BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die EU-Mitgliedstaaten haben sich gegen die Einführung einer jährlichen Pflichtinspektion für ältere Fahrzeuge ausgesprochen. Trotz der Absicht, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, überwiegen die Bedenken hinsichtlich der finanziellen Belastungen für Fahrzeughalter. Der Vorschlag der EU-Kommission stieß auf Widerstand, da der Sicherheitsgewinn als fraglich angesehen wird.

Die Diskussion um die Einführung einer jährlichen Pflichtinspektion für Fahrzeuge, die älter als zehn Jahre sind, hat in der EU zu einer kontroversen Debatte geführt. Die EU-Kommission hatte diesen Vorschlag eingebracht, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Doch die Mitgliedstaaten lehnten den Vorschlag ab, da sie befürchten, dass die zusätzlichen Kosten für die Fahrzeughalter nicht im Verhältnis zum Sicherheitsgewinn stehen.
Unterstützung für die ablehnende Haltung kam sowohl vom ADAC als auch aus den Reihen der Europäischen Volkspartei im Europaparlament. Jens Gieseke, CDU-Abgeordneter, betonte, dass der Vorschlag der Kommission für die Mehrheit der Fahrzeughalter eine höhere finanzielle Belastung bedeutet hätte, während die versprochene Verbesserung der Verkehrssicherheit fraglich sei.
In Deutschland müssen alle Fahrzeuge unabhängig von ihrem Alter alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Neufahrzeuge unterliegen ihrer ersten Inspektion nach 36 Monaten. In anderen EU-Staaten gibt es bereits Regelungen, die ältere Fahrzeuge jährlich zur Prüfung verpflichten. Im Jahr 2024 fanden in Deutschland 22 Millionen Hauptuntersuchungen von Pkw statt, von denen 10,7 Millionen Fahrzeuge älter als zehn Jahre waren.
Die EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas hatte zuvor die Entschlossenheit der EU betont, die Anzahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Der aktuelle Vorschlag zielte insbesondere auf ältere und unsichere Fahrzeuge ab, die als Risiko für Unfälle und Umweltemissionen gelten. Doch die Zukunft der Regelungen bleibt unklar, da das Europaparlament noch seinen offiziellen Standpunkt festlegen muss, bevor endgültige Verhandlungen beginnen können.
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