WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Michael Saylor und sein Unternehmen MicroStrategy stehen im Fokus der Finanzwelt. Trotz der Unsicherheiten auf dem Kryptomarkt setzt Saylor weiterhin auf Bitcoin und hat kürzlich weitere 1300 Münzen erworben. Doch die Untersuchungen von MSCI könnten das Geschäftsmodell von MicroStrategy gefährden und einen massiven Ausverkauf auslösen.

Michael Saylor, der Gründer von MicroStrategy, hat erneut Bitcoin gekauft und damit die Aufmerksamkeit der Finanzwelt auf sich gezogen. Sein Unternehmen besitzt nun über 673.000 digitale Münzen, was eine riskante Strategie darstellt, die auf Schuldenaufnahme und der Hoffnung auf steigende Renditen basiert. Diese aggressive Vorgehensweise könnte jedoch bald auf eine harte Probe gestellt werden, da MSCI, ein führender Indexanbieter, die Geschäftsmodelle von Unternehmen wie MicroStrategy genau unter die Lupe nimmt.
Die Entscheidung von MSCI, MicroStrategy vorerst in bedeutenden Indizes wie dem MSCI World und MSCI USA zu belassen, hat für Erleichterung gesorgt. Die Aktie des Unternehmens stieg nachbörslich um sieben Prozent. Doch diese Gnadenfrist könnte trügerisch sein, da MSCI weitere Untersuchungen angekündigt hat. Ein Ausschluss aus den Indizes könnte katastrophale Folgen haben, da passive Fonds gezwungen wären, ihre Bestände zu liquidieren, was einen massiven Ausverkauf zur Folge hätte.
Analysten von JPMorgan haben berechnet, dass ein Ausschluss aus den MSCI-Indizes Abflüsse von 2,8 Milliarden Dollar verursachen könnte, was etwa 6,2 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung entspricht. Sollte auch der Nasdaq 100 oder die Russell-Indizes nachziehen, könnten die Zwangsverkäufe bis zu 8,8 Milliarden Dollar erreichen. Dies wäre ein verheerender Schlag für den Aktienkurs von MicroStrategy.
Abseits der Exklusions-Debatte hat MSCI bereits entschieden, dass zukünftige Kapitalerhöhungen von MicroStrategy nicht mehr automatisch in den Indizes abgebildet werden. Dies bedeutet, dass das Unternehmen sich nun am freien Markt finanzieren muss, ohne die garantierte Nachfrage durch indexnahe Fonds. Dies erschwert die Expansionspläne von Michael Saylor erheblich.
Das Vertrauen des Marktes in MicroStrategy hat bereits gelitten. Während Investoren früher das Dreifache des Bitcoin-Bestandes für die Aktie zahlten, ist dieser Aufschlag nun verschwunden. Die Aktie wird derzeit fast exakt mit dem Wert ihrer Bitcoin-Bestände bewertet, was Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells aufwirft. Analysten bleiben dennoch optimistisch und sehen ein Kursziel von 462 Dollar, was jedoch nur bei einem signifikanten Anstieg des Bitcoin-Preises realistisch erscheint.
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