LONDON (IT BOLTWISE) – Bitcoin zeigt nach dem Rücksetzer 2026 wieder steigende Trend- und On-Chain-Signale. Der Kurs hat die 50-Wochen-Linie nach Angaben des Beitrags mehrfach bestätigt und nähert sich damit einem stabileren Aufwärtspfad. Zusätzlich deutet das MVRV-Verhalten darauf hin, dass sich die Bewertung wieder oberhalb des eigenen historischen Trends bewegt. Gleichzeitig bleibt zwar mit Korrekturen zu rechnen, die Ausschläge wirken jedoch insgesamt weniger extrem.

Bitcoin: Reifere Marktphase statt Boom-und-Bust – Signale aus Kurs und On-Chain-Daten
Bitcoin: Reifere Marktphase statt Boom-und-Bust – Signale aus Kurs und On-Chain-Daten (Foto: IT BOLTWISE)
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Bitcoin wird in dem Beitrag als Kandidat für eine „reifere“ Marktphase beschrieben: Der klassische Rhythmus aus starkem Aufschwung, dramatischem Abschwung und anschließendem Neustart verliere zunehmend an Schärfe. Wichtig ist dabei weniger das Versprechen von stetigem Wachstum, sondern die Beobachtung, dass die Extreme im Verhältnis zum vorherigen Zyklus schwächer ausfallen. Schon die Formulierung „Boom-and-Bust“ wird damit nicht komplett verworfen, aber der Ton verschiebt sich: scharfe Rücksetzer bleiben möglich, dennoch soll die Basis des Aufwärtstrends belastbarer sein als in früheren Phasen.

Als erstes Indiz wird der technische Trend über gleitende Durchschnitte eingeordnet. Die 50-Wochen-SMA spielt in Abschwüngen demnach oft die Rolle einer Widerstandszone: Erholungsversuche „stallten“ wiederholt knapp darunter, bevor ein nachhaltiger Wechsel gelingt. Der Beitrag verweist dabei auf frühere Zyklusübergänge in den Jahren 2015, 2019 und 2023, bei denen ein anhaltendes Zurückholen der 50-Wochen-Linie das Signal zur Trendwende lieferte. Für die aktuelle Entwicklung heißt es: Bitcoin habe die 50-Wochen-Linie zurückerobert und den Bereich um 78.800 US-Dollar bereits am wöchentlichen Schluss um den 20. September herum wieder erreicht, bevor weitere Wochen-Schlüsse folgten.

Die Details sind in Zahlen gegossen: Am 20. September schließt der Beitrag zufolge die Kurswoche nahe 81.200 US-Dollar, am 27. September nahe 84.456 US-Dollar, und am 5. Oktober wird ein Handelsniveau um 86.500 US-Dollar genannt. Entscheidend ist dabei die Interpretation, nicht nur der „Breakout“-Moment: Dass sich der Kurs nach der ersten Bestätigung über mehrere abgeschlossene Wochen weiter nach oben bewegt, stärkt nach dieser Sichtweise den Fall, dass das Tief des Bärenmarkts bereits hinter dem Markt liegt. Das wird zusätzlich durch On-Chain-Kennzahlen untermauert, insbesondere durch MVRV. MVRV (Market Value / Realized Value) setzt den aktuellen Marktpreis ins Verhältnis zu einem realisierten Gegenwert, der sich aus dem durchschnittlichen historischen Kostenbasi s auf Basis des letzten Umzugs jedes Coins ergibt. Liegt MVRV über dem 365-Tage-Durchschnitt, signalisiert das laut Beitrag eine Rückkehr der Bewertungsdynamik oberhalb des „Trend“-Niveaus; darunter bedeute dagegen, dass der Markt relativ zu seiner eigenen jüngeren Historie „günstiger“ wird.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der sichtbaren Verkleinerung der Schwankungen in beide Richtungen. Der Beitrag argumentiert, dass sowohl in Bullen- als auch in Bärenphasen die Preisbewegungen weniger heftig ausfallen als früher. Als stärkstes Beispiel dient die Phase bis Mitte 2026: Von einem Niveau von 124.824 US-Dollar im Oktober 2025 fällt Bitcoin demnach auf 58.525 US-Dollar am 30. Juni 2026, also um etwa 53 %. Zum Vergleich werden deutlich größere Rückgänge früherer Zyklusende genannt: 84,5 % in 2013 bis 2015, 83,8 % in 2017 bis 2018 und 76,7 % in 2021 bis 2022. Damit, so die Schlussfolgerung, könnte es sich um das flachste Abschwung-Szenario dieser Art seit dem Beginn der betrachteten Zykluslogik handeln; auch der vorherige Aufschwung habe laut Beitrag weniger stark ausfallen „als man es aus früheren Mustern kannte“.

Zusätzlich wird die Amplitude über sogenannte Multiple beschrieben: Im Beitrag sinkt das Verhältnis von „Trough-to-Peak“ von ungefähr 112x im 2015-Zyklus auf 21x im 2018-Zyklus und schließlich auf etwa 8x im letzten Zyklus. Parallel dazu habe sich die „Peak-to-Trough“-Abwärtsstrecke ebenfalls verkürzt und abgeflacht. Diese doppelte Verengung wird als typisches Muster eines reifenden Assets gelesen. Ein besonders auffälliges Detail ist dabei die Rolle des „realized price“: Der Beitrag behauptet, dass Bitcoin in diesem Bärenmarkt erstmals über dem realisierten Preis gehalten habe. Realized price wird als Annäherung an das aggregierte Kostenbasis-Niveau des Netzwerks beschrieben; in früheren Zyklusenden (2015, 2018, 2022) sei Bitcoin demnach in den letzten Phasen unter dieses Niveau gefallen und habe es später erst wieder überwunden. Jetzt habe es, so die Darstellung, nicht einmal einen Tag mit einem Schlusskurs darunter gegeben.

Warum könnte das passieren? Als wahrscheinlichste Erklärung nennt der Beitrag eine breitere und geduldigere Halterbasis. Langfristige Inhaber seien demnach über die Zeit hinweg gewachsen. Konkret wird ein Wert genannt: Coins, die mindestens 155 Tage gehalten werden, hätten im September 2026 rund 16,64 Millionen BTC erreicht, ungefähr 83 % des zirkulierenden Angebots. Als Beleg wird auf eine Auswertung verwiesen, die unter abrufbar ist. Diese Struktur würde das Verhalten im Abschwung verändern: Wenn mehr Coins von Marktteilnehmern stammen, die nicht auf kurzfristige Preisimpulse reagieren, sinkt typischerweise die Wahrscheinlichkeit, dass „Liquiditätslöcher“ in einen massiven Verkaufsdruck kippen.

Auch der ETF-Komplex wird als Stabilitätsfaktor herausgestellt. Der Beitrag verweist auf die Möglichkeit, dass Schlagzeilen über große Tageszuflüsse oder -abflüsse den Gesamttrend überdecken. Stattdessen hebt er hervor, dass die aggregierten Bestände US-amerikanischer Spot-Bitcoin-ETFs rund um den 2. Oktober nahe 1,3 Millionen BTC gelegen hätten und damit gegenüber dem Jahresanfang vergleichsweise stabil geblieben seien. Der sichtbare Drawdown im Preis um etwa 53 % habe sich demnach nicht im gleichen Maß in den ETF-Beständen widerspiegelt. Ergänzend führt der Beitrag weitere Käufergruppen an: Öffentliche Unternehmen hätten im Bärenmarkt fortlaufend Bitcoin akkumuliert und dabei etwa 1,29 Millionen BTC gehalten, entsprechend 6,4 % des zirkulierenden Angebots. In Summe, so die Rechnung im Text, hielten diese Gruppen zusammen rund 13 % des zirkulierenden Bitcoin. Genannt wird dabei explizit die Kombination aus resilienten ETF-Beständen und fortgesetzten unternehmerischen Käufen als Hinweis auf einen größeren Kapitalpool, der auch bei fallenden Kursen am Engagement festhält; als Datenquelle dient eine Auswertung unter diesem Link.

Historisch betrachtet zeigt sich zugleich, warum die „Vierjahres-Schleife“ trotz dieser Reifung noch sichtbar sein kann. Der Beitrag beschreibt, dass der Zeitpunkt des letzten Hochs wieder in etwa dem Muster rund um das Halving eingeordnet werden kann: Der Peak im Oktober 2025 kam rund 18 Monate nach dem April-2024-Halving, also ähnlich zu den 17 bis 18 Monaten, die man aus früheren Zyklen kennt. Danach folgte ein Bärenmarkt. Was sich verändert habe, sei jedoch die Intensität und Dauer: Der vorausgegangene Bullenlauf habe ein kleineres Preis-Multiple geliefert, und der anschließende Abschwung sei flacher gewesen. Für die Planung ist das mehr als ein akademisches Timing-Thema: Wenn das Tief tatsächlich früher erreicht wird, verkürzt sich auch die Phase, in der Risiko-Modelle und Bewertungsheuristiken besonders stark unter Stress geraten.

Für Marktteilnehmer heißt das nicht, dass Volatilität verschwindet. Der Beitrag kündigt vielmehr an, dass scharfe Korrekturen Teil der Reise bleiben, die Extremzonen aber weniger dominieren könnten. Diese Perspektive passt zu dem Bild eines Marktes, der „auswächst“, was viele Anleger seit mehr als einem Jahrzehnt mit Bitcoin verbinden: zyklische Übertreibungen auf der einen Seite, harte Bereinigungen auf der anderen. Gleichzeitig mahnt der Text im Disclaimer zur Einordnung: Die Informationen ersetzen keine Anlageberatung. Wer die beschriebenen Indikatoren praktisch beobachten will, sollte daher weniger auf die Schlagzeile „neuer Bullenmarkt“ reagieren, sondern auf die konkrete Kombination aus Trendbestätigung (etwa über die 50-Wochen-Linie), On-Chain-Bewertungsdynamik (MVRV gegenüber dem 365-Tage-Niveau) und der realisierten Kostenbasis (realized price als historischer Referenzanker).


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