LONDON (IT BOLTWISE) – In Deutschland sind die versicherten Blitzschäden 2025 deutlich zurückgegangen. Der GDV meldet 180.000 Fälle und damit 40.000 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Schadenshöhe auf rund 1.760 Euro. Grund ist laut Angaben vor allem ein extrem blitzarmes Jahr mit nur 99.930 Erdblitzen.

Die aktuelle Bilanz fällt in zweifacher Hinsicht auf: Während die Zahl der Blitzschäden im Jahr 2025 in Deutschland spürbar gesunken ist, bleiben die Belastungen pro Einzelereignis hoch. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beziffert die versicherten Fälle auf 180.000. Das sind 40.000 weniger als im Vorjahr, was zunächst nach einer Entspannung klingt – allerdings nicht im Sinne von geringeren Reparatur- und Ersatzaufwänden.
Auch die gesamte Schadenssumme ging zurück, bleibt aber auf einem relevanten Niveau. Die Versicherer zahlten insgesamt 310 Millionen Euro und damit 30 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Entscheidend ist dann aber der Umkehrpunkt: Die einzelnen Schäden wurden teurer. Laut GDV kostete ein Ereignis im Schnitt rund 1.760 Euro und damit etwa elf Prozent mehr als im Vorjahr. Asmussen verweist dabei auf einen erneut hohen Wert; die Entwicklung laufe seit einigen Jahren in diese Richtung, vor allem weil Gebäude immer hochwertiger und technisch moderner ausgestattet seien.
Die Ursache für den Rückgang der Fallzahlen liegt laut GDV nicht in veränderten Schadensbildern, sondern in der Wetterlage. 2025 war extrem blitzarm. Der Informationsdienst Aldis/Blids zählte in ganz Deutschland lediglich 99.930 Erdblitze – weniger als halb so viele wie im Vorjahr. Als begünstigender Faktor wird benannt, dass es im Jahresverlauf häufig zu trocken war und es zwischendurch tendenziell auch zu kalt war. Gewitter entstehen besonders dann häufig, wenn es warm und feucht ist, weil sich so die notwendigen Auftriebskräfte für Gewitterwolken besser ausbilden.
Technisch betrachtet entstehen Blitzschäden nicht nur durch direkte Einschlüsse. Neben den klassischen Schäden an der Bausubstanz können kurze Überspannungen im Stromnetz der Auslöser für viele Schadensfälle sein. Direkte Einschlüsse äußern sich laut GDV etwa durch zerstörte Dachflächen sowie durch Risse im Mauerwerk oder am Schornstein. Überspannungen dagegen sorgen eher dafür, dass Steckdosen verschmoren, Elektrogeräte wie Computer und Telefonanlagen oder auch Teile der Haustechnik beschädigt werden. Für Versicherer und Gebäudebetreiber macht das einen Unterschied: Je stärker ein Haushalt oder ein Objekt mit vernetzter Technik und empfindlicher Elektronik ausgestattet ist, desto schneller summieren sich auch die Kosten, selbst wenn die Häufigkeit der Ereignisse sinkt.
Damit erklärt sich, warum die Statistik zwar weniger Schäden zählt, die Schadenshöhe pro Fall aber trotzdem steigt. Moderne Gebäudetechnik – von digitaler Steuerungstechnik bis zu sensiblen Anlagenkomponenten – trägt dazu bei, dass ein einzelnes elektrisches Ereignis oft nicht nur „einen“ Defekt verursacht, sondern mehrere Geräte oder Baugruppen betrifft. In der Praxis werden außerdem Reparaturen und Ersatzteilbeschaffung häufig aufwändiger, weil Systeme stärker integriert sind und im Fehlerfall nicht immer mit einfachen Einzelkomponenten gelöst werden können. Für die Auswertung heißt das: Die Verteilung zwischen Fallzahl und durchschnittlicher Schadenssumme kann sich unabhängig voneinander entwickeln, auch wenn die Gesamtbilanz sinkt.
Für das laufende Jahr zeichnet sich zudem wieder mehr Aktivität ab. Nach den Aldis/Blids-Zahlen hat es 2026 bereits gut 101.000-mal eingeschlagen, und zwar häufiger als im gesamten Jahr 2025. Da die Gewittersaison typischerweise bis in den September reicht, ist das Risiko höher, dass die Fallzahlen wieder zulegen. Für Betreiber von Gebäuden und für Versicherungsnehmer bedeutet das vor allem: Prävention bleibt ein laufendes Thema, nicht nur eine Maßnahme nach einem besonders „glimpflichen“ Jahr. Der Blick richtet sich dabei häufig auf den Schutz der elektrischen Infrastruktur und eine geeignete Erdung sowie Überspannungsschutzkonzepte, weil genau diese Faktoren bestimmen, wie stark Überspannungen durchschlagen und Folgeschäden auslösen.
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