BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Gira erweitert sein KNX-Portfolio um neue Raumklimasensoren, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität in eine bedarfsgerechte Automatisierung überführen. Alle Geräte setzen auf eine flexibel konfigurierbare Touch-Oberfläche, die Soll- und Ist-Werte übersichtlich darstellt. Damit lassen sich Heiz-, Kühl- und Lüftungsfunktionen im Gebäude effizient regeln und zugleich Komfort verbessern. Besonders für komplexe Smart-Building-Projekte adressieren die HLK-Varianten zusätzliche HVAC-Integrationen.

Gira bringt mit den neuen Raumklimasensoren für KNX eine Komponente in die Installation, die im Alltag oft unterschätzt wird: die zuverlässige Datengrundlage für eine wirklich bedarfsgerechte Raumklimaregelung. Wer heute Gebäude energieeffizient betreiben will, muss nicht nur Aktoren schalten, sondern auch Messwerte so verarbeiten, dass Regelparameter nachvollziehbar bleiben. Genau dort setzt die Produktfamilie an. Sie bündelt Temperatur, Luftfeuchtigkeit und je nach Variante Luftqualität und stellt diese Informationen direkt für KNX-Automationslogiken bereit – inklusive Anzeige- und Bedienkonzept am Gerät selbst.
Technisch betrachtet ist das Zusammenspiel aus Sensorik, lokaler Bedienoberfläche und KNX-Kommunikation entscheidend. Gira positioniert die neuen Modelle als kompakte Einheit mit flexibel konfigurierbarem Display und Touchbedienung. Dadurch kann die Inbetriebnahme je nach Gebäudeausstattung angepasst werden, statt die Anzeige-Logik später in jeden Projektauftrag nachzuschieben. Neben den Basiswerten Temperatur und Heizungsbedienung decken die Komfort-Varianten zusätzlich Luftqualitätsparameter auf Basis von VOC, IAQ (Indoor Air Quality) und eCO2 ab. Für HLK-Projekte sind die Varianten so ausgelegt, dass sich Lüftungs- und Klimafunktionen in die Automation integrieren lassen.
Im Marktumfeld konkurrieren KNX-Raumklimasensoren typischerweise nicht nur über Messgrößen, sondern auch über Integrationskomfort in der Planung und über Sicherheitsfunktionen. Während etablierte Anbieter im KNX-Ökosystem seit Jahren auf modulare Sensor-Aktoren setzen, differenziert Gira hier besonders über die Kombination aus Touch-UI, anpassbarer Visualisierung und KNX Secure. Genau diese Sicherheitskomponente ist in größeren Gebäuden ein praktischer Hebel: Sie reduziert das Risiko von unbefugter Beeinflussung von Bus-Kommunikation, wenn die Gebäudeinfrastruktur stärker vernetzt wird. Für Integratoren kann zudem die Projektierbarkeit der Displayinhalte die Inbetriebnahmezeit messbar beeinflussen.
Historisch standen Raumklimasensoren im KNX-Kontext häufig im Schatten der Aktorik. Viele Anlagen liefen lange mit eher einfachen Datenschnittstellen, wobei Luftqualität oft erst später oder gar nicht in die Regelstrategie einfloss. Mit der wachsenden Reife von Indoor-Air-Quality-Konzepten (Stichwort Überwachung von VOC und CO2-nahen Indikatoren) hat sich das geändert. Gira nimmt das auf und macht mit den Komfort-Varianten deutlich, wie Luftqualität in Automationsketten abgebildet werden kann. Ergänzend wird auf Wunsch eine Ampelfunktion für die Luftqualität genannt – ein Detail, das in der Praxis die Nutzerkommunikation vereinfacht, ohne die Automationslogik zu verkomplizieren.
Für das Elektrofachhandwerk liegt der Mehrwert vor allem in der schnelleren Passgenauigkeit von Planung, Inbetriebnahme und späterer Anpassung. So zielt Gira laut Produktmanagement auf steigende Anforderungen an eine integrierte, einfach bedienbare Raumklimaregelung. Die HLK-Varianten adressieren dabei Installationen, in denen zusätzliche HVAC-Funktionen benötigt werden, etwa über FanCoil-Geräte oder Klima-Gateways. Besonders interessant ist die Kombination mit einem Gira IR-Gateway HLK für KNX, um Split-Klimageräte einzubinden und damit separate Fernbedienungen überflüssig zu machen. Damit entsteht eine konsistentere Gebäudelogik, die sich eher wie ein System denn wie eine lose Sammlung einzelner Komponenten anfühlt.
Aus Sicht der Marktstrategie ist das Timing plausibel: Smart Buildings bewegen sich zunehmend weg von Insellösungen und hin zu standardisierten Daten- und Sicherheitskonzepten auf dem Feld. Mit der Unterstützung von KNX Secure sendet Gira ein Signal an Betreiber und Planer, die nicht nur Komfort, sondern auch Schutzanforderungen erfüllen müssen. Gleichzeitig bleibt die Installation offen für Skalierung, weil KNX-Projekte ohnehin über Busstruktur und parametrierte Applikationen wachsen. Spätere Erweiterungen – etwa zusätzliche Lüftungszonen oder angepasste Regelstrategien auf Basis der Luftqualitätsdaten – lassen sich damit eher „projektsicher“ nachziehen als bei Systemen, die stark an proprietäre Visualisierung oder unflexible Sensorpakete gekoppelt sind.
Konkrete technische Praxisfragen sollten Integratoren jetzt früh klären: Welche Messgrößen werden tatsächlich in Regelketten verwendet, und wie werden die Visualisierungen im Display parametriert, damit Betreiber Soll-Ist-Zustände richtig interpretieren? Die flexible Display-Konfiguration ist dafür ein wichtiger Baustein, weil sie die Projektergebnisse näher an die gewünschte Betriebslogik heranführt. Im Datenschutz- und Sicherheitskontext gilt zusätzlich: Selbst wenn Raumklimadaten typischerweise keine personenbezogenen Inhalte tragen, ist eine sichere Netzkommunikation in vernetzten Gebäuden entscheidend, um Manipulationen zu verhindern. Gira positioniert die Geräte dafür mit KNX Secure.
Mit den vier genannten Varianten – Standard und Komfort für normale Raumfunktionen sowie HLK Standard und HLK Komfort für komplexere HVAC-Fälle – wird die Produktfamilie so gestaltet, dass Installationen in unterschiedlichen Reifegraden bedient werden können. Für das nächste Entwicklungsszenario ist naheliegend, dass Betreiber Luftqualitätsdaten noch stärker als Regelinput nutzen, etwa zur dynamischen Nachführung von Lüftungsprofilen oder zur Bewertung der Effektivität von Maßnahmen. Genau hier bieten VOC-/IAQ-/eCO2-basierte Indikatoren einen Hebel, sofern sie konsistent kalibriert und in die KNX-Logik sauber integriert werden. Gira liefert dafür die passende Sensor- und UI-Ebene – der nächste Schritt liegt dann in der Automationsstrategie des Projekts.
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