BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die deutsche Industrie erlebte im Januar einen unerwartet starken Rückgang der Aufträge, der Ökonomen schockierte. Mit einem Minus von 11,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat war der Einbruch deutlich stärker als die prognostizierten 4,5 Prozent. Experten führen dies auf Sondereffekte durch Großaufträge zurück, während das Bundeswirtschaftsministerium vor weiteren Risiken durch steigende Energiepreise und geopolitische Spannungen warnt.

Die deutsche Industrie hat das Jahr mit einem unerwartet starken Rückgang der Aufträge begonnen, was sowohl Analysten als auch Unternehmen überrascht hat. Laut dem Statistischen Bundesamt sanken die Aufträge im Januar um 11,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat, was den stärksten Einbruch seit zwei Jahren darstellt. Diese Entwicklung übertraf die pessimistischen Erwartungen der Ökonomen, die lediglich mit einem Rückgang von 4,5 Prozent gerechnet hatten.
Ein wesentlicher Faktor für diesen drastischen Rückgang sind die Großaufträge, die im Dezember in ungewöhnlich hoher Zahl vergeben wurden. Diese Sondereffekte führten zu einer Verzerrung der Zahlen, sodass der Januar schwächer ausfiel. Ohne die Berücksichtigung dieser Großaufträge zeigt sich ein stabileres Bild: Die Bestellungen lagen nur um 0,4 Prozent unter dem Niveau des Vormonats.
Besonders auffällig ist der Rückgang der Inlandsnachfrage, die um 16,2 Prozent einbrach. Auch die Auslandsnachfrage zeigte Schwächen, mit einem Rückgang von 7,1 Prozent. Innerhalb der Euro-Zone sanken die Bestellungen um 7,3 Prozent, während die Nachfrage aus dem Rest der Welt um 7,1 Prozent zurückging. Diese Zahlen verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen die deutsche Industrie derzeit steht.
Das Bundeswirtschaftsministerium warnt vor weiteren Risiken, die die Erholung der Industriekonjunktur gefährden könnten. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten und die gestiegenen Rohöl- und Gaspreise auf den Weltmärkten erhöhen das Risiko eines Rückschlags. Der Ölpreis hat infolge des Iran-Kriegs die Marke von 100 Dollar je Barrel überschritten, während sich der Gaspreis seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran verdoppelt hat.
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