REDMOND / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine bedeutende Sicherheitslücke in Microsofts KI-Agent Copilot wurde entdeckt. Die als EchoLeak bezeichnete Schwachstelle ermöglicht es Angreifern, sensible Daten allein durch das Versenden einer E-Mail zu stehlen. Diese Entdeckung markiert einen Wendepunkt in der KI-Sicherheit.

In einer bahnbrechenden Entdeckung haben Cybersicherheitsforscher eine erhebliche Sicherheitslücke in Microsofts KI-Agenten Copilot aufgedeckt. Diese Schwachstelle, bekannt als EchoLeak, ermöglicht es Angreifern, sensible Daten aus der Umgebung eines Nutzers zu stehlen, indem sie lediglich eine E-Mail senden. Bemerkenswert ist, dass keine Klicks oder Downloads seitens des Nutzers erforderlich sind, um den Angriff auszulösen.
Microsoft 365 Copilot ist in Office-Anwendungen wie Word, Excel, Outlook und Teams integriert und nutzt KI, um Inhalte zu generieren, Daten zu analysieren und Fragen zu beantworten. Dabei greift es auf interne Dokumente, E-Mails und Chats zurück. EchoLeak zielte darauf ab, wie dieser Assistent Informationen aus E-Mails und Dokumenten verarbeitet, wenn er Benutzeranfragen beantwortet.
Der Angriff funktioniert folgendermaßen: Ein Angreifer sendet eine geschäftlich wirkende E-Mail an das Ziel. Diese E-Mail enthält einen speziellen versteckten Prompt, der den KI-Assistenten verwirren soll. Wenn der Nutzer später eine verwandte Frage an Copilot stellt, ruft das System die frühere E-Mail ab und aktiviert den versteckten Prompt, der die KI anweist, interne Daten zu extrahieren und in einem Link oder Bild zu platzieren. Diese Daten werden dann unbemerkt an den Server des Angreifers gesendet.
Microsoft hat die Schwachstelle als kritisch eingestuft und im Mai einen serverseitigen Fix veröffentlicht. Das Unternehmen versicherte, dass keine Kunden betroffen waren und es keine Hinweise auf reale Angriffe gibt. Dennoch zeigt diese Entdeckung, dass die zunehmende Komplexität und tiefere Integration von KI-Anwendungen in Unternehmensabläufe traditionelle Verteidigungsmechanismen überfordern könnte.
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