PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat Vanity Fair mit einer Geldstrafe von 750.000 Euro belegt. Der Grund: wiederholte Verstöße gegen die Cookie-Richtlinien. Trotz einer früheren Aufforderung zur Einhaltung der Vorschriften setzte der Verlag Les Publications Condé Nast weiterhin Tracking-Technologien ohne Zustimmung der Nutzer ein.

Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat Vanity Fair mit einer Geldstrafe von 750.000 Euro belegt, da die Website weiterhin Tracking-Technologien ohne die Zustimmung der Nutzer einsetzte. Diese Entscheidung folgt auf eine sechsjährige Untersuchung, die von der Datenschutzorganisation NOYB initiiert wurde. NOYB, unter der Leitung von Max Schrems, hatte bereits 2019 eine Beschwerde gegen Vanity Fair France eingereicht, da die Website Cookies ohne Zustimmung der Nutzer platzierte.
Obwohl Les Publications Condé Nast im September 2021 eine formelle Aufforderung zur Einhaltung der Vorschriften erhielt und die Verfahren im Juli 2022 abgeschlossen wurden, stellte CNIL bei weiteren Untersuchungen im Jahr 2023 fest, dass die Verstöße weiterhin bestanden. Die Untersuchungen ergaben, dass Cookies, die eine Zustimmung erforderten, automatisch auf den Geräten der Besucher platziert wurden, noch bevor diese die Möglichkeit hatten, eine Entscheidung zu treffen. Dies verstößt gegen die grundlegenden Anforderungen der Einwilligung, die vorschreiben, dass Tracking-Technologien erst nach ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer eingesetzt werden dürfen.
Ein weiteres Problem war die unzureichende Information der Nutzer über den Zweck der Cookies. Einige Cookies wurden fälschlicherweise als „unbedingt erforderlich“ kategorisiert, was sie von der Einwilligungspflicht ausnahm. Diese falsche Klassifizierung ermöglichte es dem Verlag, Tracking-Technologien unter falschen Vorwänden einzusetzen. Besonders problematisch war, dass die Mechanismen zur Ablehnung und zum Widerruf der Einwilligung völlig unwirksam waren. Selbst wenn Nutzer die Option „Alle ablehnen“ wählten, wurden weiterhin neue Cookies platziert und bestehende Cookies ausgelesen.
Die CNIL hat in den letzten Jahren ihre Durchsetzungsmaßnahmen gegen solche Verstöße verschärft. Die Geldstrafe gegen Condé Nast ist Teil einer Reihe von Maßnahmen, die auch andere große Unternehmen wie Google und Criteo betreffen. Diese Maßnahmen unterstreichen die Entschlossenheit der französischen Behörden, die Einhaltung der ePrivacy-Richtlinie sicherzustellen und den Schutz der Privatsphäre der Nutzer zu gewährleisten. Condé Nast hat die Verstöße eingeräumt, führt diese jedoch auf technische Fehler zurück und macht das Transparenz- und Einwilligungs-Framework des Internet Advertising Bureau für irreführende Informationen verantwortlich.
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