BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die elektronische Patientenakte in Deutschland soll durch neue Maßnahmen der Gesundheitsministerin Nina Warken attraktiver und zugänglicher für Versicherte werden. Mit einer Digitalisierungsstrategie zielt die Regierung darauf ab, die Nutzung der ePA bis 2030 auf 20 Millionen Versicherte zu steigern. Neben der Vereinfachung des Zugangs sollen auch digitale Hilfen und KI-gestützte Dokumentationen eingeführt werden.

Die elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland steht vor einer umfassenden Neugestaltung, um ihre Attraktivität und Zugänglichkeit für die Versicherten zu erhöhen. Gesundheitsministerin Nina Warken hat eine Digitalisierungsstrategie vorgestellt, die darauf abzielt, die Nutzung der ePA bis 2030 auf 20 Millionen Versicherte zu steigern. Derzeit nutzen nur etwa 4 Millionen Menschen aktiv die ePA, obwohl sie für die meisten der 74 Millionen gesetzlich Versicherten bereits verfügbar ist.
Ein zentrales Element der Strategie ist die Senkung der Zugangshürden. Versicherte sollen sich künftig einfacher einloggen können, um ihre Gesundheitsdaten einzusehen. Zudem sind digitale Hilfen geplant, die bei der Medikamentenvergabe unterstützen und an Arzttermine erinnern. Diese Maßnahmen sollen die ePA nicht nur für chronisch Kranke, sondern für alle Versicherten nützlich machen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Entlastung des Gesundheitspersonals. KI-gestützte Dokumentationen sollen den Papierkram reduzieren und die Effizienz in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen steigern. Bis 2028 soll diese Technologie in über 70 Prozent der Einrichtungen aktiv genutzt werden. Dies könnte nicht nur die Arbeitsbelastung der Fachkräfte verringern, sondern auch die Qualität der Patientenversorgung verbessern.
Die Nutzung von Gesundheitsdaten für die Forschung wird ebenfalls gefördert. Das im letzten Jahr gegründete Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) soll bis Ende des Jahres 300 Forschungsvorhaben initiieren. Diese Daten könnten wertvolle Erkenntnisse für die medizinische Forschung liefern und zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden beitragen.
Um die Stabilität und Zuverlässigkeit des elektronischen Rezepts zu verbessern, erhält die Gematik, die das System betreibt, mehr Durchgriffsrechte. Ziel ist es, die Anzahl der Systemkomponenten zu reduzieren, um die Störanfälligkeit zu minimieren. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Ansatzes, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben und die Versorgung der Patienten zu optimieren.
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