BELZ / LONDON (IT BOLTWISE) – In Belz an der bretonischen Küste haben Riguidel Architectes zwei Wohnhäuser mit einer durchgängigen Aluminium-Konstruktion entwickelt, die als Ensemble für zwei Familien funktioniert. Die Gebäude sind über einen gemeinsamen Raum auf einem verbindenden Sockel miteinander verknüpft. Ausschlaggebend für die moderne Neuinterpretation der regionalen Fischerhaus-Anmutung sind PREFALZ Dach- und Fassadenbekleidungen in P.10 Reinweiß und Schwarzgrau. CLB Couverture Le Blaye setzte die Gestaltung mit versetzten Baukörpern, präziser Einfassung und einer werkstattvorbereiteten Montage um.

Wer in der Bretagne nach Architektur sucht, die nicht gegen Landschaft und Tradition arbeitet, sondern beides neu ordnet, landet schnell bei zwei fast wie „Zwillingshäuser“ wirkenden Wohn- und Ferienobjekten in Belz. Riguidel Architectes haben das Projekt 2024 als Ensemble für zwei Familien geplant und dabei den städtebaulichen Impuls aus der Topografie mitgenommen: Die Bauten stehen am höchsten Punkt des Ortes und reagieren auf den landschaftlichen Rhythmus rund um Gezeiten und Küste. Besonders auffällig ist dabei nicht nur die klare, kontrastreiche Gestaltung, sondern die Art, wie aus zwei getrennten Wohnkörpern eine gemeinsame Nutzung entsteht.
Die Gestaltung greift laut Angaben der Architekten bewusst klassische Proportionen und eine Formensprache auf, wie sie in der Region etwa bei bretonischen Fischerhäusern zu finden ist. Gleichzeitig sollten aber zeitgemäße Materialien die historische Optik in die Gegenwart übersetzen. Deshalb entstanden zwei in Schwarz-Weiß gehaltene Gebäude, die zu einer Einheit verschmelzen, jedoch über einen verbindenden Sockel organisiert bleiben. Im finalen Entwurf platzierten die Architekten zwei leicht versetzte Baukörper und verbanden sie über einen Raum, der als Treffpunkt dient – ein Detail, das die Trennung der Wohnbereiche respektiert, den sozialen Austausch aber architektonisch sichtbar macht.
Technisch und gestalterisch liegt der Kern der Moderne im Bekleidungssystem: Dach und Fassade wurden jeweils mit PREFALZ ausgeführt, also mit regelmßig verlegten Metallprofilen, die sich sowohl auf dem Satteldach als auch an den Fassadenflächen durchziehen. Die beiden Hüllen unterscheiden sich farblich: Das eine Volumen trägt P.10 Reinweiß, das andere Schwarzgrau. Gerade Falze laufen dabei durchgehend über Dach und Fassade und geben den Gebäuden eine geometrische Lesbarkeit, die aus der Ferne wie eine präzise „Vermessung“ der Volumen wirkt. Die Schwarz-Weiß-Logik orientiert sich zusätzlich an Nachbarhäusern und an den Landesfarben der Bretagne, sodass der Kontrast nicht als bewusstes Fremdmaterial erscheint, sondern als Teil des lokalen visuellen Codes.
Damit das Ensemble nicht nur gut aussieht, sondern auch im Alltag funktioniert, beschreibt Riguidel Architectes das Raumkonzept über Licht, Materialien und die Wirkung der Natur. Die Schlafräume liegen im Erdgeschoss, während sich Wohnzimmer, Essbereich und Küche im Obergeschoss befinden. Unter dem Dach öffnet zudem ein zusätzlicher Schlafraum in der Galerie den Blick auf Steinbruchklippen und Wald – gerade in einer Küstenregion kann dieser Perspektivwechsel den Alltag stärker prägen als die Fassadendekoration. Die Außenbekleidung wird so zu einem Rahmen, der Innenzonen nicht abschottet, sondern visuelle Ausblicke organisiert und den Wechsel zwischen Privatheit und Offenheit unterstützt.
Die handwerkliche Umsetzung der Bekleidung übernahmen CLB Couverture Le Blaye, die Dach und Fassade errichteten. Das Team verlegte PREFALZ mit klaren Linien in regelmäßigen Scharenbreiten und setzte die Farben in P.10 Reinweiß sowie Schwarzgrau um. In der Verarbeitung spielten Detailpunkte eine zentrale Rolle: überstandslosen Kanten an der Traufe, ein herausspringender First und eine leicht auskragende Attika im Bereich der Einlegerinne. Ergänzt wurde das System durch die innenliegende Entwässerung und eine präzise Aluminium-Einfassung der Fensterlaibungen. Für Bauherren ist das mehr als „Optik“: Gerade bei metallischen Dach- und Fassadenbekleidungen bestimmen Fugenbild, Kantenführung und Anschlussdetails, wie gut das System Wasser abführt und wie dauerhaft die Flächen ohne sichtbare Störungen altern.
Auch organisatorisch zeigt das Projekt, wie sich Fertigung und Montage in solchen Vorhaben gegenseitig beeinflussen. CLB vertraute laut Angaben auf PREFA aus zwei Gründen: auf die große Produktvielfalt mit aufeinander abgestimmten Farbtönen in verschiedenen Schwarz- und Graunuancen sowie auf die Eigenschaften des Materials. Genannt wird dabei, dass Verbindungen gefalzt werden und die Arbeit wetterunabhängig geplant werden kann. Zudem bereitet das Team zwei Drittel der Arbeiten in der Werkstatt vor, was sich angesichts zunehmender Sommerhitze als Vorteil auswirkt, weil die Montage auf der Baustelle planbarer bleibt. Für die Marktseite ist das ein Signal: Metallbasierte Systemlösungen gewinnen vor allem dort an Zugkraft, wo Unternehmen nicht nur Material liefern, sondern auch Prozesssicherheit, farbliche Konsistenz und wiederholbare Montagequalität in Aussicht stellen.
Der nachhaltige Teil des Projekts liegt nicht in einer einzelnen Bauentscheidung, sondern in der Einbettung eines ganzen Produktportfolios. In der Beschreibung zur PREFA Gruppe werden Kreislauf- und Recyclingaspekte betont: Aluminium gelte als nahezu ohne Qualitätsverlust beliebig oft recycelbar, und die Produkte sollen aus bis zu 87 Prozent recyceltem Aluminium bestehen. Zusätzlich wird für den Produktionsstandort Marktl ein überwiegend erneuerbarer Strommix angeführt und die Rückführung von 99 Prozent der Aluminium-Produktionsabfälle in den Produktionskreislauf genannt. So wird das Projekt in Belz nicht nur als gelungene Neuinterpretation bretonischer Baukultur präsentiert, sondern als Beispiel dafür, wie Materialwahl, Fertigungstiefe und Farbsprache in einem System zusammenwirken – mit Blick auf zukünftige Wartungszyklen und die Skalierbarkeit vergleichbarer Bauvorhaben.
Für Unternehmen, die solche Lösungen in ihre Projektplanung aufnehmen, bedeutet das: Entscheidend ist die Kombination aus Architekturauftrag und ausführender Kompetenz. Die Verschränkung aus konsequentem Bekleidungssystem (PREFALZ), klaren Anschlussdetails und einer werkstattorientierten Vorfertigung kann dabei helfen, Bauzeiten und Qualitätsstreuung zu reduzieren. Gleichzeitig bleibt die Gestaltung flexibel genug, um lokale Farb- und Proportionscodes aufzunehmen, ohne das Materialkonzept zu „verbrämen“. In einer Zeit, in der Bauherren zunehmend nach nachvollziehbaren Nachhaltigkeitsargumenten und planbaren Handwerksprozessen fragen, ist genau diese Verbindung aus Technik, Ästhetik und Ausführungstiefe das, was das Projekt in Belz für den Markt besonders anschlussfähig macht.
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