ESSEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Evonik treibt den Konzernumbau weiter voran: Bis Ende 2029 sollen insgesamt 3.200 Stellen wegfallen, davon der Großteil in Deutschland. Parallel stellt der Chemiekonzern das Polyester-Geschäft ein, weil es seit Jahren nicht profitabel sei. Die Aktie gerät nach der Ankündigung erneut unter Druck, während Vorstandschef Christian Kullmann die schwache Wirtschaftslage und den verschärften Wettbewerb als Treiber nennt. Für Beschäftigte und Zulieferer dürfte die Sanierung spürbar werden, zugleich setzt Evonik auf Effizienz, Digitalisierung und Outsourcing.

Evonik geht den nächsten Schritt im laufenden Konzernumbau und verbindet ihn mit einer klaren Erwartung: Ohne spürbare Effizienzgewinne und eine konsequente Portfolio-Korrektur werde es schwierig, in einem stärkerem Wettbewerbsumfeld wieder Tempo aufzubauen. Bis Ende 2029 sollen insgesamt 3.200 Stellen entfallen, davon 2.150 in Deutschland. Vorstandschef Christian Kullmann begründet die Maßnahmen mit einer weiterhin unsicheren weltpolitischen Lage und einem anhaltend schwachen Wirtschaftswachstum. Der Effekt auf die Börse ist unmittelbar: Die Aktie erweitert ihre Kursverluste um rund drei Prozent, obwohl sie seit Jahresanfang noch im Plus liegt.
Strukturell ist die Initiative als mehrjähriger Umbau angelegt, der nicht nur einzelne Standorte betrifft, sondern Geschäfts- und Verwaltungseinheiten weltweit in den Blick nimmt. Laut Ankündigung sollen Vereinbarungen greifen, die alle Ebenen einschließen; zudem laufen bereits Spar- und Effizienzprogramme, die bis Ende 2026 insgesamt rund 2.800 Stellen abbauen sollen. Das ist mehr als ein reines Kostenprogramm: Evonik nennt als Hebel gesteigerte Effizienz, Digitalisierung und Outsourcing sowie das Prüfen von Optionen zur Verlagerung von Verwaltungsteilen ins Ausland. In der Praxis bedeutet das oft den Übergang zu zentralen Service-Strukturen, standardisierten Prozessen und stärker softwaregestützter Steuerung.
Technisch lässt sich der Ansatz aus Unternehmenssicht gut in den Kategorien „Prozessautomatisierung“ und „Betriebsdaten“ erklären: Wenn Verwaltung und Steuerung stärker digital zusammengeführt werden, steigt typischerweise der Bedarf an harmonisierten Stammdaten, sauberem Prozessdesign und einer Governance für Berechtigungen und Datenflüsse. Outsourcing wiederum wird häufig dort realistisch, wo Aufgaben klar abgrenzbar sind, etwa im Rechnungswesen, im Teilebereich Beschaffung oder in wiederkehrenden HR-Prozessen. Gleichzeitig erhöht sich der Anspruch an Security und Compliance, weil mehr Systeme und Daten außerhalb der eigenen Organisation verarbeitet werden. Hier spielen Transparenz über Datenkategorien, Zugriffskontrollen und vertragliche Vereinbarungen zur Datensicherheit eine zentrale Rolle.
Im Marktkontext erinnert Evoniks Vorgehen an den generellen Trend der deutschen und europäischen Chemieindustrie, in schwächeren Konjunkturphasen konsequenter zu konsolidieren. Wettbewerber wie BASF, Covestro oder Clariant haben in den vergangenen Jahren ebenfalls Portfolios gestrafft und Kapazitäten angepasst, um Margen zu stabilisieren und Investitionen in zukunftsträchtige Segmente zu lenken. Interessant ist dabei der Timing-Aspekt: Evonik versucht, die Kostenseite früh zu stabilisieren, während es gleichzeitig die Geschäftslogik in zwei Sparten bündelt—Custom Solutions und Advanced Technologies. Experten ordnen solche Schritte häufig als „Operational Excellence“ ein, also als Versuch, Komplexität zu reduzieren und Hierarchien flacher zu gestalten, um schneller auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können.
Für die Belegschaft kommt eine zweite Dimension hinzu: Neben dem Stellenabbau wird auch ein konkreter Geschäftsbereich eingestellt. Evonik kündigt an, das Polyester-Geschäft mit rund 150 Millionen Euro Jahresumsatz einzustellen, da es seit Jahren nicht mehr profitabel gewesen sei. Der Standort Witten mit 266 Beschäftigten soll 2027 geschlossen werden; in Marl sollen 45 Stellen wegfallen, in der Produktion in Shanghai 35 Stellen. Solche Stilllegungen sind selten nur eine Standortfrage, sondern wirken auf Lieferketten, Kundenverträge, Ersatzteil- und Abwicklungsprozesse sowie auf Wissensmanagement im Unternehmen. Sie treffen zudem auch Dienstleister und Logistikpartner, die an Produktionsvolumina gekoppelt sind.
Aus Sicht der Unternehmensführung fügt sich die Maßnahme in einen längeren Umbauplan ein: Evonik verabschiedet sich schrittweise von Massengeschäften und versucht, den Konzern robuster zu machen, um in wachstumsstärkere Felder zu expandieren. Neben der bereits verkauften Superabsorber-Sparte ist auch die Trennung vom Geschäft mit Standardchemikalien der Sparte Performance Materials in Richtung „Schritt 2“ gedacht; zum C4-Verbund zählen petrochemische Zusätze für Kautschuk, Kunststoffe und Spezialchemikalien. Dass Evonik hierfür zuvor die Organisationskomplexität reduziert und zwei tragende Vorstandsrollen neu strukturiert hat—mit Lauren Kjeldsen und Claudine Mollenkopf—zeigt, wie eng Portfolio- und Organisationsumbau miteinander verknüpft sind.
Die beiden Sparten stehen dabei für ein anderes Kundenerwartungsprofil. Custom Solutions liefert Produkte etwa für die Kosmetik- und Pharmaindustrie und soll gezielt auch in Nischenmärkten Lösungen mit Kunden entwickeln. Advanced Technologies adressiert unter anderem Hochleistungskunststoffe, Wasserstoffperoxid sowie Ergänzungsmittel für Tiernahrung. Für die Marktposition bedeutet das: Evonik versucht, wieder stärker dort Wert zu schöpfen, wo Spezialisierung, Anwendungstechnik und Prozesswissen zählen—statt über Rohstoff- oder Volumenhebel allein zu konkurrieren. In Analysten-Einschätzungen wird dies häufig als „Wert statt Menge“-Strategie beschrieben, wobei der Übergang in der Realität von Umsetzungstempo, Verfügbarkeit von Know-how und Übergangsrisiken abhängt.
Wie geht es nun weiter? Kurzfristig bleibt der Fokus auf sozialverträglicher Gestaltung, wobei Details in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden sollen. Hier sind in Deutschland neben betriebsverfassungsrechtlichen Prozessen auch Arbeitsmarkt- und Qualifizierungsfragen relevant; für die Ausgestaltung spielen zudem Datenschutz und Transparenz gegenüber Betroffenen eine Rolle, etwa wenn HR-Analysen oder Outsourcing-Partner beteiligt sind. Gleichzeitig deutet der Stellenabbau bis 2029 auf eine längere Phase der Restrukturierung hin, die sich auf Kennzahlen, Investitionspläne und die Planbarkeit von Ergebnissen auswirken kann. Mittelfristig dürfte Evonik stärker an Effizienzmetriken, Automatisierungsgrad und Prozessdurchlaufzeiten gekoppelt werden—mit dem Risiko, dass zu schnelle Einschnitte Lernkurven und Lieferfähigkeit belasten. Gelingt jedoch die Koordination zwischen Stilllegung, Standortkonvergenz und dem Aufbau in den Wachstumsfeldern, könnte das Unternehmen die eigene Wettbewerbsfähigkeit wieder stabilisieren und Entwicklern sowie Kundenpartnern neue Schnittstellen für integrierte, digital gestützte Lösungen öffnen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Evonik-Fahrplan: 3.200 Stellenabbau bis Ende 2029 und Polyester-Stopp" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Evonik-Fahrplan: 3.200 Stellenabbau bis Ende 2029 und Polyester-Stopp" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Evonik-Fahrplan: 3.200 Stellenabbau bis Ende 2029 und Polyester-Stopp« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!