LONDON (IT BOLTWISE) – Die Erforschung der Ernährung im Weltraum ist entscheidend für zukünftige Langzeitmissionen zu Mond und Mars. Auf der Internationalen Raumstation (ISS) werden Experimente durchgeführt, um zu verstehen, wie Pflanzen und Algen in der Schwerelosigkeit gedeihen können. Diese Forschung könnte die Grundlage für nachhaltige Ernährungssysteme im All legen.

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle in der Raumfahrt, insbesondere bei Langzeitmissionen zu fernen Welten wie dem Mond oder Mars. Um die Versorgung der Astronauten sicherzustellen, untersucht die NASA gemeinsam mit Partnern, wie sich die Bedingungen im All auf ernährungsrelevante Organismen auswirken. Auf der Internationalen Raumstation (ISS) werden Experimente durchgeführt, um zu verstehen, wie Pflanzen und Algen in der Schwerelosigkeit gedeihen können.
Ein Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Untersuchung von Pflanzen, die in ihren Wurzeln Bakterien beherbergen, die Stickstoff aus der Luft in für das Pflanzenwachstum nutzbare Nahrung umwandeln können. Das Veg-06-Experiment der NASA untersucht Alfalfa, um herauszufinden, wie diese Pflanze im Weltraum mit den Bakterien interagiert. Zudem wird erforscht, wie sich reduziertes Lignin, das normalerweise die Zellwände stärkt, auf das Wachstum in der Mikrogravitation auswirkt.
Ein weiteres vielversprechendes Nahrungsmittel für die Raumfahrt ist Spirulina, eine Algenart, die reich an Proteinen, B-Vitaminen und Antioxidantien ist. Spirulina hat den zusätzlichen Vorteil, Kohlendioxid in Sauerstoff umzuwandeln, was die Luftversorgung der Crew unterstützt. Ein Experiment der japanischen Raumfahrtagentur JAXA testet eine Methode, Spirulina auf einer dünnen Folie statt in Wassertanks zu züchten, um Wasser zu sparen und die Sauerstoffproduktion zu optimieren.
Die europäische Weltraumorganisation ESA untersucht im Rahmen der Seed Vigour-Studie, wie sich Weltraumbedingungen auf das Wachstum von Pflanzensamen auswirken. Diese Forschung baut auf einer früheren Studie auf, bei der Rucolasamen sechs Monate im All verbrachten. Nach ihrer Rückkehr zur Erde wurden die Samen an Schulen verteilt, um das Wachstum zu beobachten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Samen länger zum Keimen brauchten, aber ihre Überlebensfähigkeit nicht beeinträchtigt war.
Das Tomatosphere 9-Projekt der kanadischen Raumfahrtagentur CSA ermöglicht es Schülern, die Auswirkungen der Mikrogravitation auf Tomatensamen zu untersuchen. Nach ihrer Rückkehr zur Erde werden die Samen an Schulen in den USA und Kanada verteilt, um sie in einem Blindversuch mit Bodenkontrollen zu vergleichen. Diese Studien vertiefen das Verständnis der Ernährung im All und helfen, nachhaltige Nahrungsquellen für zukünftige Missionen zu entwickeln.
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