LONDON (IT BOLTWISE) – Der Eufy C15 setzt auf kamerabasierte Navigation und kommt ohne Begrenzungskabel, RTK-Antenne oder LiDAR aus. Im Test zeigt er eine gute automatische Kartierung und erkennt zahlreiche Hindernistypen zuverlässig. Die Einrichtung ist schnell, die Kartierung kann jedoch je nach Gartenform deutlich länger dauern. Kritisch bleibt vor allem der Randschnitt an Mauern, Zäunen und erhöhten Einfassungen.

Eufy C15 im Test: Kamera-Mähroboter ohne RTK für bis 500 m²
Eufy C15 im Test: Kamera-Mähroboter ohne RTK für bis 500 m² (Foto: IT BOLTWISE)
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Der Eufy C15 positioniert sich als Einstiegslösung in der Mähroboter-Welt von Anker und zielt klar auf kleinere, eher überschaubare Gärten: Laut Hersteller ist er für Rasenflächen bis zu 500 Quadratmeter ausgelegt und kommt dabei mit einem Layout aus, das ohne klassische Infrastruktur auskommt. Statt Begrenzungskabel im Boden nutzt der Roboter ausschließlich Kameras zur Orientierung. Genau das entscheidet im Alltag darüber, wie viel Vorbereitungsarbeit überhaupt anfällt: Wer bislang an Kabelwegen oder der Einrichtung einer RTK-Umgebung gescheitert ist, bekommt hier einen Ansatz, der die Hürde senkt – vorausgesetzt, der Garten bietet genug sichtbare Strukturen und das Licht trägt die Erkennung.

Technisch betrachtet fällt zunächst das Fahr- und Schneidkonzept auf. Der C15 misst 60 × 38,5 × 29 Zentimeter und wiegt 11 Kilogramm; er ist damit etwas kompakter als die größeren Geschwister. Das Gehäuse wirkt zweckmäßig und verzichtet auf den umlaufenden Gummistreifen, der bei höheren Modellen als weicher Rammschutz dienen kann. Für den Nutzer bedeutet das: Leichte Berührungen mit Mauern oder Gartenmöbeln können eher zu Kratzern führen. Oben arbeiten Bedienelemente ohne Display: Stattdessen informieren ein farbiger Leuchtstreifen über Betriebs- und Akkuzustand. Die Schnitthöhe stellt der Nutzer am Drehregler manuell auf 20 bis 60 Millimeter ein; unter dem Deck sitzt eine mittig montierte Mähscheibe mit drei frei beweglichen Klingen und einer Schnittbreite von 18 Zentimetern.

Damit entsteht ein typisches Spannungsfeld aus Effizienz und Randschnitt. Die mittige Konstruktion hält zwischen den Klingen und dem äußeren Gehäuserand einen relativ großen Abstand, was die Sicherheit erhöhen kann, gleichzeitig aber den Schnitt an Mauern, Zäunen oder hohen Einfassungen begrenzt. Der Test konkretisiert das: Bei einem ebenerdigen Übergang zu Terrassen- oder Randsteinen kann der C15 mit einer App-Einstellung für den Überfahrabstand über die Kante hinweg mähen; an „klassischen“ Begrenzungen bleibt er hingegen bauartbedingt etwa 10 Zentimeter innerhalb des Gehäuses plus Sicherheitsabstand zum Rand, insgesamt sind dabei auch mal rund 20 Zentimeter ungemähter Rand möglich. Für viele Stadtgärten ist das „besser als nichts“, aber es ist nicht das Niveau eines Geräts, das bis zur Kante arbeitet. Dafür arbeitet der C15 angenehm leise: Vor allem die Schnittmotorik ist im Betrieb kaum wahrnehmbar, während Antriebsgeräusche eher dominieren.

Der Kernnutzen zeigt sich jedoch bei der Einrichtung und beim Mapping. Die Inbetriebnahme hebt sich deutlich von kabelgebundenen Systemen ab: Nach dem Aufstellen der Ladestation wird der Roboter eingeschaltet, in der Eufy-App hinzugefügt und mit WLAN sowie Bluetooth verbunden. Dabei unterstützt er WLAN-Netze auf 2,4 und 5 GHz. Eufy nennt eine Einsatzbereitschaft innerhalb von fünf Minuten – im Querschnitt stimmt das, wenn man den grundlegenden Aufbau ohne Kartenerstellung meint. Für die Kartierung selbst braucht der C15 im Test über eine Stunde, wobei die Dauer stark von Form, Größe und Abgrenzungen abhängt: In einem „verwinkelten“ Garten mit rund 330 Quadratmetern Rasenfläche zeigt sich, dass Automapping in der Praxis Zeit frisst, aber eben auch den manuellen Startaufwand deutlich reduziert. Positiv: Das Ergebnis der Kartierung wirkt erstaunlich gut, inklusive Gras- und Begrenzungserkennung, und die Karte wird später aktualisiert, wenn sich der Grenzverlauf grob verändert.

Für die Absicherung gegen falsche Grenzkorrekturen liefert die App Funktionen wie Boundary Lock, die wiederkehrende Korrekturfahrten reduzieren sollen. Dennoch bleibt die größte Einschränkung eine Art „Sensor-Realismus“: Offene Übergänge zum Nachbargrundstück, kaum sichtbare Grenzen oder Absichten, nur Teile des Rasens zu mähen, überfordern die automatische Erkennung. In solchen Fällen kann der Nutzer die Kartierung pausieren, um Sperrzonen, virtuelle Begrenzungen oder Bereiche mit Mähpflicht in die Karte einzufügen. In schwierigeren Randbereichen war im Test die Rasenerkennung überwiegend zuverlässig; nur in besonders problematischen Zonen fuhr der Roboter zeitweise einige Zentimeter ins Beet, um danach schnell zurückzukehren. Eufy empfiehlt hier zusätzlich sichtbare Hindernisse mit mindestens fünf Zentimetern Höhe oder überfahrbare Randsteine – ein Hinweis, der für Anwender wichtig ist, wenn der Garten stark verwildert oder mit „harten“ Randkanten arbeitet.

Genau dort, wo Kamera-Navigation praktisch werden muss, entscheidet die Hinderniserkennung. Der Hersteller nennt „TrueVision“ und spricht von mehr als 300 Hindernisarten. Im Test zeigen sich Igelattrappen, Gartenschläuche, Schuhe, Äste und Steine als zuverlässig erkannte Objekte, die der C15 entsprechend umfährt. Auffällig ist dabei das eher defensive Nahansetzen: Der Roboter nähert sich vielen Gegenständen relativ weit, bevor er ausweicht. Das kann im Ergebnis sogar Vorteile bringen, weil weniger „liegengebliebene“ Bereiche rund um Töpfe, Gartenmöbel oder Spielzeug entstehen als bei sehr zurückhaltenden Fahrprofilen. Für engere Passagen nennt der Test eine Durchfahrt ab etwa 60 Zentimetern Breite – Voraussetzung bleibt aber, dass der Korridor frei ist. Bei Steigungen über 18 Grad und bei vollständig überwucherten Randsteinen stößt der C15 an Grenzen, und Nachtfahrten sind ausgeschlossen, weil die Kameraorientierung stark vom Licht abhängt; bei zu wenig Licht kehrt er zur Station zurück.

Im Alltag schlägt sich die Zielsetzung für kleine, überwiegend ebene Gärten auch in der Mähleistung nieder. Der C15 ist nicht auf „allesgrün“ optimiert: Sehr dichtes oder problematisches Gras wie Zoysia- oder St.-Augustine-Gras wird explizit als kritisch genannt, wobei im Test keine unmittelbaren Ausfälle auftraten. Der Mäher nutzt eine Lithium-Ionen-Akkukapazität von 22,2 Volt und 4,2 Amperestunden, entsprechend rechnerisch etwa 93 Wattstunden, und Eufy bewirbt bis zu 200 Quadratmeter pro Akkuladung. Im Test wurden sogar mehr als 200 Quadratmeter erreicht, allerdings in knapp unter 2,5 Stunden, danach fuhr der Roboter noch mit etwa 25 Prozent Restladung zum Zwischenladen zurück. Beim Preis liegt der Solo ohne Garage bei 899 Euro, die Standardversion mit Garage bei 999 Euro; im Angebot wird die Garage-Variante zeitweise für 749 Euro genannt. Unterm Strich bleibt der C15 ein besonders unkomplizierter Kamera-Roboter für strukturierte Kleingärten: Er spart Kabel- und RTK-Aufwand, liefert eine starke Hinderniserkennung und bietet eine überraschend tiefe App-Konfiguration. Gleichzeitig erwarten Käufer Abstriche beim Randschnitt, wenige Eingriffsmöglichkeiten bei Kartierungsproblemen und eine manuelle Schnitthöhen-Einstellung.


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