DORTMUND / LONDON (IT BOLTWISE) – Konstantinos Karetsas befindet sich nach einem Zusammenbruch im Champions-League-Spiel auf dem Weg der Besserung. Sportchef Lars Ricken rechnet damit, dass der Profi in der kommenden Woche wieder für den Trainingsbetrieb beim BVB in Frage kommt. Gleichzeitig betont der Klub, dass es offenbar keine Langzeitschäden geben soll, während die genaue Ursache noch unklar bleibt. Besonders die Diskussion um mögliche Dehydrierung wird dabei relativiert.

Konstantinos Karetsas könnte für Borussia Dortmund schon zeitnah wieder eine Rolle im Bundesliga-Geschäft spielen. Nach dem Zusammenbruch im Champions-League-Spiel befindet sich der Grieche den Angaben des BVB zufolge derzeit in der Erholungsphase, die offenbar gut verläuft. Sportchef Lars Ricken bringt damit eine Perspektive für die nächsten Tage ins Spiel: Für die kommende Woche nennt er einen möglichen Schritt zurück in Richtung Mannschaftstraining. Wichtig ist dabei weniger der Wunsch nach einem schnellen Comeback als die Einordnung des aktuellen Zustands – denn Ricken stellt zugleich klar, dass man den Spieler zunächst behutsam wieder aufbauen will.
Im Detail beschreibt der Sportchef den Ablauf rund um den Gesundheitszustand: Der Klub hat Karetsas nach dem Vorfall zunächst mehrere Tage intensiv beobachtet und „auf den Kopf gestellt“. Dabei habe es sich nach derzeitigem Stand um keine Auffälligkeiten gehandelt. Anschließend folgt der nächste Teil der Rückkehr-Logik, die im Profifußball meist in mehreren Stufen abläuft: erst Belastungstests, dann Training in kontrollierter Intensität, und erst danach die Frage, ob ein Spieltagseinsatz – etwa gegen den VfB Stuttgart – realistisch ist. Ricken sagt auch, worauf es aus seiner Sicht besonders ankommt: Man fürchtet keine Langzeitschäden, aber man will im Wochenverlauf sehen, wie der Körper auf die gesteigerte Trainingsbelastung reagiert.
Der medizinische Hintergrund bleibt allerdings nicht vollständig geschlossen. Karetsas hatte im Spiel gegen den FC Villarreal für einen Schreckmoment gesorgt und war früh ausgewechselt worden; im Anschluss wurde er mit dem Rettungs- und Transportprozedere vom Feld gebracht und ins Krankenhaus gebracht. Der BVB hatte zunächst Kreislaufprobleme als Ursache genannt. Später kam eine abweichende Darstellung hinzu: Laut Angaben seiner Mutter wurde eine Dehydrierung als Faktor in den Vordergrund gestellt. Ricken widerspricht dieser Deutung ausdrücklich. Er sagt, dass er eine Dehydrierung so nicht bestätigen könne, weil das dann „eine Auffälligkeit“ gewesen wäre. Gleichzeitig deutet er an, dass es sich auch um eine Gemengelage aus mehreren Faktoren handeln könnte, zumal der Klub nach eigenen Aussagen keine wirklich harten Fakten vorliegen habe.
Für die Einordnung ist genau dieser Spagat typisch: Ein Profi kann nach einem akuten Ereignis rasch wieder auf dem Trainingsgelände stehen, ohne dass zugleich alle Ursachenfrage endgültig beantwortet ist. Im Hintergrund spielen im modernen Leistungsfußball deshalb häufig zwei Ebenen zusammen: die unmittelbare medizinische Stabilisierung und die spätere sportwissenschaftliche Rekonstruktion der Belastungslage. Gerade bei Ereignissen, die wie Kreislauf- oder Flüssigkeitsprobleme wirken, rückt in der Regel die Frage nach Faktoren wie Temperatur, Einsatzdauer, Intensität im Spielverlauf, individuellem Regenerationszustand und auch nach Trainings- und Reisebelastung in den Fokus. Auch wenn der BVB keine konkreten Messwerte genannt hat, passt Ricksens Formulierung („keine harten Fakten“) zu einem Szenario, in dem zwar Symptome und Verlauf gut dokumentiert sind, aber die finale Ursache nicht eindeutig aus Einzelbefunden ableitbar ist.
Für die sportliche Planung bedeutet das: Der nächste Termin gegen einen Gegner wie den SC Paderborn und die potenzielle Option gegen Stuttgart hängen nicht nur davon ab, ob Karetsas „wieder laufen kann“, sondern davon, wie belastbar er in den kommenden Einheiten ist. In solchen Situationen arbeiten Vereine typischerweise mit einem stufenweisen Belastungsaufbau, der Parameter wie Herz-Kreislauf-Stabilität, Erholungszeit, neuromuskuläre Belastbarkeit sowie subjektive Reaktionsmuster berücksichtigt. Im Fall Karetsas betont Ricken zudem den praktischen Aspekt der Flüssigkeitsaufnahme: Er führt aus, dass der Spieler offenbar genug getrunken habe. Damit bleibt die Debatte um Dehydrierung vorerst im Bereich plausibler Hypothesen statt gesicherter Diagnose – ein Punkt, der auch im Umgang mit dem Risiko von Rückfällen eine wichtige Rolle spielt.
Aus Verband- und Branchenperspektive zeigt die Meldung, wie sensibel die Kommunikation nach akuten Zwischenfällen ist. Der BVB versucht, einerseits Entwarnung zu geben („keine Langzeitschäden“), andererseits aber die Ursache nicht vorschnell festzunageln. Genau diese Balance ist für Teams relevant, weil sie sonst entweder unnötige Drucksituationen aufbauen oder medizinische Risiken verharmlosen könnte. Für Fans und Medien heißt das: Der Zeitplan für das mögliche Comeback wird in der nächsten Woche immer wieder an der realen Trainingsreaktion gemessen. Und für das Umfeld ist klar, dass die Ursache nicht nur als Schlagwort wie „Dehydrierung“ im Raum stehen darf, sondern als Frage behandelt werden muss, die mehrere Faktoren umfassen kann.
Was daraus für den weiteren Verlauf folgt, ist relativ konkret: Karetsas soll im Laufe der nächsten Woche ins Training einsteigen, anschließend prüft der Klub die Einsatzfähigkeit für die kommenden Partien. Damit wird die Entscheidung nicht nur auf einen Zeitpunkt verlagert, sondern an den Belastungsverlauf gekoppelt. Entscheidend ist, dass der BVB die Rückkehr als kontrollierten Prozess beschreibt und nicht als sofortige „Freigabe“. Sollte sich die Entwicklung in Training und Belastungstoleranz weiter stabil zeigen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Karetsas wieder in den Spielbetrieb hineinfindet. Fällt die Reaktion jedoch unerwartet aus oder bestätigen sich neue Auffälligkeiten, würde die Planung entsprechend angepasst – genau dafür steht in Ricksens Darstellung die Phase der „behutsamen“ Wiederaufbauarbeit.
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