LONDON (IT BOLTWISE) – Der neue BMW iX4 (NA7) löst den bisherigen X4 (G02) nicht offiziell ab, wirkt aber wie sein designierter Nachfolger. Im Bildvergleich fallen vor allem die flächigeren Außenlinien, die beinahe durchgehenden schwarzen Bänder und die stärker integrierte Lichttechnik auf. Innen reduziert BMW die klassische Knopf-Dichte deutlich und setzt auf Touch, Spracheingabe sowie ein großes Panoramic-vision-Display. Beim Vergleich der M-Performance-Varianten zeigt sich zudem der komplette Sprung in der Antriebslogik von 360 PS Benzin zu 612 PS Elektro.

Beim BMW X4 war die zweite Generation (G02) lange ein klarer Fixpunkt im Segment der SUV-Coupés auf Basis des X3. Mit dem BMW iX4 (NA7) bekommt dieses Konzept nun allerdings einen neuen „Deckel“: gleicher Grundgedanke, aber ein spürbar anderer Anspruch an Design und Bedienung. Genau das macht der Bildvergleich deutlich, der X4 und iX4 Seite an Seite stellt und zeigt, wie stark sich nicht nur Technikdetails, sondern vor allem die Formensprache weiterentwickeln. So wird aus dem eher konservativen Erscheinungsbild des letzten X4 im Alltag ein deutlich modernerer Auftritt, der bereits aus der Distanz erkennbar signalisiert: Hier sitzt BMW im Zeichen der Neuen Klasse.
Die Abmessungen fallen dabei erstaunlich nah beieinander aus. Der iX4 ist 4,78 Meter lang, damit rund drei Zentimeter länger als das Vorgängermodell, und er wirkt mit etwas mehr als zwei Zentimetern geringerer Höhe ebenfalls minimal flacher. Ohne direkten Vergleich dürfte dieser Unterschied kaum auffallen, entscheidender ist also nicht die reine Maßtabelle, sondern die Art, wie Flächen und Proportionen visuell „zusammengeführt“ werden. Während der X4 G02 seine Konturen noch stärker über klassische Volumen modelliert, übersetzt der iX4 die Karosserie stärker in flächige Elemente mit klaren Kanten. Das Ergebnis: Man erkennt die Zugehörigkeit zur aktuellen BMW-Designlinie sofort, auch wenn die Dachlinie weiterhin den Coupé-Charakter trägt.
Besonders sichtbar sind die Änderungen im Front- und Heckbereich: Der iX4 setzt auf flächigere Formen und kombiniert sie mit beinahe durchgehenden schwarzen Bändern, in die auch die komplette Lichttechnik integriert ist. Diese Art der „durchgängigen“ Gestaltung verschiebt den Fokus der Silhouette. Anstatt einzelne Leuchten als separate Elemente wirken zu lassen, bildet das Design ein zusammenhängendes visuelles Band, das das Fahrzeug wie eine Einheit rahmt. Auch Details wie die flächenbündig integrierten Türgriffe passen in dieses Bild: Sie reduzieren visuelle Brüche und unterstützen den Eindruck, dass die Karosserie konsequent nach einem modernen Konstruktionsprinzip gestaltet ist. Dass sich dadurch die Wirkung „aus jeder Perspektive“ ändert, liegt weniger an einzelnen Designelementen als an der Summe aus Kantenführung, Flächen und dem konsequenten Weglassen klassischer Akzentzonen.
Im Innenraum zeigt sich der nächste große Schritt – und der betrifft weniger das Materialgefühl als die Bedienphilosophie. Im Vergleich zum letzten X4 bietet der erste iX4 deutlich weniger Knöpfe und verzichtet sogar auf einen iDrive-Controller. Stattdessen stehen Touch-Bedienlogik und Spracheingabe im Vordergrund. Das Infotainment setzt dabei auf ein Panoramic-Vision-Display und ein Hauptdisplay mit 17,9 Zoll, wodurch die Nutzerführung stärker wie ein zusammenhängendes Informationssystem wirkt. Wo der X4 noch auf haptische Eingriffe und eine größere physische Schalterlandschaft setzte, arbeitet der iX4 mit gezielter Reduktion: Neben wenigen Tasten auf der Mittelkonsole übernehmen vor allem Bedienelemente auf den Lenkradspeichen zentrale Aufgaben. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von „durch Fühlen zum Ziel“ hin zu „visuell geführt und sprachlich bestätigt“ – ein Ansatz, der im Alltag gerade dann Vorteile bietet, wenn Menüs und Inhalte dynamisch wechseln.
Während Design und Bedienung den Charakter des iX4 deutlich verändern, zeigt der Vergleich der M-Performance-Varianten, wie konsequent der Antriebstechnologiewechsel durchschlägt. Im Bildvergleich tauchen die M Performance-Varianten BMW iX4 M60 und X4 M40i auf, die nicht nur optisch differieren, sondern auf einem völlig anderen Leistungsniveau spielen. Der Benziner im X4 M40i leistet 360 PS und liefert 500 Newtonmeter Drehmoment, während der iX4 M60 als Elektrovariante mit 612 PS und 875 Newtonmetern aufwartet. Diese Zahlen sind nicht nur ein „Upgrade“, sondern verändern das Fahrgefühl spürbar: Die höhere elektrische Systemleistung und das deutlich größere Drehmomentniveau wirken direkt, weil die Kraft ohne das klassische Gangwechsel- und Drehzahlfenster eines Verbrenners verfügbar ist.
Das zeigt sich auch in der Beschleunigungslogik. Der Elektro-M60 benötigt laut den genannten Angaben nur 3,9 Sekunden für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h. Damit liegt eine volle Sekunde zwischen dem Elektro-M60 und dem genannten Benziner-Referenzwert. Gleichzeitig wird die Einordnung im Text vorgenommen: Der iX4 M60 bewegt sich beim Längsdynamik-Level auf dem Niveau des früheren BMW X4 M Competition (F98 LCI) aus dem High-Performance-Segment. Technisch betrachtet heißt das, dass BMW die Performance nicht über einen „größeren Motor“, sondern über die Systemauslegung aus Leistung und Drehmomentmarge übersetzt. Für Fahrer und Flottenentscheider ist das vor allem relevant, weil die Antriebsantwort im Alltag oft wichtiger ist als die reine Maximalleistung – und genau dort profitiert ein Elektroantrieb von seinem anderen Kraftverlauf.
Für die Markt- und Produktstrategie ist der Vergleich damit mehr als eine reine Modellhistorie: Er zeigt, wie BMW die SUV-Coupé-Form weiterhin bedient, aber die Umsetzung in Richtung Neue Klasse konsequent modernisiert. Der iX4 NA7 wirkt damit wie eine Überleitung in eine neue Entwicklungs- und Bediengeneration, die weniger auf physische Bedienelemente und stärkere digitale Displays setzt. Gleichzeitig macht der Leistungssprung bei den M Performance-Varianten klar, dass der Wechsel zum Elektroantrieb nicht nur „eine Alternative“, sondern eine strukturelle Neuausrichtung ist. Wer den X4 G02 noch als vertraut empfindet, bekommt im iX4 nicht nur ein Update, sondern eine andere Interpretationsform desselben Fahrzeugtyps – sichtbar außen, spürbar innen und messbar in der Performance.
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