LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Leak zur ersten Zertifizierung der Galaxy-S27-Reihe deutet auf stagnierende Ladegeschwindigkeiten bei Galaxy S27 und S27 Plus hin. Während die Standard-Variante offenbar bei 25 Watt festhängt und das Plus-Modell bei 45 Watt bleibt, soll nur das Pro- und Ultra-Modell auf 60 Watt aufrüsten. Samsung hat das bislang nicht offiziell bestätigt. Für Käufer in Deutschland könnte das vor allem beim Netzteil-Zubehör und beim Preisvergleich mit Vorjahresmodellen relevant werden.

Galaxy S27-Lade-Frust: Standard bleibt bei 25 Watt, Plus bei 45 Watt
Galaxy S27-Lade-Frust: Standard bleibt bei 25 Watt, Plus bei 45 Watt (Foto: IT BOLTWISE)
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Mit dem Fortschritt vom Galaxy S26 zum Galaxy S27 verschiebt sich die Erwartung weniger in der Display- oder Chip-Frage, sondern ganz konkret beim Laden: Laut einem geleakten Zertifizierungsscreenshot soll die Galaxy-S27-Reihe je nach Modell weiterhin unterschiedlich schnell wieder „voll“ werden. Besonders ärgerlich dürfte das für Käufer der günstigeren Varianten sein, weil Galaxy S27 und Galaxy S27 Plus dem Leak zufolge keine Lade-Upgrade erhalten. Damit wird ein Bereich zum Diskussionsthema, der im Alltag zwar selten spektakulär wirkt, aber über Wochen und Monate spürbar Zeit und Komfort entscheidet.

Technisch betrachtet nennt der Leak für die Standard-Variante 25 Watt, für das Plus-Modell 45 Watt und für die Premium-Modelle jeweils 60 Watt. Für das Galaxy S27 Pro sei demnach ein Vergleich zum Vorgänger nicht möglich, weil das Modell neu im Line-up auftaucht. Beim Galaxy S27 Ultra gibt es aber eine direkte Linie: Dem Leak zufolge lädt das Nachfolgemodell statt der 45 Watt des Galaxy S26 Ultra auf 60 Watt. Die Quelle der Angaben wird auf eine Zertifizierung der chinesischen 3C-Behörde zurückgeführt, und der Screenshot wird dem Technik-Leaker ZionsAnvin zugeschrieben. Wichtig bleibt trotzdem: Samsung hat diese Werte nicht offiziell bestätigt.

Die Konsequenzen für Kaufentscheidungen sind im Markt besonders greifbar, weil Samsung seine Einstiegspreise in der Regel als „Alltagsversprechen“ verkauft, während sich bei der Ladeleistung gerade für Standard- und Plus-Käufer wenig ändert. Beim Standard-Modell soll die Ladeleistung seit dem Galaxy S20 unverändert bei 25 Watt liegen, was im Leak-Szenario beim Galaxy S27 bereits das siebte Jahr in Folge bedeuten würde. Beim Plus-Modell soll es dagegen seit dem Galaxy S22+ bei 45 Watt stagnieren. In einem Umfeld, in dem viele Wettbewerber in vergleichbaren Preisklassen deutlich höhere Watt-Zahlen in die Spezifikationen schreiben, wirkt dieser Schritt eher wie eine Verlangsamung als wie ein Ausbau.

Dass Samsung hier nicht allein steht, zeigen gleichzeitig Beispiele aus der chinesischen Smartphone-Landschaft: Dort bieten Hersteller im selben Preissegment schon seit einiger Zeit Einsteigermodelle mit Ladeleistungen von 80 Watt oder mehr an. Genannt werden im Kontext des Leaks unter anderem das OnePlus 12 und das Xiaomi 14. Dieser Unterschied ist allerdings nicht automatisch gleichbedeutend mit „schnelleren“ Geräten in jeder Alltagssituation, denn die Wattzahl ist häufig ein Spitzenwert. In der Praxis bestimmen die Ladekurve sowie die Temperaturregulierung, wie schnell die Energie tatsächlich in den Akku fließt, insbesondere wenn das Gerät von 0 auf 50 Prozent oder von 50 auf 100 Prozent geladen wird. Gerade bei hohen Zielbereichen nimmt die Ladeleistung typischerweise ab, um Akku und Zellchemie zu schützen.

Samsung begründete die niedrigeren Ladeleistungen in der Vergangenheit mit dem Ziel, die Hitzeentwicklung zu begrenzen und damit die Akkulanglebigkeit zu unterstützen. Der Knackpunkt für viele Käufer: Der Blick auf andere Hersteller legt nahe, dass Akku-Langlebigkeit und höhere Ladegeschwindigkeit technologisch nicht mehr zwingend im Widerspruch stehen. Unterm Strich heißt das: Wer sich beim Galaxy S27 oder S27 Plus ein spürbares Upgrade beim Laden erhofft hatte, muss nach den Leak-Angaben mit einer Enttäuschung rechnen. Hinzu kommt, dass Samsung für die „einfacheren“ Modelle weiterhin vergleichsweise hohe Einstiegspreise verlangt. Für die Argumentation im Markt werden dabei etwa die Startpreise des Galaxy S26 (ab 999 Euro) und des Galaxy S26 Plus (ab 1.249 Euro) als Referenz genannt.

Für deutsche Käufer bedeutet das Leakszenario vor allem zwei praktische Entscheidungen: Erstens müssen sie abwägen, ob sich der Aufpreis für die neuen Modelle gegenüber den Vorgängern lohnt, wenn sich beim Laden nichts verbessert. Zweitens spielt Zubehör eine Rolle, weil die Netzteil-Situation in der EU zunehmend als Stolperstein wahrgenommen wird: Standardmäßig liegen die Netzteile bei vielen Samsung-Geräten nicht mehr im Lieferumfang. Wenn ein Käufer die angeblich 60-Watt-Ladegeschwindigkeit der Premium-Modelle nutzen will, benötigt er damit ein passendes USB-C-Power-Delivery-Netzteil. Wer hingegen beim Standard (25 Watt) oder beim Plus (45 Watt) bleibt, könnte sich angesichts der höheren Modellpreise stärker am „besten Gesamtpaket“ orientieren und gegebenenfalls beim Vorgänger einkaufen.

Daneben eröffnet der Leak auch eine weitere Perspektive für Technik-Interessierte: Er soll neben den Ladewerten auch auf eine Änderung beim Chip hindeuten. Für das Ultra-Modell wird dabei genannt, dass statt eines Snapdragon 8 Elite Gen 6 Pro zumindest „möglicherweise“ ein Exynos 2700 eingesetzt werden könnte. Das ist für die Kaufabwägung relevant, weil Chip-Entscheidungen nicht nur die Leistung im Peak verändern, sondern auch Dinge wie Effizienz, KI-Beschleunigung und thermisches Verhalten. Wer also die reinen Lade-Wattzahlen als alleinigen Maßstab sieht, unterschätzt möglicherweise, dass die nächste Generation auch in der Dauerlast oder in ressourcenintensiven KI-Funktionen Unterschiede bringen kann.

Schließlich stützt die Zeitachse die Relevanz der Diskussion: Da schon eine frühe Zertifizierung für die neuen Samsung-Smartphones aufgetaucht ist, wirkt eine Vorstellung Anfang 2027 plausibel. Das würde zudem zu den Erwartungen passen, die in der Branche typischerweise für den Januar-Zeitraum formuliert werden, weil Samsung traditionell um diese Zeit ein großes Galaxy-Unpacked-Event ausrichtet. Gleichzeitig ist aber keine konkrete Zusage durch Samsung selbst erwähnt. Bis zur offiziellen Ankündigung bleibt das Leak damit vor allem eine Handlungsgrundlage: Wer vor allem beim Laden sparen will, schaut eher auf die Vorgänger. Wer bereit ist, mehr zu zahlen, testet die Premium-Modelle nicht nur beim Akku, sondern auch bei Chip, Software und dem Zusammenspiel mit dem passenden Netzteil.

Für Unternehmen und Technik-Einkäufer, die in größeren Stückzahlen planen, verschiebt sich der Fokus von Marketing-„Watt“ hin zu Systemfragen: Welche Ladegeräte sind im Gerätepark vorhanden, wie ist die Flottenlogistik organisiert und welcher Anteil der Nutzung passiert tatsächlich in Ladespitzen? Wenn Standard- und Plus-Modelle dem Leak zufolge über mehrere Generationen hinweg bei 25 bzw. 45 Watt bleiben, sollten Beschaffungsentscheidungen stärker auf das Gesamtbetriebskonzept zielen. Erst wenn das Premium-Segment mit 60 Watt wirklich genutzt wird, rechnet sich der Aufwand für passende Netzteile und die entsprechende Ladeinfrastruktur.


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