MAINZ / LONDON (IT BOLTWISE) – BioNTech hat im dritten Quartal seine Verluste deutlich reduziert und plant, in naher Zukunft Zulassungen für onkologische Präparate zu beantragen. Trotz sinkender Einnahmen aus dem Covid-19-Impfstoffgeschäft konnte das Unternehmen dank Zahlungen von Bristol Myers Squibb seinen Umsatz steigern. Die Mainzer setzen verstärkt auf die Entwicklung neuer Krebsmedikamente und haben bereits Gespräche mit der US-Arzneimittelbehörde FDA aufgenommen.

BioNTech, das Biotechnologieunternehmen aus Mainz, hat im dritten Quartal 2023 seine Verluste erheblich verringert. Der Nettoverlust belief sich auf 28,7 Millionen Euro, verglichen mit 198,1 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Entwicklung ist vor allem auf strategische Partnerschaften und eine Diversifizierung der Einnahmequellen zurückzuführen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb (BMS) hat zu einem Umsatzanstieg geführt, obwohl die Einnahmen aus dem Covid-19-Impfstoffgeschäft rückläufig sind.
Die Partnerschaft mit BMS ist ein zentraler Bestandteil von BioNTechs Strategie, sich stärker auf die Onkologie zu konzentrieren. Im dritten Quartal erhielt BioNTech 1,5 Milliarden US-Dollar von BMS für die gemeinsame Entwicklung und Kommerzialisierung des Wirkstoffkandidaten Pumitamig, früher bekannt als BNT327. Diese Zusammenarbeit soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden, um die Entwicklung neuer Krebsmedikamente voranzutreiben.
BioNTech plant, in absehbarer Zeit Zulassungen für onkologische Präparate zu beantragen. Das Unternehmen setzt dabei auf drei Säulen: Pumitamig, Immuntherapien auf mRNA-Basis und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Letztere sollen es ermöglichen, Chemotherapeutika gezielt an Krebszellen zu bringen. Für eine solche Therapie gegen Gebärmutterkrebs wurden bereits Gespräche mit der US-Arzneimittelbehörde FDA aufgenommen, die in einen Zulassungsantrag im kommenden Jahr münden könnten.
Die Investitionen in Forschung und Entwicklung bleiben hoch, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. Im dritten Quartal gab BioNTech knapp 565 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung aus. Für das gesamte Jahr werden die Ausgaben voraussichtlich zwischen 2,0 und 2,2 Milliarden Euro liegen. Diese Investitionen sind notwendig, um die klinischen Studien in späten Phasen für mehrere potenzielle Krebsmedikamente voranzutreiben und die Onkologie-Strategie des Unternehmens umzusetzen.
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