FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – Die geopolitischen Spannungen im Iran und die damit verbundenen Unsicherheiten auf den Energiemärkten haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch stark beeinflusst. Der DAX verlor 1,37 Prozent, während auch andere europäische Indizes unter Druck standen. Unternehmensberichte von Rheinmetall und Henkel enttäuschten zusätzlich die Anleger.

Die geopolitischen Spannungen im Iran haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch erheblich beeinflusst. Die faktische Sperrung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Meeresengen für den weltweiten Ölhandel, führte zu einem Anstieg der Ölpreise und verunsicherte die Anleger. Der DAX, der am Vortag noch eine Erholung verzeichnet hatte, geriet erneut unter Druck und schloss mit einem Minus von 1,37 Prozent bei 23.640,03 Punkten.
Auch der MDAX verzeichnete Verluste und sank um 1,04 Prozent auf 29.414,84 Punkte. Europaweit und in den USA sah es nur geringfügig besser aus. Der EuroStoxx 50 fiel um 0,73 Prozent, während der Dow Jones Industrial in den USA ebenfalls nachgab. Lediglich der technologielastige NASDAQ 100 konnte sich etwas besser halten.
Der Energiemarkt bleibt ein entscheidender Faktor für die Konjunktur- und Inflationssorgen der Anleger. Die Ankündigung der Internationalen Energieagentur, 400 Millionen Barrel strategische Ölreserven freizugeben, brachte nur kurzzeitig Erleichterung. Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, sieht darin lediglich eine temporäre Lösung und rechnet erst in ein bis zwei Wochen mit einer stabilen Bodenbildung des DAX.
Unternehmensberichte sorgten zur Wochenmitte für zusätzliche Unsicherheit. Die Aktien von Rheinmetall und Henkel verloren nach enttäuschenden Quartalsberichten 8,0 bzw. 3,5 Prozent. Analysten kritisierten Schwächen im Schlussquartal 2025 und durchwachsene Ausblicke. Auch SAP-Aktien gaben nach, obwohl der US-Branchenkollege Oracle mit seinen KI-Investitionen punkten konnte.
Im MDAX stachen die Aktien von WACKER CHEMIE positiv hervor und gewannen 6,6 Prozent. Das Unternehmen konnte mit seinem Ziel für das operative Ergebnis 2026 überzeugen, das über den durchschnittlichen Analystenschätzungen liegt. Dagegen verloren die Aktien von Porsche und Lufthansa an Wert, wobei bei letzterer auch ein Streik der Piloten-Gewerkschaft für zusätzliche Belastung sorgte.
Ein besonders starker Kursrutsch war bei den Aktien von Gerresheimer zu beobachten, die am Morgen fast 18 Prozent verloren, sich bis Handelsschluss jedoch teilweise erholen konnten. Der Pharma-Verpackungshersteller wird seinen Geschäftsbericht für 2025 erst nach dem 31. März veröffentlichen können, was zu Spekulationen über eine mögliche Herausnahme aus dem SDAX führte.
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