CHICAGO / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Entdeckung in der Astronomie sorgt für Aufsehen: Ein Exoplanet in Form einer Zitrone, der um einen Pulsar kreist, stellt bisherige Theorien über die Planetenentstehung in Frage. Forscher sind fasziniert von der ungewöhnlichen Zusammensetzung und der Nähe zu seinem Stern, was neue Einblicke in die Dynamik solcher Systeme verspricht.

In der Welt der Astronomie sorgt eine neue Entdeckung für Aufsehen: Ein Exoplanet, der die Form einer Zitrone hat, stellt bisherige Theorien über die Planetenentstehung in Frage. Dieser Exoplanet, bekannt als PSR J2322-2650b, wurde mit Hilfe des James Webb Teleskops der NASA entdeckt. Seine Eigenschaften unterscheiden sich stark von allen bisher bekannten Exoplaneten, die einen Hauptreihenstern umkreisen. Laut einer Studie, die in den Astrophysical Journal Letters veröffentlicht wurde, verwischt PSR J2322-2650b die Grenze zwischen Planeten und Sternen, was seine Entstehung zu einem Rätsel macht.
Der Exoplanet hat etwa die Masse des Jupiters und umkreist einen Pulsar, einen schnell rotierenden Neutronenstern. Pulsare senden elektromagnetische Strahlung in regelmäßigen Abständen aus, die nur sichtbar ist, wenn sie direkt auf die Erde gerichtet ist, ähnlich wie die Strahlen eines Leuchtturms. Diese hochdichten Überreste toter Sterne entstehen nach einer Supernova-Explosion. Die Entdeckung dieses Exoplaneten wirft neue Fragen über die Dynamik solcher Systeme auf.
Besonders faszinierend ist die Atmosphäre des Planeten, die laut Michael Zhang, einem Postdoktoranden an der Universität Chicago, noch nie zuvor beobachtet wurde. Anstelle der üblichen Moleküle wie Wasser, Methan und Kohlendioxid fanden die Forscher molekularen Kohlenstoff, insbesondere C3 und C2. Die Atmosphäre von PSR J2322-2650b wird von Helium und Kohlenstoff dominiert und enthält wahrscheinlich Kohlenstoffrußwolken, die sich zu Diamanten verdichten und auf den Planeten regnen.
Die ungewöhnliche Nähe des Planeten zu seinem Stern, nur eine Million Meilen entfernt, führt dazu, dass die Schwerkraft des Pulsars den Planeten in eine Zitronenform zieht. Diese Nähe und die ungewöhnliche Zusammensetzung des Planeten werfen Fragen über seine Entstehung auf. Einige Theorien besagen, dass der Planet die freigelegten Überreste eines ehemaligen Sterns sein könnte. Doch das erklärt nicht das Fehlen von Sauerstoff und Stickstoff. Diese Entdeckung könnte uns die letzten Momente eines sogenannten ‘Schwarze Witwe’-Systems zeigen, in dem der Pulsar seinen Begleiter mit Strahlungsstrahlen erodiert und verschlingt.
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