LONDON (IT BOLTWISE) – BlackRock betreibt zwar die größten Spot-ETFs für Bitcoin und Ethereum in den USA, hat aber bisher keinen XRP-Spot-ETF eingereicht. Bis zum 25. September 2026 halten sieben konkurrierende Emittenten zusammen rund 1,77 Milliarden US-Dollar in XRP-ETFs. Der Grund, der aus BlackRocks eigener Positionierung abgeleitet wird, liegt vor allem in der Priorität von Kundennachfrage, Liquidität und Marktreife. Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob eine größere Kapitalbasis bei XRP künftig doch einen Einstieg auslösen könnte.

Dass ein Haus wie BlackRock, das im US-ETF-Markt mit iShares die dominierenden Spot-Produkte für Bitcoin und Ethereum führt, beim Thema XRP bisher aus dem Raster fällt, ist für viele Marktteilnehmer eher auffällig als überraschend. Auffällig deshalb, weil bereits mehrere Anbieter Spot-ETFs auf XRP aufgelegt haben, die das digitale Asset über eine klassische Depotlogik zugänglich machen. Überraschend ist das Fehlen trotzdem nicht, denn eine ETF-Zulassung und insbesondere der Markteintritt hängen nicht nur an Formularen, sondern daran, ob sich für die Emittenten ein tragfähiges Setup aus Zuflüssen, Handelsbedingungen und Fondsökonomie ergibt.
Zum Stichtag 25. September 2026 verwalten sieben andere Emittenten Spot-XRP-ETFs mit einem Gesamtvermögen von etwa 1,77 Milliarden US-Dollar. Diese Fonds folgen dem „Spot“-Prinzip: Sie kaufen und halten XRP direkt, sodass Anleger XRP nicht nur über Krypto-Börsen, sondern über ein Wertpapierdepot erwerben können. Laut den Angaben im Ausgangstext entfallen dabei rund 1,18 Milliarden XRP auf diese sieben Produkte, was ungefähr 1,9% der im Umlauf befindlichen Coins entsprechen soll. Interessant ist außerdem die Dynamik rund um den Launch- und Zuflusszeitraum: Seit der Einführung wird ein kumulierter Investment-Umfang von ungefähr 1,79 Milliarden US-Dollar genannt, wobei Abflüsse bereits berücksichtigt sind; in der Woche unmittelbar vor dem 25. September kamen demnach zusätzlich etwa 76 Millionen US-Dollar hinzu. Gleichzeitig notiert XRP laut Quelle bei rund 1,50 US-Dollar, etwa 8% tiefer als vor einer Woche und rund 59% unter dem Allzeithoch von 3,65 US-Dollar aus Juli 2025.
Die entscheidende Frage lautet dann: Warum hat BlackRock in der „letzten großen Welle“ der XRP-Anträge nicht mitgezogen, obwohl das Unternehmen in anderen Kryptowährungssegmenten früh und aggressiv agiert? Laut dem Ausgangstext hat BlackRock im September 2025 keine Anträge bei der SEC eingereicht, während sieben weitere Firmen ihre XRP-Fondsanträge aktualisierten. Entscheidend ist hier weniger die symbolische Teilnahme an einem Hype-Zyklus, sondern die vom Unternehmen selbst genannte Logik: Robbie Mitchnick, Head of Digital Assets bei BlackRock, stellte im Kontext von September 2025 fünf Faktoren in den Vordergrund – darunter vor allem die Kundennachfrage. Ergänzend nennt der Text Marktwert, Liquidität, Marktreife (maturity) und die Frage, wie gut die jeweilige Krypto-Asset-Klasse in ein Portfolio passt. Wenn Kundennachfrage und Liquidität aus Emittentensicht nicht eindeutig genug „nachweisbar“ sind, bleibt selbst ein technischer und regulatorischer Prozess schnell ökonomisch unattraktiv.
Das gleiche Muster wird auch beim Blick auf BlackRocks bestehende Zusammenarbeit mit Ripple sichtbar, die aber nicht auf XRP-Spot zielt. Der Ausgangstext beschreibt, dass BlackRock im Rahmen eines tokenisierten Treasury-Fonds (BUIDL) den Stablecoin RLUSD als Sicherheitenkomponente akzeptiert. Das betrifft damit, so die Darstellung, die Wertgrundlage des Dollar-Tokens von Ripple – nicht das XRP-Token selbst. Genau diese Trennung ist für Anleger relevant, weil „Krypto-Nähe“ nicht automatisch „XRP-ETF-Nähe“ bedeutet. Zudem wirkt der Markt selbst wie ein Beleg für das Timing-Dilemma: Ein ETF bekommt nur dann mehr Kaufvolumen, wenn Anleger Geld in den Fonds einzahlen; eine reine Einreichung (oder selbst eine potenzielle spätere Genehmigung) garantiert also keinen unmittelbaren XRP-Kauf. Damit verschiebt sich die Eintrittsbarriere für BlackRock von „Kann man?“ zu „Wie wahrscheinlich ist, dass sich das Produkt vom ersten Tag an trägt?“
Auf der Ebene der Gebühren zeigt sich ebenfalls ein plausibler Grund für die Zurückhaltung. Für Spot-ETFs verdienen Emittenten jährlich eine Managementgebühr, typischerweise als Prozentsatz vom Fondsvolumen. Bei einer angenommenen Standardgebühr von 0,25% könnten die bestehenden XRP-ETFs mit insgesamt etwa 1,77 Milliarden US-Dollar grob rund 4,4 Millionen US-Dollar pro Jahr einbringen – aufgeteilt auf sieben Anbieter. Für ein Unternehmen mit der Marktstellung von BlackRock ist das ein im Verhältnis kleiner Topf; auch deshalb könnte es strategisch sinnvoll sein, zuerst die Nachfragekurve genauer zu beobachten. Der Ausgangstext verweist dabei auf den Erfolg des iShares Bitcoin Trust (IBIT), der später startete und dennoch zum führenden Spot-Bitcoin-Produkt aufstieg. Übertragen auf XRP folgt daraus die mögliche Denkweise: Wenn der Zufluss später genug Volumen schafft, kann sich ein Eintritt plötzlich lohnen – ohne dass BlackRock frühzeitig „Billigstart“-Risiken eingeht.
Für Anleger bleibt die wahrscheinlichste Stellschraube damit weniger eine spontane Kehrtwende, sondern eine Veränderung der Marktgröße. Der Text deutet an, dass eine eingereichte S-1-Registrierung bei der SEC über das EDGAR-System die Situation rasch „über Nacht“ kippen könnte. Auch eine spürbare Steigerung der XRP-ETF-Assets über die genannten 1,77 Milliarden US-Dollar hinaus würde dann die Argumente adressieren, die BlackRock als Prioritäten nennt: Kundennachfrage, Liquidität und Portfolio-Passung. Bis dahin wirkt der Marktstand wie eine Zwischenphase: XRP-ETFs existieren, aber die verwalteten Summen sind im Vergleich zu Bitcoin-Produktlinien noch klein, was sowohl die Aufmerksamkeit der Emittenten als auch die Erwartungshaltung der Investoren dämpft. Ob BlackRock später einsteigt, bleibt damit offen – aber der Weg dahin ist klar durch den Wettbewerb und die Kapitalflüsse vorgezeichnet, nicht durch ein Versprechen auf „bald“.
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