LONDON (IT BOLTWISE) – Ex-Ethereum-Foundation-Forscher Dankrad Feist fordert den Ersatz der bisherigen Stiftung durch eine neue Organisation. Sie soll mindestens 1 Milliarde ETH- bzw. ETH-nahe Mittel erhalten, hauptsächlich aus Staking-Einnahmen, und zugleich an eine klar ökonomische Zielausrichtung gekoppelt sein. Der Vorschlag kommt in einer Phase anhaltender Unruhe im Ökosystem, nachdem mehrere Führungskräfte resignierten und sich die Kritik an der langfristigen Strategie verdichtet hat. Für Unternehmen und Entwickler ist vor allem relevant, wie stark Governance und Anreizsysteme künftig Preis- und Skalierungsziele beeinflussen könnten.

Wenn sich die Governance in einem Tech-Ökosystem verschiebt, wirkt das oft stärker auf die „Straße“ als auf die Codebasis. Genau in diesem Spannungsfeld steht Ethereum aktuell: Dankrad Feist, bis vor Kurzem ein prominenter Forscher der Ethereum Foundation, schlägt vor, die Organisation durch eine neue Einheit zu ersetzen, die das Netzwerk „wirtschaftlich ausrichten“ soll. Die Kritik richtet sich dabei nicht gegen die technische Forschung an sich, sondern gegen den fehlenden Flow aus Staking- und Gebühreneinnahmen in eine Instanz, die in der Praxis Verantwortung für den Wertbeitrag von ETH übernehmen müsste.
Feist argumentiert, dass eine neue Organisation mindestens rund 1 Milliarde US-Dollar in ETH-relevanten Mitteln benötigen würde – ergänzt um Staking Fees. Der Kernpunkt ist die Transparenz und Zweckbindung: Laut Feist hält die Ethereum Foundation weniger als 0,1 % aller ETH, und es gebe keine verlässliche Zuführung von Staking- oder Fee-Einnahmen an die Stiftung. Damit, so seine Logik, fehle ein enger Anreizabgleich zwischen denjenigen, die institutionell Entscheidungen treffen, und den wirtschaftlichen Interessen des Netzwerks. In früheren Governance-Ansätzen bei großen Protokollen war genau dieses „Alignment-Problem“ wiederholt der Zündstoff für interne Konflikte.
Technisch betrachtet ist die Forderung nur auf den ersten Blick „politisch“. Staking und Gebühren sind keine abstrakten Begriffe, sondern bilden einen dauerhaften Einnahmestrom, der über Validator-Betrieb, Netzwerkzustand und Nachfrage nach Blockspace entsteht. In PoS-basierten Systemen wird so ein Teil der Wertschöpfung laufend reintegriert, während die Governance-Organisationen häufig einen anderen Zeithorizont und andere Zielgrößen haben. Vergleichbar war das etwa in der Vergangenheit bei Überlegungen zu treuhänderischer Mittelverwaltung in anderen Krypto-Ökosystemen: Während Entwickler auf Protokollstabilität und Upgrades fokussieren, verlangen Investor:innen und Marktteilnehmer häufig messbare Anreizmechaniken. Feists Ansatz würde diesen „Feedback-Loop“ organisatorisch schließen.
Marktseitig kommt der Vorstoß in einer Phase, in der Ethereum für viele Nutzer weiterhin die Plattform für DeFi, Tokenisierung und zunehmend auch institutionellere Use-Cases bleibt, aber in Preisfragen zuletzt stark unter Druck geriet. In den Jahren nach dem großen Hype-Abschnitt gelang es ETH nicht in dem Maße, neue Hochs zu etablieren; zuletzt bewegte sich der Kurs zeitweise deutlich unter früheren Marken. Gleichzeitig wird das Ökosystem von Konkurrenzdruck umkämpft: Andere Smart-Contract-Plattformen wie Solana oder L2-Ökosysteme mit rollup-orientierter Skalierung werben offensiv mit niedrigeren Gebühren und schnellerer Durchsatzfähigkeit. Ein Governance-Modell, das explizit auf Preis- und Nachfragehebel schaut, könnte zwar Erwartungen bedienen, erhöht aber auch den Druck, Marketing und Liquiditätsdynamik stärker mitzudenken.
Branchenbeobachter sehen in der Kritik an der Stiftung zudem einen klassischen Zielkonflikt zwischen „lange Forschung“ und „kurzfristige Marktkommunikation“. In einem früheren Schritt hatte Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin selbst eingestanden, dass große Änderungen nötig seien – doch die jüngst veröffentlichte Mandatsrichtung wurde von Teilen der Community als zu wenig aufwertend für ETH-Ökonomie wahrgenommen. Wie Branchenexperten berichten, verschärft sich dieser Konflikt gerade dann, wenn mehrere Führungspersonen resignieren und die Frage entsteht, ob die Organisation genügend Geschwindigkeit und Umsetzungsfokus besitzt. Feists Formulierung, eine neue Leitung müsse „kompetent“ sein und „willens sein zu kämpfen“, liest sich dabei wie ein Signal gegen passives Management hin zu aktiver Interessenvertretung.
Für die Zukunft ist entscheidend, wie eine neue Organisation praktisch organisiert sein müsste, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Ein Board, das ausdrücklich darauf „will ETH nach oben“ gerichtet ist, könnte kurzfristig kommunikative Klarheit schaffen, birgt jedoch auch das Risiko, dass strategische Entscheidungen zu stark am Marktpreis ausgerichtet werden. Historisch gab es bei dezentralen Netzwerken immer wieder Momente, in denen die Governance zu eng an externe Preiszyklen gekoppelt wurde und dadurch langfristige Entwicklungsziele zu kurz kamen. Aus Unternehmenssicht wäre daher besonders interessant, wie der Finanzfluss aus Staking Fees rechtlich und operativ abgesichert wird: Welche Berichtsintervalle, welche Auditierbarkeit, und welche Mechanismen verhindern, dass Mittelzweckentfremdung oder Zielverschiebung entstehen.
Eine sachkundige Einordnung bedeutet zudem: Governance-Change allein macht ein Netzwerk nicht automatisch wertsteigernd. Ethereum bleibt in erster Linie ein technisches System, dessen Nutzen aus Transaktionsfinalität, Sicherheit, Entwicklerproduktivität und Nutzeradoption entsteht. Dennoch kann eine stärker anreizkompatible Mittelallokation die „Execution“-Fähigkeit erhöhen – etwa durch schnellere Programme für Entwickler-Tools, Ökosystem-Marketing oder gezielte Kampagnen zur Liquiditätsbindung. Wenn Feists Vorschlag den Nerv trifft, könnte er die Debatte über die ökonomische Verantwortung großer Protokollinstitutionen neu anstoßen. Entwickler könnten dadurch künftig mit klareren Förderlogiken rechnen, während Enterprise-Anwender verstärkt Transparenz zu Mittelflüssen und Governance-Prozessen verlangen.
Schließlich bleibt die regulatorische und datenschutzbezogene Perspektive nicht ausgeblendet: Auch wenn Kryptowährungen nicht direkt „personenbezogene Daten“ im klassischen Sinn transportieren, sind Treuhandstrukturen, Zahlungsflüsse und Beteiligtenstrukturen in der Praxis oft prüfungsrelevant. Organisationen, die Gelder verwalten und über Staking- bzw. Einnahmeströme verfügen, geraten in den Fokus von Compliance-Anforderungen wie Geldwäscheprävention, steuerliche Einordnung und Nachweispflichten. Für Ethereum bedeutet das: Je stärker die Stiftung oder ein Nachfolge-Organ mit konkreten wirtschaftlichen Zielgrößen arbeitet, desto wichtiger wird ein belastbares Audit- und Berichtswesen. Damit verknüpft sich die nächste Governance-Stufe unweigerlich mit Security- und Governance-Safety – nicht nur mit „Vision“.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Ethereum: Ex-Topforscher fordert neue ETH-Stiftung mit 1-Milliarde-Plan" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Ethereum: Ex-Topforscher fordert neue ETH-Stiftung mit 1-Milliarde-Plan" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Ethereum: Ex-Topforscher fordert neue ETH-Stiftung mit 1-Milliarde-Plan« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!