TRUJILLO / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein spanisches Startup hat eine bahnbrechende Drohnentechnologie entwickelt, die bis zu 90 % der Fehler in Solaranlagen frühzeitig erkennt und so das Risiko von Bränden erheblich reduziert. Diese Innovation könnte die Art und Weise, wie Photovoltaikanlagen gewartet werden, grundlegend verändern.

In der sonnenverwöhnten Region Extremadura hat das spanische Startup Solardrone mit seinem ARGOS-System eine neue Ära der Wartung von Photovoltaikanlagen eingeläutet. Diese autonome Drohnentechnologie ermöglicht es, schwer zugängliche Bereiche von Solaranlagen, insbesondere die Verkabelung hinter den Modulen, präzise zu inspizieren. Laut José Quesada, dem Gründer von Solardrone, kann das System bis zu 90 % der potenziellen Brandursachen in Solaranlagen frühzeitig erkennen.
Die Technologie kombiniert autonome Flugfähigkeiten mit hochauflösenden Wärmebild- und Teleobjektivkameras sowie KI-Systemen, die Tausende von Bildern analysieren, um thermische Anomalien zu identifizieren. Diese Anomalien sind für das menschliche Auge oft nicht sichtbar, können jedoch auf kritische Fehler hinweisen, die zu Bränden führen könnten. Die Drohnen navigieren mit millimetergenauer Präzision zwischen den Strukturen der Solaranlagen, um die Verkabelung hinter den Modulen zu erfassen und zu analysieren.
Brände in Solaranlagen sind ein ernstes Problem, das oft durch Installationsfehler oder Produktmängel verursacht wird. Diese Fehler können zu elektrischen Lichtbögen führen, die Temperaturen von bis zu 3.000°C erreichen und Materialien entzünden können. Moderne Wechselrichter sind zwar mit Lichtbogenerkennungsgeräten ausgestattet, diese greifen jedoch erst, wenn der Lichtbogen bereits entstanden ist. Solardrone setzt auf Prävention durch frühzeitige Erkennung von Überhitzungen.
Solardrone hat seine Technologie bereits in über 700 Installationen in Spanien, Portugal, den USA und Südamerika getestet und validiert. Mit über 10 Gigawatt inspizierter Leistung hat das Unternehmen bewiesen, dass seine Lösung weltweit anwendbar ist. Die Drohnen nutzen digitale Zwillinge, um millimetergenaue Flugrouten zu programmieren, die autonom ausgeführt werden. Die erfassten Bilder entsprechen den IEC-Standards und werden von KI analysiert, um alles von überhitzten Steckverbindern bis zu losen Schrauben zu erkennen.
Die Präsentation des ARGOS-Systems auf der Genera 2025, der wichtigsten Photovoltaik-Veranstaltung in Spanien, wird zeigen, dass die vollständige Automatisierung der Inspektion von Solaranlagen keine Zukunftsvision mehr ist, sondern bereits Realität. Spanien, mit seiner hohen Sonneneinstrahlung und einem der größten Photovoltaikmärkte Europas, könnte damit eine führende Rolle in der Entwicklung kritischer Technologien für erneuerbare Energien einnehmen.
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