SAN JOSE / LONDON (IT BOLTWISE) – Cisco profitiert von der steigenden Nachfrage nach Rechenzentren und hebt seine Jahresprognosen an. Gleichzeitig plant das Unternehmen den Abbau tausender Stellen, um sich strategisch auf Künstliche Intelligenz zu fokussieren. Die Aktie reagierte mit einem deutlichen Kurssprung.

Der US-amerikanische Netzwerk-Ausrüster Cisco erlebt derzeit einen Aufschwung im Geschäft mit großen Rechenzentren, was das Unternehmen dazu veranlasst hat, seine Prognosen für das laufende Jahr anzuheben. Diese positive Entwicklung wird von einer strategischen Neuausrichtung begleitet, die den Abbau tausender Stellen umfasst. Cisco folgt damit dem Trend großer Technologiekonzerne, die im Zuge des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) ebenfalls Arbeitsplätze reduzieren.
Die Anleger reagierten positiv auf die Ankündigungen, was sich in einem vorbörslichen Kurssprung der Cisco-Aktie um fast 20 Prozent widerspiegelte. Bereits im laufenden Jahr hatte die Aktie im Zusammenhang mit der Nachfrage nach KI-Titeln um ein Drittel zugelegt. Cisco erwartet im aktuellen Geschäftsjahr ein erheblich besseres Geschäft mit sogenannten Hyperscalern, den größten Betreibern von Datenzentren, als zuvor angenommen. Große Cloudanbieter dürften Aufträge über neun Milliarden US-Dollar platzieren, was deutlich über den bisherigen Erwartungen liegt.
Der Gewinn aus diesem Geschäft soll anstelle der zuvor prognostizierten drei Milliarden nun bei vier Milliarden Dollar liegen. Auch die Jahresprognosen wurden angehoben: Der Umsatz soll nun zwischen 62,8 und 63,0 Milliarden Dollar liegen, während der bereinigte Gewinn je Aktie auf 4,27 bis 4,29 Dollar steigen soll. Diese neuen Prognosen übertreffen die bisherigen Erwartungen der Analysten deutlich.
Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal übertraf Cisco ebenfalls die Vorhersagen der Experten. Der Umsatz stieg um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf einen Rekordwert von 15,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang um gut ein Drittel auf 3,4 Milliarden Dollar. Cisco kündigte zudem ein Restrukturierungsprogramm an, das zu einer Vorsteuerbelastung von einer Milliarde Dollar führen wird. Im Rahmen dieses Programms sollen im laufenden Geschäftsquartal weniger als 4.000 Arbeitsplätze gestrichen werden, was weniger als fünf Prozent der Belegschaft entspricht.
Der Plan ermöglicht Investitionen in strategische Bereiche wie Künstliche Intelligenz, Siliziumchips, Glasfasertechnologie und Sicherheit. Zuletzt hatten mehrere große US-Tech-Konzerne angekündigt, im Zuge von KI-Investitionen massiv Arbeitsplätze abzubauen, darunter Intel, Microsoft und Amazon. Laut Cisco-CEO Chuck Robbins werden die Unternehmen, die im KI-Zeitalter erfolgreich sein wollen, jene sein, die ihre Investitionen kontinuierlich in Bereiche mit der stärksten Nachfrage und langfristigen Wertschöpfung verlagern.
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