PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Automobilzulieferer Forvia, Mutterkonzern des deutschen Scheinwerferspezialisten HELLA, hat trotz eines Milliardenverlusts ehrgeizige Pläne zur Margensteigerung angekündigt. Konzernchef Martin Fischer plant, das Tagesgeschäft profitabler zu gestalten und die Schulden durch den Verkauf von Unternehmensteilen zu reduzieren. Die Forvia-Aktie konnte sich nach einem Kursverlust am Vortag leicht erholen.

Der Automobilzulieferer Forvia, bekannt als Mutterkonzern des deutschen Scheinwerferspezialisten HELLA, hat in Paris seine Pläne zur Verbesserung der Profitabilität vorgestellt. Trotz eines Verlusts von 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2025 plant das Unternehmen, seine operative Marge bis 2028 auf mindestens 7 Prozent zu steigern. Konzernchef Martin Fischer betont, dass das Tagesgeschäft im kommenden Jahr profitabler gestaltet werden soll, um die finanzielle Stabilität zu sichern.
Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Verkauf von Unternehmensteilen, um die Schulden um mindestens eine Milliarde Euro zu reduzieren. Insbesondere die Sparte für Innenausstattung steht zum Verkauf. Diese Maßnahmen sollen die finanzielle Lage des Unternehmens verbessern und die Grundlage für zukünftiges Wachstum schaffen. Der Fokus liegt dabei auf dem Ausbau des Elektronikgeschäfts, um den Rückgang in traditionellen Bereichen auszugleichen.
Die Forvia-Aktie reagierte positiv auf die Ankündigungen und legte in Paris um 6,5 Prozent zu, obwohl sie am Vortag fast acht Prozent verloren hatte. Analysten wie Stephen Reitman von Bernstein sehen den Ausblick für das kommende Jahr und die Ziele für 2028 jedoch skeptisch. Die geplante operative Marge von 6,0 bis 6,5 Prozent für das nächste Jahr liegt unter den Erwartungen.
Forvia plant, im neuen Jahr einen Umsatz zwischen 20 und 21 Milliarden Euro zu erzielen, wobei bereits geplante Verkäufe berücksichtigt sind. Im Jahr 2025 war der Umsatz um drei Prozent auf 26,2 Milliarden Euro gesunken. Die Umstrukturierung des Konzerns bringt Sonderkosten von 1,8 Milliarden Euro mit sich, die hauptsächlich auf Abschreibungen im Licht- und Elektronikbereich entfallen.
Die deutsche Tochter HELLA hat ebenfalls Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität in ihrer Lichtsparte angekündigt. Angesichts des schwierigen Marktumfelds setzt das Unternehmen auf Kosteneinsparungen, um die Marge zu erhöhen. Forvia plant zudem einen Stellenabbau von 6.400 Arbeitsplätzen bis Ende 2025, um die Effizienz zu steigern und die Kosten zu senken.
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