WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die #glaubandich CHALLENGE geht 2027 in die nächste Runde und sucht erneut das beste österreichische Startup. Bewerbungen sind bis spätestens 31. Oktober 2026 möglich, danach werden zwischen 23. Februar und 31. März 2027 die Finalist: innen in zehn Kategorien herausgearbeitet. Das große Finale findet am 19. April 2027 in der Grand Hall am Erste Campus in Wien statt. Im Wettbewerb winken Preisgelder von 1.000 Euro pro Kategoriesieg bis zu 10.000 Euro im Finale.

Für österreichische Startups ist die #glaubandich CHALLENGE 2027 mehr als ein weiterer Pitch-Termin im Kalender: Der Wettbewerb ist seit 2018 als jährliche Plattform etabliert und hat sich über die Jahre als fester Bestandteil der Szene in allen neun Bundesländern verankert. Organisiert wird die Runde gemeinsam von Erste Bank und Sparkasse mit Unterstützung durch Trending Topics sowie dem Gründerservice der Wirtschaftskammern. Für die aktuelle Bewerbungsphase nennt die Ausschreibung ein klares Zeitfenster: Sie läuft seit 14. April 2026 und endet spätestens am 31. Oktober 2026.
Die Einreichung richtet sich dabei an Unternehmen, die sich bereits in einer frühen, aber belastbaren Phase befinden. Gesucht werden Startups mit Firmensitz in Österreich oder mit der konkreten Planung, diesen hierher zu verlegen; außerdem dürfen Idee und Produkt nicht länger als fünf Jahre am Markt sein. Zentral ist, dass nicht nur ein Konzept vorliegt, sondern eine ausgereifte Grundlage: Entweder existiert ein funktionierender Prototyp, oder bei Dienstleistungen muss ein nachvollziehbarer Prozess der Leistungserstellung belegt werden. Dazu kommt ein plausibler Business- und Finanzplan, der laut Ausschreibung belastbar sein muss.
Technisch und organisatorisch wird die Juryarbeit über Kategorien strukturiert, die von DeepTech & Robotics bis hin zu AI & SaaS reichen. Die Ausschreibung führt außerdem Bereiche wie MedTech & BioTech, Energy & Climate Protection oder Social Business, Learning & Knowledge auf. Für Bewerber: innen ist das wichtig, weil die Einordnung in eine der zehn Kategorien bereits bei der Vorauswahl eine Rolle spielt. In der Beschreibung, worauf die Jury besonders achtet, werden mehrere Dimensionen kombiniert: Geschäftsmodell, Team, Kreativität und Innovationsgrad stehen ebenso im Fokus wie die gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Vorbildwirkung des Projekts.
Der Wettbewerb läuft 2027 als Tour mit City-Pitches ab, bevor im Finale über den Gesamtsieger entschieden wird. Zwischen 23. Februar und 31. März 2027 werden die Kategoriesieger: innen bzw. Finalist: innen in den jeweiligen Kategorien herausgearbeitet. In Vorarlberg startet die Tour am 23. Februar 2027 mit Kultur, Media & Entertainment, gefolgt von Tirol am 24. Februar 2027 mit AI & SaaS (FinTech, InsurTech & App-Support). Danach wechseln die Schwerpunkte über Kärnten (Social Business, Learning & Knowledge) bis zur Steiermark (Industry) und nach Oberösterreich (DeepTech & Robotics). Salzburg greift am 10. März 2027 das Thema Energy & Climate Protection auf, während Wien gleich an mehreren Terminen Farben zeigt: Food & Beverage, Cosmetics & Bodycare sowie später Sustainability, BIO & Agricultural Innovations. Das Muster setzt sich über Burgenland (Smart Fashion, Sports & Lifestyle) am 30. März, Niederösterreich (MedTech & BioTech) am 31. März fort, bevor die große Bühne am 19. April 2027 in der Grand Hall am Erste Campus in Wien folgt.
Finanziell und strategisch ist die Staffelung der Preisgelder ein konkreter Anreiz, weil sie nicht erst im Finale wirkt. Bei den City-Pitches erhalten die Kategoriesieger: innen jeweils 1.000 Euro Preisgeld. Dazu kommen weitere Preise und der Startplatz beim großen Finale, das mit 10.000 Euro Preisgeld dotiert ist. Darüber hinaus nennt die Ausschreibung ein Unternehmensportrait samt Medienpaket im Wert von 10.000 Euro, ein Coaching über Impact Hub sowie eine Wildcard für den EY Scale-up Award. Für Teams heißt das: Selbst wenn der Gesamtsieg nicht gelingt, kann eine erfolgreiche Platzierung in der Kategorie als Bühne für Investor: innen, Partner und potenzielle Kund: innen funktionieren.
Dass dieser Mechanismus in der Praxis einen Hebel hat, unterstreicht der Wettbewerb selbst über seine Historie. Seit dem Start 2018 habe sich die #glaubandich CHALLENGE als Fixgröße etabliert, die aus der österreichischen Startup-Szene nicht mehr wegzudenken sei. Als Gesamtsieger: innen nennt die Ausschreibung unter anderem Surgebright (2018), UpNano (2019), enspired (2021), HydroSolid (2022), REEDuce (2023), NOSI (2024), SpeedPox (2025) und zuletzt das Wiener Sensorik-Startup Senseven (2026). Diese Reihe soll stellvertretend für mehr als 2.000 eingereichte Projekte stehen. Besonders relevant für Gründer: innen ist außerdem die Wirkung nach dem Wettbewerb: Mehr als 60 Alumni-Startups hätten nach ihrem Auftritt Investments eingesammelt, und rund 10 davon hätten es bereits zum Exit gebracht.
Im Bewerbungsteil wird auch die inhaltliche Leistungserwartung konkret: Eine vollständige Einreichung muss bis 31. Oktober 2026 über das Online-Einreichformular erfolgen; idealerweise soll gleich in Form eines Pitchdecks eingereicht werden. Damit verschiebt sich der Fokus von reiner Ideengenerierung hin zu einer nach außen kommunizierbaren Unternehmenslogik, die in wenigen Minuten verständlich wird. Gerade für technisch geprägte Projekte ist das eine typische Hürde: Wer DeepTech, Robotics oder MedTech angeht, muss nicht nur den Engineering-Status erklären, sondern auch, wie sich daraus ein skalierbares Produkt oder eine wiederholbare Dienstleistung ableitet. Für AI & SaaS wiederum zählt häufig die Frage, wie Daten, Modell oder Automatisierung in eine stabile Wertschöpfungskette überführt werden.
Die Ziele des Wettbewerbs formuliert die Ausschreibung mit einer direkten Aussage aus der Unternehmensführung: „Unser Ziel ist es, mit der #glaubandich CHALLENGE Jungunternehmer: innen eine Bühne zu bieten“, sagt Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank. Es folgt der Hinweis, dass die Teams nach dem Wettbewerb – nicht nur die Sieger-Teams – häufig große Erfolge verbucht hätten. Aus Sicht der Branche passt das in eine breitere Entwicklung: Pitch-Formate werden zunehmend als Matching- und Vertriebsinstrument verstanden, bei dem Jurykriterien (Innovation, Team, Marktlogik) und mediale Sichtbarkeit zusammenkommen. Wer sich für 2027 positioniert, sollte deshalb nicht nur auf eine starke Präsentation setzen, sondern das Deck so aufbauen, dass es sowohl die Jury-Logik als auch die Gesprächsbedürfnisse von Investor: innen adressiert.
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