BERLIN / MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Deutsche Telekom plant eine milliardenschwere Investition in eine KI-Fabrik in München. Gemeinsam mit NVIDIA soll ein hochmodernes Rechenzentrum entstehen, das die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Europa vorantreiben soll. Diese Initiative könnte den technologischen Standort Deutschland nachhaltig stärken und neue Maßstäbe in der industriellen KI setzen.

Die Deutsche Telekom hat angekündigt, über eine Milliarde Euro in den Aufbau einer KI-Fabrik in München zu investieren. Dieses ambitionierte Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Chipkonzern NVIDIA realisiert. Ziel ist es, ein hochmodernes Rechenzentrum zu schaffen, das die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Europa maßgeblich fördern soll. Der Telekom-Chef Timotheus Höttges betonte die Bedeutung von KI für die Zukunft der Industrie und den Standort Deutschland.
Derzeit werden nur fünf Prozent der weltweit genutzten KI-Hochleistungs-Chips in Europa eingesetzt, während der Großteil in den USA verwendet wird. Mit der neuen KI-Fabrik in München soll sich dies ändern. Die Daten der Münchner KI-Cloud werden vollständig in Deutschland verbleiben, und nur europäische Mitarbeiter werden mit diesen Daten arbeiten. Dies soll europäischen Unternehmen die Möglichkeit geben, KI-Technologien im großen Stil zu nutzen, ohne auf US-amerikanische Anbieter angewiesen zu sein.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger bezeichnete die Investition als einen großen Tag für Deutschland und Europa. Die KI-Fabrik soll nicht nur die modernsten Chips der Welt nutzen, sondern auch ein Signal für den technologischen Aufbruch in Deutschland sein. NVIDIA-Chef Jensen Huang erinnerte daran, dass das Konzept der Industrie 4.0 in Deutschland entwickelt wurde und dass KI nun eine neue Ära der industriellen Revolution einläuten könnte.
Die Deutsche Telekom ist bereits ein etablierter Anbieter von Cloud-Diensten und betreibt weltweit über 180 Rechenzentren. Mit der neuen KI-Fabrik in München soll die Telekom ihre Position im Bereich der Künstlichen Intelligenz weiter ausbauen. Das Unternehmen hofft, Teil eines großen Förderprogramms der Europäischen Union für sogenannte AI Gigafactories zu werden. Diese Gigafactories sollen mit mindestens 100.000 KI-Spezialchips ausgestattet sein, während die Anlage in München zunächst mit 10.000 GPUs betrieben wird.
Die Telekom richtet sich mit ihrer KI-Fabrik vor allem an industrielle Anwender. Zu den ersten Kunden gehört das deutsche Hightech-Unternehmen Agile Robots, das sich auf KI-gesteuerte Automatisierungslösungen spezialisiert hat. Zu den Kooperationspartnern zählen neben NVIDIA auch Europas größtes Softwarehaus SAP, die Deutsche Bank und der KI-Anbieter Perplexity. Diese Zusammenarbeit könnte den Weg für weitere Innovationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz ebnen und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen stärken.
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