LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue On-Chain-Analyse macht für Bitcoin ein mögliches Signal in Richtung „letzte Bärenmarktphase“ aus. Entscheidend ist ein Crossover zwischen der Kostenbasis kurzfristiger und langfristiger Halter, das laut Berechnung mit einer 3-Tage-Bestätigung auftritt. Für Anleger bedeutet das vor allem: Der Markt könnte noch unruhig bleiben, doch die Spätphase der Abwärtsbewegung nähert sich. Gleichzeitig rückt Dollar-Cost-Averaging (DCA) als Taktik in den Fokus, bis ein späterer Reverse-Crossover die bullische Phase belegt.

Bitcoin: Kostenbasis-Crossover deutet auf letzte Bärenmarktphase hin
Bitcoin: Kostenbasis-Crossover deutet auf letzte Bärenmarktphase hin (Foto: IT BOLTWISE)
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Bitcoin könnte laut einer On-Chain-Auswertung vom 18. Juli in die finale Phase seines aktuellen Bärenmarkts übergehen. Im Zentrum steht ein Signal, das nicht auf einzelnen Kurskerzen basiert, sondern auf dem Verhältnis zweier Kostenbasis-Kennzahlen: der durchschnittlichen Erwerbspreise kurzfristiger Halter (Short-Term Holders, STH) und langfristiger Halter (Long-Term Holders, LTH). Die Logik: Wenn die durchschnittliche Kostenbasis der STH-Supply unter die (adjustierte) Kostenbasis der LTH-Supply fällt, verschiebt sich die Zusammensetzung der Halter in Richtung „früher Kaufpreisniveaus sind für Neueinstiege maßgeblich gesunken“. Das ist ein Zyklusindikator, kein unmittelbarer Tiefpunkt-Beweis.

Technisch betrachtet vergleicht das Signal die Kostenbasis beider Gruppen mit klarer zeitlicher Abgrenzung. STHs halten Bitcoin weniger als sechs Monate, LTHs länger als sechs Monate. Für die Kennzahl „adjusted LTH cost basis“ wird laut Analyse der Einfluss besonders alter Bestände reduziert: Coins, die seit mehr als sieben Jahren gehalten werden, gehen nicht in die Berechnung ein. Diese Anpassung soll „dormante“ Liquidität ausblenden und die Messung auf langfristige, ökonomisch relevante Halter konzentrieren. Das Signal wird erst als „aktiv“ gewertet, wenn der Abwärtscrossover mit einem dreitägigen Bestätigungsfenster validiert wird; dadurch soll ein einmaliger Datenstich vermieden werden.

Marktseitig ordnet die Auswertung den Crossover als Start eines späten Akkumulationsfensters ein, nicht als sofortige Bodenbildung. Vor allem in früheren Marktzyklen habe sich laut der dargestellten Sequenz häufig erst ein Abwärtssignal gezeigt, das später durch einen Aufwärtscrossover „bestätigt“ wurde. Dieser spätere Reverse-Schritt wäre für die bullische Lesart maßgeblich: Erst wenn die Kostenbasis der STH-Supply wieder oberhalb der adjustierten LTH-Kostenbasis steigt, interpretiert die Analyse dies als Hinweis darauf, dass neuere Käufer zunehmend zu höheren Durchschnittspreisen umschichten. Zwischen Signal-Trigger und bullischer Bestätigung kann Bitcoin daher weiterhin volatil bleiben und auch noch unter das zuvor erwartete Niveau rutschen.

Die Kernaussage stützt sich dabei auf konkrete Größen aus der Kostenbasis-Entwicklung. In der Analyse wird berichtet, dass die STH-Kostenbasis von 112.500 US-Dollar auf 69.000 US-Dollar gefallen ist. Solch ein Rückgang bedeutet im Kern: In den letzten sechs Monaten erworbene Coins wechselten auf einem niedrigeren Preisniveau den Besitzer. Dass LTH-Kennzahlen langsamer reagieren, ist systembedingt: Langfristige Bestände werden über längere Zeiträume akkumuliert und bewegen sich daher weniger abrupt. Interessant ist außerdem der Verweis auf institutionelle Beteiligung: Die Auswertung argumentiert, das Grundmuster der Zyklen habe sich dadurch nicht fundamental geändert, obwohl Akteure und Ausführungswege im Detail variieren.

Als praktische Ableitung plädiert die Analyse für Dollar-Cost-Averaging (DCA) vor einer bestätigten bullischen Wende. DCA bedeutet, über Zeit hinweg feste Beträge zu investieren, anstatt das gesamte Kapital auf einen einzigen Einstiegspreis zu bündeln. Genau diese Eigenschaft adressiert das Hauptproblem bei zyklusbasierten Signalen: Selbst wenn ein Crossover auf eine späte Bärenmarktphase hindeutet, kann das Marktgeschehen anschließend noch „weiterarbeiten“ und neue Tiefs produzieren. Erst der Aufwärtscrossover liefert in diesem Framework den Wechselindikator. In der Zwischenzeit wird das DCA-Regime als Risiko- und Erwartungsmanagement verstanden – weniger als Versuch, den exakten Boden zu treffen.

Vergleichbar analysieren auch andere On-Chain-Ansätze zyklische Verhaltensmuster, etwa via Halterkohorten oder Realized-Value-Logiken; Anbieter wie Glassnode oder IntoTheBlock werden in diesem Kontext häufig als Referenz genutzt, weil sie ähnliche Fragen mit unterschiedlichen Metriken adressieren. Der Unterschied liegt hier vor allem im Trigger: Das STH/LTH-Kostenbasis-Crossover setzt den Fokus auf die durchschnittlichen Erwerbsniveaus beider Gruppen und deren Wechselwirkung. Für Unternehmen und institutionelle Teams ist das relevant, weil daraus ableitbare „Daten-Schwellen“ entstehen, die sich mit internen Risiko- und Liquiditätsregeln verknüpfen lassen. Anders gesagt: Das Signal kann als Input für Portfolio-Policies dienen, ohne die Preisprognose selbst zu behaupten.

Für die Zukunft ist vor allem entscheidend, wie robust solche Metriken gegenüber Marktregimewechseln bleiben. Wenn z. B. die Zusammensetzung der STH-Supply durch starke Zuflüsse oder Ertragsereignisse sprunghaft verändert wird, könnte das Signal zwar korrekt bleiben, aber die Zeit bis zur bullischen Bestätigung verlängern sich. Außerdem steigt die Bedeutung von Security- und Compliance-Standards entlang der gesamten Daten- und Ausführungsstrecke: Selbst wenn On-Chain-Indikatoren einen Einstieg stützen, müssen Wallet-Management, Verwahrung und Handelszugriffe sauber abgesichert sein. Praktisch heißt das: Korrelationen beobachten, aber Operatives härten – etwa durch Rollenmodelle, Audit-Trails und Quarantänepfade für verdächtige Transaktionen. Bis ein Reverse-Crossover bestätigt wird, bleibt das Signal damit vor allem eines: ein Hinweis auf die Spätphase, nicht auf die Garantie einer Trendwende.


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