VOLUSIA COUNTY, FLA. / LONDON (IT BOLTWISE) – Luke Delaney aus Central Florida übernimmt als Pilot die NASA-SpaceX-Mission Crew-13 zur ISS. Der Start soll laut NASA nicht früher als Mitte September erfolgen. An Bord sind außerdem Jessica Watkins als Kommandantin, der kanadische Mission Specialist Joshua Kutryk sowie zwei weitere Missionsspezialisten von ESA- und Roscosmos-Seite. Für die Crew stehen sowohl Forschung im Mikrogravitationsumfeld als auch umfangreiche Wartungsarbeiten an der alternden Raumstation auf dem Plan.

Crew-13: Luke Delaney fliegt als Pilot zur ISS – Start Mitte September
Crew-13: Luke Delaney fliegt als Pilot zur ISS – Start Mitte September (Foto: IT BOLTWISE)
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Für die Raumfahrtplanung aus Florida ist Crew-13 bereits jetzt ein echter Heimvorteil: Luke Delaney, der in DeBary aufgewachsen ist und als Central-Florida-Native gilt, soll als Pilot eine neue SpaceX-Dragon-Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) übernehmen. Die NASA ordnet das Team dem Langzeitaufenthalt von Expedition 75 zu, sodass die Bedeutung des Starts über den reinen Transport hinausgeht. Damit rückt auch ein zentraler Aspekt in den Fokus, der bei bemannten Missionen häufig unterschätzt wird: Nicht nur die Kopplung und der Transit zählen, sondern vor allem der Aufwand der ersten Tage an Bord, wenn Systeme überprüft, Betriebspläne abgestimmt und Experimente in einen stabilen Rhythmus überführt werden.

Delaneys Karriereverlauf liefert dabei die typische Ingenieurs-Bildungsschiene, die man in modernen Astronautenteams regelmäßig sieht: Er besuchte laut NASA die Deltona High School (1997), studierte danach Maschinenbau an der University of North Florida und schloss 2006 ab. 2016 folgte ein Master im Fach Luft- und Raumfahrttechnik am Naval Postgraduate School. Aus organisatorischer Sicht wichtig ist zudem der Timing-Faktor: Delaney wurde der NASA 2021 im Astronaut Candidate Class zugeteilt und nahm Anfang 2022 den Dienst auf. Kurz bevor es in Richtung Mikrogravitation geht, beschreibt er den psychologischen Übergang vom Training zum Ernstfall sehr direkt: „I’m real excited, the closer we get, the more real it seems, “ sagte Delaney im Kontext der näher rückenden Vorbereitungen. Für ein Publikum in der Region ist das auch deshalb so anschlussfähig, weil er als Kind die Space-Shuttle-Starts in Central Florida verfolgte.

Technisch und operativ wird Crew-13 als internationale Viererbesatzung vorbereitet. NASA nennt die Rollenverteilung: Jessica Watkins (Mission Commander), Luke Delaney (Pilot), Joshua Kutryk (Mission Specialist, Canadian Space Agency) sowie ein Roscosmos-Missionsspezialist als weiterer Fachmann für die Aufgaben an Bord. Der Startzeitraum ist dabei klar begrenzt: Die Mission soll laut NASA „no earlier than mid-September“ erfolgen, also nicht vor Mitte September. Nach den finalen Vorstart-Events in Houston steht dann der Übergang zum Startkomplex auf der Florida Space Coast an, inklusive Quarantäneprotokollen, Dress Rehearsals sowie Integrations- und Abschlusschecks an SpaceX Dragon und der Falcon-9-Rakete. Diese Kombination aus organisatorischer Abschottung und enger Hardware-Integration ist mehr als Routine, weil sie Schnittstellen reduziert: Von den Funktionsprüfungen der Avionik bis zur Kopplungslogik müssen alle Komponenten im letzten Schritt konsistent zusammenpassen.

Sobald die Crew an der ISS angekommen ist, verschiebt sich der Fokus von der Raumfahrtstrecke zur Arbeitsrealität im Orbit. Die NASA beschreibt ein Aufgabenbündel, das zwei Welten verbindet: wissenschaftliche Experimente und der tägliche Betriebs- sowie Instandhaltungsaufwand. Für die Forschung nennt die Mission unter anderem Untersuchungen zur Blutkreislauffunktion, zu visionären Veränderungen, die durch den Raumflug entstehen können, sowie Stem-Cell-Forschung im Mikrogravitationsumfeld. In der Praxis heißt das: Messreihen müssen reproduzierbar gestartet, Instrumente regelmäßig kalibriert und die Daten entlang der Tagesplanung abgearbeitet werden. Neben der Wissenschaft steht auch die „orbital upkeep“ im Vordergrund, also die Wartung und Instandhaltung der Raumstation. Commander Jessica Watkins fasst den Alltag dabei mit einem Satz zusammen, der den Umfang der Arbeit deutlich macht: „Lots of station maintenance with a lot of work inside and outside, “ erläuterte Watkins.

Auch für die Mission Specialist Joshua Kutryk ist die Reise nicht nur ein beruflicher Schritt, sondern zugleich ein persönlicher Sprung. Aus seiner Biografie wird ein Motiv in die Kommunikation hineintransportiert, das bei internationalen Besatzungen häufig für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt: Kutryk erinnert sich daran, auf einer Rinderfarm in Kanada aufgewachsen zu sein, und benennt den Gang ins All als großen Schritt. Die NASA ordnet das als Teil der Medienvorbereitung ein, doch der Kern bleibt derselbe wie bei allen bemannten Missionen: Man muss sich an ein Umfeld anpassen, das in kaum einer Hinsicht der irdischen Logistik entspricht. Delaney beschreibt genau diesen Punkt als Zielbild für seine erste Fahrt: „Those are the things I’m looking forward to – adapting to that environment, being a good teammate and achieving whatever goals are before us when we are up there, “ sagte er. Für Unternehmen und Forschungsorganisationen außerhalb der Raumfahrt ist das eine wichtige Botschaft, weil sie zeigt, dass Raumstationen nicht nur Forschungsorte sind, sondern auch hochgradig koordinierte Betriebssysteme.

Im Gesamtbild liegt der Reiz von Crew-13 deshalb in der Mischung aus industriell getakteter Startvorbereitung und langfristig ausgerichtetem Stationsbetrieb. Mit Expedition 75 dockt die Mission an eine laufende Forschungs- und Wartungsagenda an, in der jede Besatzung neue Impulse liefert, aber auch auf vorhandene Arbeitsstände aufbaut. Für die Raumfahrtindustrie ist außerdem relevant, wie klar die Rollen verteilt sind und wie stark der Übergang vom Training in die Flug- und Wartungsrealität geplant wird: Delaney als Pilot steht in der Logikkette von Fahrzeugbetrieb und Flugphasen, während Watkins und die weiteren Specialists die wissenschaftliche Tagesplanung und die Stationstätigkeiten tragen. Damit wird Crew-13 auch zu einem operativen Testfeld für Prozesse, die nach dem Start nicht „automatisch“ funktionieren, sondern täglich kontrolliert und weiterentwickelt werden müssen.

Für die Zeitplanung vor Ort bedeutet das konkret: In den kommenden Wochen laufen die letzten Schritte gebündelt zusammen, nachdem die Crew-13-Mannschaft ihre finalen Vorstart-Events in Houston abgeschlossen hat und anschließend zum Kennedy Space Center einrückt. Dort werden die Quarantäneprotokolle durchlaufen, Dress Rehearsals und Integration Checks an SpaceX Dragon und der Falcon 9 vorbereitet und schließlich die Startphase auf der Space Coast eingeleitet. Das Zusammenspiel dieser Stationen verdeutlicht, wie eng bemannte Missionen mit standardisierten, aber strikt einzuhaltenden Abläufen verknüpft sind. Wer in der Region Central Florida die Mission verfolgt, bekommt damit nicht nur eine Startmeldung, sondern ein detailliertes Bild davon, wie aus Training eine stabile Mission zur ISS wird.


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