BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Nach der Insolvenz des Berliner Versicherers Element können Kunden offener Schadenforderungen offenbar auch in diesem Jahr nicht mehr mit Auszahlungen rechnen. Der Insolvenzverwalter lässt laut Mitteilung sämtliche Ansprüche erst prüfen, selbst wenn sie bereits als unbestritten gelten. Viele Betroffene hatten ihre Police nicht direkt Element zugeordnet, weil der Anbieter vor allem als White-Label-Lösung im Hintergrund arbeitete. Parallel wird in der Politik über einen speziellen Sicherungsfonds für Sachversicherer diskutiert, um künftige Lücken zu schließen.

Die Element-Insolvenz trifft im Kern keine einzelne Schadensklasse, sondern vor allem das Zeitgefühl der Versicherten: Wer einen Schaden bei Element gemeldet hat, muss voraussichtlich länger warten als bei einer üblichen Regulierung. Laut Mitteilung des Insolvenzverwalters Friedemann Schade ist für die Begleichung offener Forderungen im laufenden Jahr nicht mehr mit Auszahlungen zu rechnen, weil die Ansprüche zunächst vollständig geprüft werden müssen. Selbst Forderungen, die zuvor als unbestritten gelten, werden demnach in den Prüfprozess eingebunden. Genau diese Kombination aus Verfahrenslogik und Erwartungsmanagement erklärt, warum die Betroffenenzahl in der öffentlichen Wahrnehmung oft größer wirkt, als man es aus einzelnen Schadenmeldungen herauslesen würde.
Technisch und organisatorisch steht dahinter weniger ein „Zahlungsstopp“ im engeren Sinne, sondern der Aufwand, den ein Insolvenzverfahren für jede einzelne Forderung erzeugt. Schade beschreibt, dass erst nach der Überprüfung feststellbar sei, wie viel Geld einzelne Kunden erhalten können. Das ist entscheidend, weil das Ergebnis nicht zwingend eine vollständige Erstattung ist, sondern sich am Umfang der Masse und an der Gliederung der Forderungen orientieren kann. Um den Prozess zu beschleunigen, beauftragte der Insolvenzverwalter zudem einen externen Schadensdienstleister mit der Bearbeitung der Schäden. Allerdings bleibt der Zeitplan eng: Der Auftrag soll offenbar die Geschwindigkeit der Bearbeitung erhöhen, kann aber die grundsätzliche Notwendigkeit einer vollständigen Prüfung nicht ersetzen.
Die Verunsicherung der Kunden entsteht zusätzlich durch das Geschäftsmodell, das Element lange geprägt hat. Der Berliner Versicherer trat vor allem als sogenannter White-Label-Anbieter auf, agierte also meist im Hintergrund in Zusammenarbeit mit anderen Vermittlern und Versicherern. Für viele Versicherte wirkte die Police damit wie ein Produkt, das sie direkt bei einem bekannten Vertragspartner abgeschlossen haben, während Element unter der Oberfläche die Versicherungsfunktion übernahm. In der Folge konnten rund 320.000 Versicherte offenbar lange nicht wissen, dass hinter ihren Policen Element steckte. Diese indirekte Verknüpfung macht die Situation besonders schmerzhaft: Sie betrifft nicht nur das Geld, sondern auch die Frage, an wen man sich im Ernstfall eigentlich wenden soll.
Auslöser der Krise war laut Berichtslage zudem das Aussteigen eines wichtigen Rückversicherungspartners, der zuvor als Hannover Rück bezeichnet wird. Sobald eine Rückversicherung abspringt, kippt das Risikogleichgewicht eines Versicherers häufig schneller als im Tagesgeschäft der Branche erwartet. Rückversicherer übernehmen einen großen Teil der Schwankungsrisiken, und ohne diese Absicherung wird es für einen Anbieter schwer, neue Verpflichtungen sauber zu kalkulieren und gleichzeitig bestehende Verpflichtungen vertrauenswürdig zu bedienen. Damit rückt ein ansonsten abstraktes Risiko in den Vordergrund: Nicht „der Schaden“ allein macht die Zahlungsfähigkeit zum Problem, sondern die Finanzierung der Risikopositionen über die Rückversicherung und die damit verbundene Liquiditäts- und Solvenzplanung.
Während die Forderungsprüfung bei den Betroffenen aktuell die größte praktische Hürde bleibt, verlagert sich die politische Debatte auf die strukturelle Absicherung. Als Konsequenz auf die Element-Pleite plant die Bundesregierung die Einrichtung eines speziellen Sicherungsfonds. Für Lebensversicherungen existiert mit Protektor bereits ein solches Sicherungssystem; für Krankenversicherungen wird mit Medicator ebenfalls eine Schutzstruktur genannt. Neu wäre demnach ein Sicherheitsnetz speziell für Sachversicherer, also für Anbieter von Hausrat-, Gebäude-, Kfz-, Rechtsschutz- oder Haftpflichtpolicen. Genau hier liegt die Lücke, die viele Versicherte als „fehlende letzte Instanz“ wahrnehmen, wenn im Schadensfall nicht automatisch eine vergleichbare Stabilitätsarchitektur greift.
Gleichzeitig zeigt die Diskussion, dass ein Fonds nicht nur ein politisches Versprechen ist, sondern auch die Kalkulation der Branche beeinflusst. Verbraucherschützer begrüßen die Einführung eines Sicherungsfonds als großen Fortschritt, während aus dem Lager der Versicherungswirtschaft Zweifel geäußert werden, insbesondere mit Blick auf mögliche Folgen für Beiträge. Der praktische Streitpunkt ist absehbar: Ein Sicherungsmechanismus muss finanziert werden, und Finanzierung schlägt sich bei Versicherern in Preisen oder Konditionen nieder. Für Unternehmen bedeutet das wiederum: Jede Reform, die Zahlungsrisiken sozialisiert, verändert die Risikokosten entlang der Wertschöpfung – vom Underwriting bis zur Vertriebskomponente.
Für betroffene Kunden bleibt damit in erster Linie das Verfahren selbst handlungsleitend. Entscheidend ist, dass die Forderungsprüfung nicht nur „abgearbeitet“, sondern systematisch durchgeführt wird: erst nach Abschluss wird klar, welche Quote erreichbar ist. Wer mit offenen Ansprüchen betroffen ist, sollte deshalb die Kommunikation des Insolvenzverwalters verfolgen und gleichzeitig die eigene Dokumentation so vollständig wie möglich halten, weil Entscheidungen im Verfahren typischerweise auf Nachweisen basieren. Auf der anderen Seite sorgt die Debatte um einen Sachversicherungs-Sicherungsfonds dafür, dass die Branche ihre Architektur künftig stärker an Ausfallszenarien ausrichten dürfte. Ob das Vertrauen der Kunden dadurch rasch zurückkommt, hängt jedoch weniger vom politischen Entwurf als vom Tempo der konkreten Auszahlungsergebnisse ab.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Element-Insolvenz: Tausende Versicherte warten weiter auf Schaden-Zahlungen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Element-Insolvenz: Tausende Versicherte warten weiter auf Schaden-Zahlungen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Element-Insolvenz: Tausende Versicherte warten weiter auf Schaden-Zahlungen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!