LONDON (IT BOLTWISE) – Viele Unternehmen scheitern nicht an mangelnder Sichtbarkeit in der IT-Sicherheit, sondern daran, dass sie die vorhandene Sichtbarkeit nicht effektiv nutzen. Ein SIEM-System kann helfen, aber nur, wenn es richtig eingesetzt wird. Der Schlüssel liegt im proaktiven Threat Hunting, das über das bloße Reagieren auf Alarme hinausgeht.

In der heutigen digitalen Landschaft ist die Implementierung eines Security Information and Event Management (SIEM) Systems für viele Unternehmen ein entscheidender Schritt zur Verbesserung ihrer Sicherheitsinfrastruktur. Doch oft bleibt das Potenzial dieser Systeme ungenutzt, da die Organisationen nicht wissen, wie sie die gewonnenen Einblicke effektiv nutzen können. Ein SIEM-System wird häufig mit der Hoffnung eingeführt, dass es durch die zentrale Sammlung und Analyse von Log-Daten die Sicherheitslage verbessert. Doch die Realität zeigt, dass die Flut an Alarmen die Security Operations Center (SOC) schnell überfordert und wichtige Bedrohungen übersehen werden.
Der wahre Wert eines SIEM-Systems liegt nicht nur in der Erfüllung von Compliance-Anforderungen oder der Generierung von Berichten für Auditoren. Vielmehr sollte es als Plattform für proaktives Threat Hunting genutzt werden. Anstatt sich ausschließlich auf vorgefertigte Erkennungsregeln zu verlassen, die oft zu generisch sind, sollten Unternehmen Hypothesen über mögliche Angriffsvektoren entwickeln und diese mit den gesammelten Daten überprüfen. Dies erfordert ein tiefes Verständnis der eigenen Geschäftsprozesse und der spezifischen Bedrohungslandschaft.
Ein häufiges Problem ist, dass viele Organisationen ihre SIEM-Systeme als reine Compliance-Tools betrachten. Dies führt dazu, dass die Systeme nicht optimal genutzt werden und die Sicherheitsanalysten mehr Zeit mit der Verwaltung von Alarmen als mit der aktiven Bedrohungssuche verbringen. Um dies zu ändern, sollten Unternehmen ihre SIEM-Strategie überdenken und sich auf die Priorisierung von Bedrohungsszenarien konzentrieren, die für ihr Geschäft besonders schädlich sein könnten, wie etwa Ransomware-Angriffe oder der Missbrauch von Zugangsdaten.
Für ein effektives Threat Hunting benötigen SIEM-Systeme eine umfassende Sichtbarkeit über alle relevanten Datenquellen hinweg. Dies umfasst nicht nur Log-Daten, sondern auch Telemetriedaten von Endpunkten, Netzwerkflüsse und Benutzerverhalten. Die Fähigkeit, schnell und flexibel auf historische Daten zuzugreifen und diese zu analysieren, ist entscheidend, um verdächtige Aktivitäten zu erkennen, die in Echtzeit möglicherweise unbemerkt bleiben. Die Zukunft von SIEM liegt in der Transformation von reiner Sichtbarkeit hin zu einem tiefen Verständnis der Angreiferverhalten in der gesamten IT-Umgebung.
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