WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Welle von Phishing-Angriffen bedroht Bankkunden in Österreich und Deutschland. Kriminelle nutzen gefälschte Bankanrufe und Fernwartungs-Software, um Konten zu plündern. Die Polizei warnt vor hohen Schadenssummen und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

In einer alarmierenden Entwicklung haben Kriminelle eine neue Methode entwickelt, um Bankkonten zu plündern, indem sie sich Zugang zu den Smartphones und Computern ihrer Opfer verschaffen. Diese Betrüger geben sich als Bankmitarbeiter aus und nutzen Fernwartungs-Apps wie AnyDesk, um die vollständige Kontrolle über die Geräte zu erlangen. Die Polizei in Österreich und Deutschland hat eine Zunahme solcher Fälle festgestellt und warnt vor den erheblichen finanziellen Schäden, die dadurch entstehen können.
Der Betrug beginnt häufig mit einer gefälschten SMS oder E-Mail, die angeblich von der Hausbank stammt und auf verdächtige Kontobewegungen hinweist. Kurz darauf folgt ein Anruf von einem vermeintlichen Bankmitarbeiter. Durch Call ID Spoofing erscheint die echte Banknummer auf dem Display des Opfers, was den Anschein von Authentizität erweckt. Unter dem Vorwand, ein Sicherheitsproblem zu beheben, wird das Opfer zur Installation einer Fernwartungssoftware gedrängt.
Sobald die Software wie AnyDesk oder TeamViewer installiert ist und der Zugriff gewährt wurde, haben die Betrüger die volle Kontrolle über das Gerät. Während sie das Opfer am Telefon ablenken, loggen sie sich in die Banking-App ein und überweisen Geld auf ausländische Konten. Die Schäden sind enorm und können von einigen Tausend Euro bis hin zu Hunderttausenden reichen, wie ein Fall aus der Schweiz zeigt.
Die Erfolgsquote dieser Masche beruht auf der geschickten Nutzung von Angst und Dringlichkeit. Die Täter suggerieren, dass das Konto des Opfers in Gefahr ist und sofortiges Handeln erforderlich ist. Die gefälschte Telefonnummer und der professionelle Auftritt verstärken diesen Eindruck. Vielen Opfern ist nicht bewusst, welche Risiken mit der Installation einer Fernwartungs-App verbunden sind.
Um sich vor solchen Angriffen zu schützen, rät die Polizei, verdächtige Nachrichten von Banken zu ignorieren und keine Links darin zu öffnen. Anrufe, bei denen zur Installation von Software oder zur Preisgabe von Passwörtern gedrängt wird, sollten sofort beendet werden. Niemals sollte eine Fernwartungs-App auf Anweisung eines Unbekannten installiert werden. Im Zweifelsfall sollte die Bank über die offizielle Nummer kontaktiert werden, die auf der Website oder in der Banking-App zu finden ist.
Im Schadensfall ist schnelles Handeln entscheidend: Das Gerät sollte sofort vom Internet getrennt, das Konto gesperrt und Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Diese Maßnahmen können helfen, den Schaden zu begrenzen und weitere Angriffe zu verhindern.
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