BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Digitalisierung in Deutschland stagniert, und die neue EU-KI-Verordnung könnte den Fortschritt weiter bremsen. Unternehmen befürchten, dass die Bürokratie die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Die DIHK fordert eine praxisnahe Umsetzung, um Innovationen nicht zu behindern.

Die Digitalisierung in Deutschland steht vor einer entscheidenden Herausforderung: Die neue EU-KI-Verordnung droht, den digitalen Fortschritt in Unternehmen zu bremsen. Laut der DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026, die kürzlich in Berlin vorgestellt wurde, stagniert die digitale Dynamik auf einem soliden Niveau, ohne große Fortschritte zu machen. Die Unternehmen sind besorgt, dass die neuen bürokratischen Anforderungen die Wettbewerbsfähigkeit gefährden könnten.
Die Umfrage zeigt, dass der durchschnittliche Digitalisierungsgrad der befragten Unternehmen mit einer Bewertung von 2,8 auf dem Vorjahresniveau bleibt. Hauptmotiv für Investitionen bleibt die Effizienzsteigerung, angetrieben durch hohe Energiepreise und Fachkräftemangel. Doch die Unternehmen sehen in der Digitalisierung seltener einen Motor für völlig neue Geschäftsmodelle. Die größten Hemmnisse sind fehlende Zeit, hohe Kosten und die wachsende Komplexität der Technologien.
Die bevorstehende Umsetzung der EU-KI-Verordnung bereitet den Unternehmen massive Sorgen. Die DIHK fordert einen praxisnahen und konsistenten Rechtsrahmen, um Innovationen nicht zu behindern. Unklare Zuständigkeiten und widersprüchliche Auslegungen könnten die Entwicklung neuer Technologien erschweren. Bereits jetzt gelten rechtliche Unsicherheiten als eine der größten Hürden bei der Datennutzung.
Die Flut neuer Vorgaben aus Berlin und Brüssel, vom Lieferkettengesetz bis zum Green Deal, entwickelt sich zur ernsthaften Wachstumsbremse. Die DIHK fordert einen spürbaren Bürokratieabbau, um Ressourcen für Innovationen freizusetzen. Ein weiterer Schwachpunkt ist die digitale Souveränität, da die Mehrheit der Unternehmen von Technologien aus Nicht-EU-Ländern abhängig ist. Der Ausbau digitaler Kompetenzen und eine zuverlässige Netzinfrastruktur sind dringend erforderlich.
Mit der schrittweisen Anwendung der KI-Verordnung ab Februar 2025 und der vollständigen Geltung ab Mitte 2026 wächst der Handlungsdruck. Die deutsche Wirtschaft fordert einen Kulturwandel: mehr Vertrauen, weniger kleinteilige Vorgaben. Die Zukunft des Technologiestandorts Deutschland hängt maßgeblich davon ab, ob eine Balance zwischen notwendiger Regulierung und Innovationsfreiraum gelingt.
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