestellt, die eine Suche nach dem Stichwort „Medina von Tunis“ öffnen. Das kann helfen, um sich vor Ort schneller zurechtzufinden – gerade wenn man in einem Stadtbereich mit historischen Strukturen unterwegs ist, in dem Wegführung und Beschilderung nicht immer mit modernen Erwartungen an Mobilität übereinstimmen. Sprache und Währung bilden ebenfalls den praktischen Rahmen: Amtssprache ist Arabisch, Französisch ist im öffentlichen Leben weit verbreitet, als Landeswährung gilt der Tunesische Dinar. Unterm Strich ist Becoming the Ocean damit nicht nur ein Kulturtermin, sondern auch ein Beispiel dafür, wie Medienkunst mit Stadtgeschichte verschränkt wird – und wie Themen wie Migration, Erinnerung und technologischer Wandel in einer konkreten Architektur sichtbar werden können.


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