LONDON (IT BOLTWISE) – EA Sports FC 27 wagt mit „The Grounds“ einen Schritt Richtung Open World, in der bis zu 100 Spieler gleichzeitig auf einer gemeinsamen Map unterwegs sein sollen. Im Test stehen dabei besonders die spürbaren Änderungen beim Verteidigen im Mittelpunkt: Mitspieler rennen weniger automatisch an, wodurch man stärker selbst eingreifen muss. Dazu kommen Anpassungen an Ballkontrolle, Zufallselementen bei der Physik und ein verbessertes Eckballsystem mit neuen Vorgaben für Laufwege im Strafraum. Abgerundet wird das Paket durch Überarbeitungen im Karrieremodus sowie neue UI- und Ökonomie-Features in Ultimate Team.

EA Sports FC 27 stellt seine auffälligste Neuerung nicht als kosmetische Feinschrauberei in Aussicht, sondern als neue Art, das Spiel zu erleben: „The Grounds“ soll das Eintauchen in eine offene Spielumgebung erleichtern. Statt auf eine klar umrissene Instanz setzt EA Sports auf drei Bezirke – Montclair, Zeiza und Parkside – die jeweils von unterschiedlichen Fußballkulturen inspiriert sein sollen. Im Test wird deutlich, dass EA dabei vor allem die freie Bewegung und das gemeinsame Erkunden in den Vordergrund rückt: Der Avatar treibt durch die Stadtbereiche, trifft immer wieder auf länderspezifische Mentoren wie Kylian Mbappe, Paulo Dybala und Chloe Kelly und bekommt in dieser spielerischen Zwischenwelt Impulse, die eher wie „kleine Leitplanken“ als wie ein durchgängiges Tutorial wirken.
Technisch und spielerisch hängt daran allerdings mehr als nur die Optik der Welt: EA Sports FC 27 öffnet „The Grounds“ auch für mehr gleichzeitige Interaktionen. Laut Angaben zum getesteten Funktionsumfang können bis zu 100 Spieler gleichzeitig auf einer Map unterwegs sein und Online-Modi beitreten – von 1-gegen-1 und 3-gegen-3 bis hin zu kleineren Party-Formaten wie Boccia, Basketball oder Geschwindigkeitsrennen. Der Testzustand war dabei allerdings limitiert, weil in der Vorab-Version nicht alle Spieler Zugriff hatten. Genau deshalb konnten nicht alle Minispiele in voller Breite geprüft werden; mit dem offiziellen Release soll sich das ändern. Für Spieler bedeutet das: Die Open-World-Phase ist nicht nur Kulisse, sondern ein Hub, an dem Warteschlangen und Übergänge zwischen Wettkampf und Nebenmodus leichter „fließen“ sollen.
Im eigentlichen Spielgefühl priorisiert EA Sports FC 27 laut Test vor allem die manuelle Defensive. Statt dass KI-Mitspieler aggressiv auf Gegenspieler zustürmen, reagieren sie abwartender und warten häufiger darauf, dass der kontrollierte Spieler die Spielsituation aktiv verteidigt. Das verändert das Timing von Ballgewinnen und Abfangen spürbar: Man muss die Kontrolle übernehmen, nicht nur „mitlaufen“, und bekommt dadurch das Gefühl, dass die Verteidigungsleistung stärker aus der eigenen Aktion entsteht. Gerade bei dynamischen Laufduellen kann das zu weniger „zufälligen“ Ballgewinnen führen, weil der Ballzugriff weniger durch KI-Hilfe ersetzt wird. Gleichzeitig nennt der Test neue gebogene Laufwege der Mitspieler und mehr Möglichkeiten beim Hinterlaufen, wodurch das Offensiv- und Kombinationsspiel variabler wirken kann.
Auch die Ballkontrolle und Standardsituationen werden im Test als Weiterentwicklung beschrieben, bei der sich realistisch wirkende Mechaniken stärker bemerkbar machen. Die Ballführung soll enger ausfallen als im vorherigen Teil, was insbesondere bei Spielern mit ausgeprägten Dribbling-Fähigkeiten zusätzliche Freiräume für Passkombinationen und Kontrolle erzeugen kann. Dazu kommt ein Element, das als „Zufall“ beschrieben wird: Bälle verspringen zeitweise, kommen aber auch regelmäßig wieder zu einem zurück – weil Gegner den Ball in der jeweiligen Situation ebenfalls nicht zuverlässig kontrollieren können. An Torhüter ist das Prinzip ebenfalls gekoppelt; selbst scheinbar sicher gehaltene Bälle können abprallen oder durchrutschen, solange das nicht zu häufig geschieht. Bei Eckbällen setzt EA Sports ebenfalls an: Nach der Zielauswahl kann man Laufwege im Strafraum vorgeben, um Spieler in Position zu bringen. Der Test lobt hier vor allem das neu entstehende Gefühl, dass Eckbälle wieder Spaß machen können – allerdings noch mit Luft nach oben, bis eine stabile Erfolgsquote erreicht wird.
Parallel zur Spielmechanik zeigt der Test auch, wo EA Sports FC 27 seine langfristige Bindung aufbaut. Der Karrieremodus erhält neue Interaktionsformen: Statt der dreidimensional animierten Verhandlungen zwischen Vereinschefs, die sich dem Test zufolge zu ähnlich anfühlten, setzt EA Sports auf virtuelle Telefongespräche und damit auf mehr Varianten bei Transferverhandlungen. Zusätzlich sollen Weiterverkaufsbeteiligungen, Kaufoptionen und Rückkaufklauseln integriert sein, während die Marktwerte stärker vom Interesse anderer Vereine beeinflusst werden. Entscheidend ist dabei der Effekt auf das „Manager-Gefühl“: Überboten werden, Spielerwechselwünsche verlieren oder Entscheidungen gegen einen selbst erleben zu können, macht den Transfermarkt dynamischer. Auch das Stärkesystem der Spieler ist auf dynamische Werte umgestellt, die je nach Form, Moral, Talent und weiteren Parametern variieren; jüngere Spieler entwickeln sich dabei schneller, und wer dauerhaft auf der Bank sitzt, soll entsprechend keine Weltkarriere auslösen. Das alles zielt darauf, dass Entscheidungen im Management spürbar in Spielresultate hineinwirken.
Den größten Teil der Community-Debatte rund um die Reihe adressiert der Test schließlich nicht durch neue Versprechen, sondern durch klare Einordnung: Pay-to-win bleibt als zentrales Muster erhalten, wenn man den Avatar über den „normalen Grad“ hinaus verbessern und optisch aufwerten möchte. Gleichzeitig gibt es in Ultimate Team neue Struktur: Erstmals soll es eine Galerie geben, in der sich alle Karten einsortieren lassen, die man jemals besessen hat. Dazu wird im Test berichtet, dass man mehr Coins pro Spiel und Wettbewerb verdient als in den vergangenen Jahren. Das vermittelt zumindest den Eindruck, weniger stark „zahlen zu müssen“, um im Rennen um starke Teams und seltene Karten mitzuhalten – ob das langfristig tatsächlich aufgeht, soll die Zeit zeigen. Das Gesamtfazit fällt dann entsprechend zweigeteilt aus: Die Open World („The Grounds“) und die Anpassungen bei Verteidigen, Eckbällen sowie Ballkontrolle werden als sinnvoll beschrieben, während der „authentische Modus“ im Test als hektischer empfunden wird als im Vorjahr. Wer die Reihe kennt und den Schwerpunkt auf Gameplay-Feintuning und Karrieretiefe legt, bekommt mit EA Sports FC 27 damit einen Titel, der weniger Bruch als gezielte Korrektur im Kern anstrebt.
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