LONDON (IT BOLTWISE) – Mit der Garmin Enduro 4 bringt der Hersteller eine neue Outdoor-Ausdaueruhr in den Handel. Das 1,4-Zoll-MIP-Display mit Power-Sapphire-Glas und Solarunterstützung soll je nach Licht bis zu 90 Tage Laufzeit ermöglichen. Die Akkuzahlen bleiben laut Hersteller nahe am Vorgänger, während im Inneren vor allem mehr Arbeitsspeicher und eine beschleunigte Kartenengine für schnellere Kartenbewegungen sorgen. Neu an Bord sind zudem mehrere Softwarefunktionen, die teils per Update auch auf ältere Modelle kommen sollen.

Die Garmin Enduro 4 positioniert sich klar als Ausdauer- und Trail-Tool und versucht dabei, das zu schützen, was sich bei Outdoor-Uhren zuletzt am stärksten durchgesetzt hat: lange Laufzeiten bei gleichzeitig nutzbaren Displays. Garmin setzt weiterhin auf ein stromsparendes 1,4-Zoll-MIP-Panel mit Power-Sapphire-Glas und Solarunterstützung statt auf ein AMOLED-Display. Für die Praxis heißt das vor allem, dass Nutzer weniger häufig zum Ladegerät greifen müssen, während Bedienung und Kartenfunktionen im Gelände verfügbar bleiben.
Bei der Akkulaufzeit nennt Garmin Werte, die stark vom Licht abhängen. Im Smartwatch-Betrieb sind bis zu 36 Tage möglich, mit ausreichend Sonnenlicht sollen es bis zu 90 Tage werden. Im normalen Aktivitätsmodus nennt der Hersteller bis zu 80 beziehungsweise 144 Stunden, abhängig davon, ob Solarenergie unterstützt. Für die Maximalwerte reicht die Spannbreite bis zu 210 Stunden; unter idealen Bedingungen mit Solarunterstützung führt Garmin das sogar bis zur theoretisch unbegrenzten Laufzeit auf.
Auch die äußeren Daten wirken wie eine bewusste Fortführung statt ein radikales Redesign: Die Abmessungen bleiben bei 51 x 51 x 15,7 mm, das Gehäuse wiegt 57 Gramm. Komplett kommt die Enduro 4 mit dem neuen Comfortfit-Textilarmband auf 66 Gramm statt 63 Gramm bei der Enduro 3, was für eine Ultra-Ausrüstung zwar messbar, aber eher im Bereich „verkraftbar“ bleibt, wenn man die Uhr auf möglichst geringen Ballast trimmt.
Der größere Sprung spielt sich laut Garmin im Inneren ab. Die Enduro 4 bietet 50 Prozent mehr Arbeitsspeicher und eine überarbeitete Kartenengine, wodurch sich Karten dem Hersteller zufolge rund 30 Prozent schneller verschieben lassen. Gleichzeitig wächst der Speicherplatz für Musik und Maps von 32 auf 64 GByte. Genau diese Kombination adressiert in der Praxis einen typischen Engpass: Während Navigation und Medien im Training länger „nebenbei“ mitlaufen, bremsen geringe Ressourcen häufig nicht die Aktivität selbst, sondern die Geschwindigkeit, mit der sich Karten beim Scrollen, Zoomen und Wechseln von Routen in Echtzeit anpassen.
Softwareseitig greift Garmin auf Funktionen zurück, die bereits mit der Fenix 9 eingeführt wurden. Dazu gehören eine an Steigungen angepasste Rolling Pace, neue pacebasierte Trainingsziele sowie erweiterte Stamina-Auswertungen. Mit Garmin Epic fasst die Uhr zudem mehrtägige Touren zu einer zusammenhängenden Aktivität zusammen; im Indoor-Rudern ergänzt sie unter anderem VO2max, FTP und Leistungskurven. Beim Rucking lässt sich außerdem das Rucksackgewicht während einer Aktivität verändern. Wichtig ist dabei: Viele dieser Neuerungen sind nicht strikt an die Enduro 4 gebunden, denn Garmin hat angekündigt, einen Großteil der Fenix-9-Software auch per Update auf ältere Modelle wie Fenix 8 und Enduro 3 zu bringen, allerdings ohne konkreten Termin.
Gegenüber der Fenix 9 Pro grenzt sich die Enduro 4 hardwareseitig deutlich ab. Sie verzichtet unter anderem auf Lautsprecher und Mikrofon sowie auf Tauchfunktionen, die bei entsprechenden Fenix-9-Pro-Modellen verfügbar sind. Auch die LTE- und Satellitenkommunikation per inReach fehlt. Damit verfolgt Garmin eine klare Trennung: Die Fenix-Baureihe zielt stärker auf eine „All-in-one“-Smartwatch-ähnliche Erlebnisdichte, während die Enduro 4 die Outdoor-Performance über Funktionsballast priorisiert. Auf den Markt kommt die Garmin Enduro 4 ab dem 9. Oktober für 900 Euro; bis auf Weiteres bleibt die Enduro 3 für 800 Euro verfügbar.
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