LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie deckt auf, dass in den offiziellen App-Stores von Google und Apple zahlreiche Apps verfügbar sind, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz gefälschte Nacktbilder erstellen. Diese sogenannten ‘Nudify’-Apps wurden bereits über 700 Millionen Mal heruntergeladen und verstoßen gegen die Richtlinien der Tech-Giganten. Trotz einiger Löschungen bleibt ein Großteil der Anwendungen verfügbar, was auf ein systemisches Versagen bei der Durchsetzung der Sicherheitsrichtlinien hinweist.

Die Enthüllung, dass in den App-Stores von Google und Apple zahlreiche Deepfake-Apps verfügbar sind, die gegen die Richtlinien verstoßen, hat die Tech-Welt erschüttert. Diese Apps, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz täuschend echte Nacktbilder generieren, wurden bereits über 700 Millionen Mal heruntergeladen. Das Tech Transparency Project (TTP) identifizierte 55 solcher Anwendungen im Google Play Store und 47 im Apple App Store. Trotz der Reaktion der Unternehmen, einige dieser Apps zu entfernen, bleibt ein Großteil weiterhin verfügbar.
Kritiker werfen den Plattformbetreibern vor, von den schädlichen Apps finanziell zu profitieren, anstatt sie konsequent zu entfernen. Die Apps generierten schätzungsweise 117 Millionen US-Dollar Umsatz. Diese Situation verdeutlicht ein systemisches Versagen bei der Durchsetzung der eigenen Sicherheitsrichtlinien. Besonders alarmierend ist, dass viele dieser Apps auch für Minderjährige zugänglich sind, was die Gefahr von digitaler Gewalt, Mobbing und Erpressung erheblich erhöht.
Die Technologie hinter diesen ‘Nudify’-Apps basiert auf Deepfake-Technologie, die ursprünglich für Film-Effekte entwickelt wurde, nun aber zunehmend missbraucht wird. Eine KI analysiert hochgeladene Bilder und ersetzt die Kleidung durch realistisch wirkende, komplett gefälschte Nacktheit. Diese Tools sind so einfach zu bedienen, dass kaum technisches Wissen nötig ist. Die manipulierten Bilder verbreiten sich blitzschnell in sozialen Netzwerken, was zu erheblichen psychischen Belastungen und Rufschädigungen der Opfer führt.
Der Druck auf Plattformen und Gesetzgeber wächst. Die EU-KI-Verordnung verlangt nun Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und ausführliche Dokumentation, um Bußgelder und Haftungsrisiken zu vermeiden. Sicherheitsexperten fordern verbesserte technische Filter und strengere manuelle Überprüfungen, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten. Der Fall könnte als Weckruf dienen, die digitale Produkthaftung zu verschärfen und die Sicherheit der Nutzer über kommerzielle Interessen zu stellen.
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