CENTRAL SUSSEX COUNTY / LONDON (IT BOLTWISE) – Delaware hat Notfallvorschriften erlassen, um Chronic Wasting Disease (CWD) bei Hirschen einzudämmen. DNREC richtet dafür eine CWD-Management-Zone ein, die zentrale Teile von Sussex County umfasst, und begrenzt Maßnahmen, die Rehe zusammenbringen oder potenziell infizierte Tiere und Material verschieben. Für die Jagdsaison im November müssen innerhalb der Zone erlegte Tiere an zwei festen Stationen gemeldet und teils gesondert gehandhabt werden. Zusätzlich verbietet der Staat im gesamten Bundesgebiet natürliche urinbasierte „Buck Lures“ zur Hirschjagd und will die Testquote über selbst bedienbare Abgabestellen erhöhen.

Nachdem Chronic Wasting Disease (CWD) in Delaware in diesem Jahr erstmals bestätigt wurde, schaltet die Landesbehörde DNREC nun sehr kurzfristig auf Eindämmungsmodus um. Der zeitliche Druck kommt nicht überraschend: Die Jagdsaison steht laut Meldung weniger als einen Monat bevor, und DNREC sieht die Gefahr, dass sich CWD über Kontakt, gemeinsam genutzte Reviere und auch über Material ausbreiten kann. Deshalb hat die Department of Natural Resources and Environmental Control als schnelle Gegenmaßnahme Notfallregeln verabschiedet, die speziell das Gebiet betreffen, in dem die ersten Fälle im zentralen Teil von Sussex County festgestellt wurden.
Im Kern baut die Strategie auf zwei Säulen auf: gezieltes Monitoring und Verhaltensregeln für die Jagd. Bereits vor Inkrafttreten der Notfallverordnung war die CWD-Alarmkette ausgelöst worden, inklusive eines staatlichen Plans zur Beobachtung und Probennahme. Im Juli arbeitete DNREC dabei mit dem Wildlife-Services-Bereich des U.S. Department of Agriculture (APHIS) zusammen sowie mit lokalen Landbesitzern, um zusätzliche Hirsche zu sammeln und zu testen. Besonders aufschlussreich ist dabei die als „cluster sampling“ beschriebene Stichprobe: APHIS untersuchte 100 Rehe, die direkt an die beiden ursprünglichen Fundorte angrenzen, und fand dabei keine weiteren positiven Fälle. Diese negative Ergebnislage wird in der Meldung zugleich als Beruhigung gewertet – und als Anlass genommen, die Ausbreitung noch in einer frühen Phase konsequent zu begrenzen.
Technisch betrachtet zielt die neue Regelung vor allem darauf ab, Begegnungen zwischen Tieren zu reduzieren und damit Kontaktketten zu unterbrechen. DNREC begrenzt dafür Aktivitäten, die Rehe an einem Ort anlocken oder sie in größeren Gruppen zusammenführen. Konkret entsteht eine CWD-Management-Zone (CMZ), die die Wildlife-Management-Zones 14 und 16 einschließt; dazu zählen laut Mitteilung das Midlands Wildlife Area sowie der Trap Pond State Park in Lower Sussex County. Innerhalb dieser Zone wird die Nutzung von Ködern und Futter zum Anlocken von Hirschen untersagt. Solche Maßnahmen sind im Feld nicht nur symbolisch, weil sie typischerweise die Aufenthaltsdauer im gleichen Areal erhöhen und damit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Tiere denselben kontaminierten Bereich wiederholt aufsuchen.
Die Notfallregeln gehen außerdem über „weniger Anlocken“ hinaus, indem sie die Beweglichkeit von potenziell infizierten Tieren und infektionsrelevantem Material adressieren. Für Jäger gilt während der November-Jagd auf „shotgun“ (11.13. bis 11.22.) eine Check-in-Pflicht für erlegte Tiere aus der CMZ an zwei benannten Stellen: am Jones Crossroads Landfill der Delaware Solid Waste Authority nahe Georgetown und am Gumboro Service Center nahe dem Austragungsort der Whitetail Open. Damit wird nicht nur eine Dokumentationskette geschaffen, sondern auch sichergestellt, dass Proben und Weiterverarbeitung kontrolliert laufen. Zusätzlich formuliert DNREC Anforderungen, wie erlegte Hirsche aus der CMZ innerhalb des Bundesstaats weitertransportiert werden müssen, und untersagt die Rehabilitation sowie die Verlegung von „rescued“ Rehkälbern, die aus dem CMZ-Umfeld stammen.
Ein weiterer Baustein betrifft die Teststrategie während der Saison. DNREC plant, die CWD-Überwachung fortzusetzen und bewertet Testergebnisse gemeinsam mit staatlichen und bundesstaatlichen Wildtierexperten, um daraus die nächsten Schritte abzuleiten. Für Jäger, die ihre Tiere testen lassen möchten, sollen im Verlauf der Jagd selbst bedienbare Abgabestellen im gesamten Bundesstaat verfügbar sein; Details, die laut Meldung für Jäger kostenlos sind, sollen vor Saisonstart auf der DNREC-Webseite bereitgestellt werden. Parallel dazu kündigt die Behörde ein Addendum zum 2026 Delaware Hunting and Trapping Guide an, das vor Beginn der Jagdsaison verteilt wird – sowohl als gedruckte Ergänzung bei der Abholung als auch online auf der de.gov/cwd-Seite. Das ist operativ relevant, weil sich CWD-spezifische Hinweise so unmittelbar in den Alltag von Jägerinnen und Jägern integrieren lassen, statt nur als lose Online-Info zu existieren.
Auf Bundesebene wird CWD häufig mit einer lang anhaltenden Umweltpersistenz in Verbindung gebracht, und genau hier setzt die Meldung bei der Jagd mit „Buck Lures“ an. DNREC verhängt laut Mitteilung einen landesweiten Bann auf natürliche, urinbasierte „buck lures“ zur Hirschjagd. Begründet wird das über die Biologie der Erkrankung: CWD hängt mit abnorm fehlgefalteten Proteinen zusammen, den Prionen, die in Körperflüssigkeiten ausgeschieden werden. Diese können demnach entweder durch direkten Kontakt auf weitere Tiere übergehen oder indirekt beim Durchsuchen von Vegetation, die in CWD-kontaminiertem Boden gewachsen ist. Für die Praxis bedeutet das: Selbst wenn eine Management-Zone lokale Kontakte reduziert, können externe Lockstoffe über das ganze Bundesgebiet Verhaltensmuster und Kontaktchancen beeinflussen – daher die landesweite Komponente des Verbots.
Auch der rechtliche Zeitplan ist Teil der Planungssicherheit. Notfallregelungen gelten demnach zunächst für 120 Tage, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere 60 Tage. Damit hat DNREC ein enges Zeitfenster, um Daten aus der Saison und den Tests zu sammeln und die Lage so aufzubereiten, dass die Änderungen dauerhaft im normalen Verfahren verankert werden können. Für eine dauerhafte Umsetzung braucht es dabei laut Meldung den regulären Prozess einschließlich einer öffentlichen Kommentierungsphase. In der Praxis ist genau dieser Punkt für Wildtiermanagement entscheidend: Notfallmaßnahmen sind schnell, aber die Akzeptanz bei Jägern und Grundeigentümern entsteht oft erst dann, wenn Anforderungen im Dialog konkretisiert werden.
Für die betroffene Region und für die gesamte Jagd-Community bedeutet das Maßnahmenpaket insgesamt eine spürbare Verschiebung der täglichen Abläufe. Die CMZ schafft eine räumliche Logik, in der Köder- und Futterverbote sowie spezielle Check-in-Routinen gelten, während landesweite Regeln wie das Verbot urinbasierter Lockstoffe unabhängig vom Revier eingreifen. DNREC führt gleichzeitig den Weg hin zu einem dauerhaft belastbaren Regelwerk über die üblichen Verwaltungsstufen. Wer sich in Delaware bereits auf die Jagdsaison vorbereitet, bekommt damit eine klare Handlungsgrundlage: laufende Surveillance, kontrollierte Probenlogistik und verbindliche Kommunikation durch das CWD-Addendum. Die kommenden Ergebnisse aus den Tests werden darüber entscheiden, ob die Zone eng bleibt oder ob DNREC den Umfang der Maßnahmen neu kalibriert.
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