LONDON (IT BOLTWISE) – Cube bringt für das Modelljahr 2027 zwei neue Stereo Hybrid ONE44 HPC-Varianten mit Avinox M2S. Das EXC 800 startet bei 4.799 Euro, während das Super TM 800 für 6.999 Euro deutlich höher ausstattet ist. Beide nutzen den 800-Wh-Akku, DP100 Curved als Display und ein Ladegerät-Setup, das je nach Variante unterscheidet. Verfügbar sind die Bikes laut Hersteller ab Januar 2027.

Cube ergänzt seine ONE44-HPC-Familie für 2027 nicht durch eine reine Detailpflege, sondern durch einen zweiten Motorpfad: Neben dem etablierten Bosch-Setup tauchen ab dem Modelljahr nun zwei Stereo Hybrid ONE44 HPC-Modelle mit Avinox M2S auf. Die Einstiegshürde bleibt dabei relativ niedrig, weil das EXC 800 bereits ab 4.799 Euro eingeordnet wird. Gleichzeitig positioniert Cube das Super TM 800 als klar leistungs- und fahrorientierte Alternative nach oben, mit entsprechend höherem Preis von 6.999 Euro. Damit wird die Entscheidung für Käufer weniger eine Frage „Bosch oder nicht“, sondern eher eine Frage nach dem gewünschten Fahrgefühl und dem Motor-Ökosystem rund um Drehmoment, Leistung und Ladehardware.
Im Antrieb setzt Cube auf den Avinox M2S, der in den regulären Modi maximal 130 Nm bereitstellt. Für kurze Boost-Phasen nennt Cube bis zu 150 Nm, plus eine Spitzenleistung von bis zu 1.500 W. Technisch relevant ist das vor allem für Passagen, in denen das Bike im Trail nicht nur anschiebt, sondern präzise Beschleunigung aus dem Stand oder aus langsamer Kurvenfahrt heraus unterstützt. Beide neuen Avinox-Modelle kombinieren den Motor mit einem herausnehmbaren 800-Wh-Akku, der ins Oberrohr integriert ist, ergänzt um das DP100 Curved-Display und zwei BC100-Controller am Lenker. Für die Praxis bedeutet das: Die Bedienung bleibt kompakt, die Kabelwege sind auf das System zugeschnitten, und das Setup zielt auf eine gleichbleibende Integration über die ganze ONE44-HPC-Baureihe.
Beim Chassis hält Cube am bekannten ONE44-HPC-Konzept fest: Der C: 62-Carbon-Hauptrahmen arbeitet mit Aluminium im Hinterbau, außerdem nennt Cube 150 mm Federweg vorn und rund 140 mm hinten. Hinzu kommen UDH sowie ein Steuersatz, der um 0,6° verstellbar ist. Als Anhaltspunkt für die Größenlogik nennt Cube den Size Split: In S kommen 27,5-Zoll-Laufräder zum Einsatz, ab M setzt der Hersteller auf 29-Zoll. Auch die konstruktiven Grundlagen bleiben erkennbar, darunter interne Leitungsführung und Direct-Mount-Kettenführung. Dadurch lassen sich die Avinox-Varianten nicht einfach als „Motorwechsel“ abtun, sondern als Erweiterung einer bewährten Plattform, die bereits für anspruchsvolle Einsätze in Enduro-naher Geometrie ausgelegt ist.
Die Unterschiede zwischen EXC 800 und Super TM 800 liegen dann vor allem im Fahrwerks- und Komponentenfokus. Beim Super TM 800 rückt der Trail-Einsatz stärker in den Vordergrund: vorn arbeitet eine RockShox ZEB Ultimate mit Charger 3.2 RC2, hinten kommt ein Super Deluxe Ultimate zum Einsatz. Auch die Schaltung ist konsequent auf ein Top-Niveau ausgerichtet: SRAM X0 Eagle AXS Transmission übernimmt die 12-fach-Arbeit, ergänzt von Maven-Ultimate-Bremsen. Dazu passt die Laufrad- und Reifenwahl, denn Cube kombiniert Newmen Beskar 30 TRQ mit einer Schwalbe Magic Mary Trail Pro vorne (2,5 Zoll) sowie Albert Gravity Pro hinten (je 2,5 Zoll). Beim Laden nutzt das Super TM zudem den Avinox-12-A-Lader, während das EXC einen kleineren Avinox-4A-Lader bekommt; das Herstellergewicht liegt beim Super TM trotz der stärker bestückten Ausstattung mit 24,4 kg knapp unter dem EXC.
Das EXC 800 positioniert Cube dagegen als „mehr Bike fürs Geld“ innerhalb der Avinox-Strategie. RockShox übernimmt hier mit einer Psylo Gold RC (150 mm) vorn sowie einem Deluxe Select+ am Heck, SRAM liefert eine mechanische Eagle 90 Transmission für die 12-fach-Schaltarbeit. Die Bremsen sind als Maven Base ausgelegt, jeweils mit 200-mm-Scheiben. Auch bei Laufrädern und Reifen setzt Cube auf eine klar definierte Budget-/Performance-Übersetzung: Newmen Performance 30 TRQ laufen mit Continental Kryptotal, vorn in Enduro-Soft-Ausführung und hinten in Downhill-Soft-Ausführung. Das Bike wiegt laut Hersteller 24,6 kg und kostet 4.799 Euro. Cube nennt für beide neuen Avinox-Modelle eine Verfügbarkeit ab Januar 2027.
Spannend ist dabei, dass Cube Bosch nicht aus der ONE44 HPC-Familie verdrängt, sondern parallel weiterführt. Das Stereo Hybrid ONE44 HPC SLT 800 bleibt mit Bosch Performance Line CX-R und PowerTube 800 ausgestattet, mit einem maximalen Drehmoment von 120 Nm nach Performance Upgrade. Beim Fahrwerk kommen Fox 36 Float Factory und Float X Factory zum Einsatz, die Schaltarbeit übernimmt SRAM XX Eagle AXS Transmission. Auch bei den Anbauteilen geht Cube Richtung Premium: Race Face Era Carbonkurbeln sowie Newmen Phase 30 ergänzen die Ausstattung, dazu nennt Cube 2,5-Zoll-Breite bei Schwalbe Albert. Gewicht und Preis bleiben mit 23,4 kg und 8.499 Euro auf dem bisherigen Niveau, was zeigt, dass Cube die Bosch-Variante als obere Referenzklasse in der Familie betrachtet.
Für den Markt bedeutet das im Kern eine breitere Wahlarchitektur bei gleichbleibender Rahmenplattform: Wer bei ONE44 HPC bleibt, bekommt nun zwei Motorwelten zur Auswahl, ohne dass sich die grundlegende Geometrie und das Fahrwerkskonzept komplett neu erfinden müssen. Ein direkter Gewichtsvergleich der drei genannten Bikes greift allerdings zu kurz, weil sich Fahrwerk, Laufräder und weitere Komponenten zwischen den Ausstattungsstufen deutlich unterscheiden. Für Entscheider in Unternehmen und für ambitionierte Käufer zählt damit vor allem die Frage, wie Motorcharakter und Lade-Workflow in den eigenen Fahralltag passen: Beim EXC sind Ladehardware und Fahrwerkskomponenten auf den Preis getrimmt, das Super TM fährt stärker auf Trail-Lastigkeit und bringt auch beim Lader mehr Speed mit, während die Bosch-Variante über 120 Nm und das bekannte CX-R-Paket eher für Käufer attraktiv bleibt, die sich an Bosch-Ökosystem und Premium-Ausstattung orientieren. Welches ONE44 man wählt, hängt damit weniger von der reinen Existenz eines alternativen Motors ab, sondern davon, welche Kombi aus Drehmomentband, Leistungsauslegung und Budgetkonsistenz am besten zum Einsatzprofil passt.
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