LONDON (IT BOLTWISE) – Bitcoin pendelt um 75.900 US-Dollar und liegt damit nahezu auf der Kostengrundlage kurzfristiger Käufer. Eine zusammenlaufende Zone aus kurzfristiger Cost-Basis, 50-Wochen-Durchschnitt und 200-Tage-Linie liegt zwischen 73.000 und 76.000 US-Dollar. Fällt der Kurs per Tages-Schluss unter 73.000, würde laut Analyse eine längere Konsolidierung wahrscheinlich. Bleibt er darüber und gelingt ein Close über 77.700, rückt eine Erholung in Richtung 80.000 sowie die Auflösung von Short-Positionen näher.

Bitcoin handelt am Wochenende um 75.900 US-Dollar und damit auffällig nahe an der „Cost Basis“ kurzfristiger Käufer. Entscheidend ist dabei nicht nur der reine Kursverlauf, sondern eine von Glassnode verwendete Kennzahl: Short-term holder sind Wallets, deren Coins zuletzt weniger als 155 Tage in Bewegung waren, und die Kostengrundlage dieser Gruppe entspricht dem durchschnittlichen Einstiegspreis der zuletzt gehandelten Coins. Die Einordnung für den Markt ist klar: Wer erst vor wenigen Wochen gekauft hat, reagiert statistisch sensibler auf Verluste als langfristige Halter. In Aufwärtsphasen fungiert die Cost-Basis dadurch häufig als Stütze, während sie in Abwärtsphasen eher zur Widerstandszone wird.
Diese Mechanik lässt sich im aktuellen Setup besonders gut beobachten, weil mehrere Ebenen gleichzeitig nahe beieinanderliegen. Glassnode setzt neben der Short-term Cost Basis auch die „True Market Mean“ bei 77.700 US-Dollar an, die als durchschnittliche Kostenbasis aktiver Investoren verstanden wird, ohne Coins einzubeziehen, die sehr lange nicht bewegt wurden. Der Artikel beschreibt, dass Bitcoin am 3. November knapp unter dieser Linie schloss und danach bis auf etwa 76.100 US-Dollar fiel, bevor eine erste Erholung einsetzte. Seitdem notiert der Kurs rund 1.800 US-Dollar unter der True-Market-Mean, was als Hinweis interpretiert wird, dass sich die Marktsituation von „überdehnt“ hin zu „abgekühlt“ verschiebt.
Als zusätzlicher Gradmesser wird die Profit-Quote der kurzfristigen Halter herangezogen: Zu Beginn des Oktobers lagen nahezu alle Coins kurzfristiger Investoren im Plus, rund 97,5 % oder mehr, was Glassnode als „Sell Line“ markiert. Nach dem Rückgang seit dem September-Hoch ist diese Quote laut Bericht jedoch auf etwa 38 % gefallen. Der praktische Effekt: Viele der Coins, die in den vergangenen fünf Monaten gekauft wurden, befinden sich damit rechnerisch unterhalb ihres Einstiegspreises, wodurch ein Teil der Käufer eher zu einem Verkauf neigen dürfte, sobald der Kurs in die Nähe der Cost-Basis zurückkehrt. Als Kontext nennt der Text außerdem das September-Hoch bei 86.597 US-Dollar (CoinGecko) und eine Größenordnung von gut 12 % Kursrückgang bis zum aktuellen Niveau.
Unterhalb des aktuellen Kurses verdichten sich mehrere technische Referenzen in einem Bereich zwischen 73.000 und 76.000 US-Dollar: Die Short-term Cost Basis liegt bei rund 75.700 US-Dollar, der 50-Wochen-Durchschnitt wird auf etwa 75.770 US-Dollar beziffert und die 200-Tage-Linie auf rund 73.200 US-Dollar. Dazu passt die Interpretation über Liquidationsniveaus im Derivatehandel: Laut Glassnode sind viele Liquidationen für Long-Positionen bereits „abgearbeitet“, sodass unterhalb der aktuellen Kursspanne vor allem ein Band zwischen 73.000 und 76.000 übrig bleibt; darunter verortet der Artikel einen größeren Block zwischen 60.000 und 63.000, der aus dem August-Ausbruch resultiert. Für Trader bedeutet das eine zweischneidige Lage: Die Zone kann Käufer anziehen, aber beim Durchbruch drohen bei parallel sitzenden Longs auch Zwangsschließungen, die den Abwärtsdruck verstärken.
Auch die kurzfristige Lage soll bereits ohne größere Impulse „ruhig“ geworden sein: Der Bericht verweist auf ein Tief von 74.790 US-Dollar (genannt wird die Kraken-Plattform) und darauf, dass die Wochenendspanne relativ eng geblieben sei. Neu ist in dieser Betrachtung aber weniger das Preisniveau als die Perspektivverschiebung von „Fund Flows“ hin zu Cost-Basis-Metriken. Ergänzend fällt der Stimmungsindikator „Fear and Greed Index“ von alternative.me auf 25 Punkte am Samstag (extreme fear) nach 28 Punkten am Vortag und 50 Punkten am Donnerstag. Gleichzeitig baut sich über dem Markt laut Glassnode ein großer Block aus Short-Liquidationen auf, mit dem größten Anteil bei etwa 87.000 US-Dollar nahe dem September-Hoch, was theoretisch die Voraussetzungen für einen Short Squeeze liefern kann, falls der Kurs deutlich anzieht.
Für die nächsten drei Wochen skizziert der Artikel zwei Szenarien, beide mit dem Fokus auf Tages-Schlüsse statt Intraday-Spikes. Stabilisierung sähe demnach so aus, dass Bitcoin das Bereichsband um 75.700 US-Dollar hält und per Tages-Schluss über 77.700 US-Dollar bleibt: Dann würde die Struktur des August-Ausbruchs in der Lesart von Glassnode wieder „integriert“, und die Profit-Anteile kurzfristiger Halter könnten rasch steigen, weil der Abstand zur Cost-Basis kleiner wird. Der zweite Pfad beginnt bei einem täglichen Close unter 73.000 US-Dollar: Damit wäre die Preisstruktur unterhalb des 200-Tage-Niveaus sowie hinter dem unteren Rand der Liquidations-Cluster verlassen, was eher auf eine längere Seitwärts- bis Abwärtsphase hindeuten würde; der Text nennt als nächstes Liquidations-Cluster 60.000 bis 63.000 US-Dollar. Unabhängig vom Szenario wird betont, dass die Options- und ETF-Komponente bisher keinen eindeutigen Richtungsimpuls liefert: Im Optionsmarkt liegen laut Bericht Calls über Puts (18 Mrd. US-Dollar zu 13 Mrd. US-Dollar), während US-Spot-ETFs in den zwei Wochen bis zum 2. November netto etwa knapp unter 1 Mrd. US-Dollar abgegeben haben sollen.
Für deutsche Investoren kommt eine zweite, weniger sichtbare Ebene hinzu: die Haltedauer und damit die steuerliche Behandlung. Der Artikel ordnet ein, dass Käufe seit Anfang Juni 2026 noch innerhalb der einjährigen Haltedauer nach § 23 des deutschen Einkommensteuergesetzes fallen und Verkäufe vor Ablauf als private Veräußerungsgeschäfte gelten. Gewinne werden demnach erst im Rahmen der Zusammenrechnung privater Veräußerungsgewinne bis zur Freigrenze von 1.000 Euro steuerlich relevant, Verluste können mit Gewinnen gleicher Art verrechnet werden. Gleichzeitig weist der Text darauf hin, dass es zur geplanten Abschaffung der Haltedauer bislang keine Entscheidung gibt und nennt als Stand: Der Bundes-Kabinettentwurf sei am 14. Oktober 2026 nicht angenommen worden; bis hieraus etwas Rechtskräftiges wird, bleibt die heutige Rechtslage maßgeblich. Wer die eigene Cost Basis in Euro nachvollziehen will, soll dafür Kaufdaten seit Juni sowie den jeweiligen Kaufpreis exportieren und sie mit dem aktuellen Kurs im Kontext der Profit-/Loss-Logik abgleichen; zudem wird die Nutzung von Software genannt, die Transaktionen etwa per FIFO-Regel automatisch zuordnet.
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