LONDON (IT BOLTWISE) – Bei Temperaturen um die 40 Grad wird regelmäßiges Trinken in der Stadt schnell zum Thema. Wer eine eigene Flasche mitbringt, kann sie an öffentlichen Trinkstellen und Refill-Stationen kostenlos auffüllen. Damit sparen Verbraucher laut Anbieter nicht nur Geld, sondern reduzieren auch Müll durch Einwegflaschen. Welche Karte-Apps dabei helfen und wie der Datenschutz im Alltag aussieht, erklären wir anhand der gängigen Angebote.

Steigt die Temperatur Richtung 40 Grad, verschiebt sich der Alltagsschwerpunkt von „irgendwann“ zu „jetzt“: Wer unterwegs ist, braucht Wasser nicht nur im Kopf, sondern auch an der nächsten passenden Ecke. Öffentliche Trinkstellen – etwa Trinkbrunnen, Wasserspender und sogenannte Refill-Stationen – liefern genau diese unmittelbare Lösung. Praktisch ist außerdem, dass sich viele Angebote auf das Auffüllen einer mitgebrachten Flasche konzentrieren: Das entlastet nicht nur den Geldbeutel, sondern senkt zugleich den Bedarf an Einweg- und Plastikflaschen, die sonst unterwegs gekauft werden müssten.
Technisch betrachtet steckt hinter dem Nutzen solcher Trinkstellen eine einfache, aber wirkungsvolle Logik: Leitungswasser muss weder abgefüllt noch über lange Strecken transportiert werden, bevor es am Ort der Nutzung bereitsteht. Dass Leitungswasser hier als umweltschonende Alternative verstanden wird, wird in der öffentlichen Kommunikation der Wasserwirtschaft regelmäßig mit dem geringeren Ressourcenverbrauch begründet. Im Kontext der Suche nach passenden Standorten ist zudem relevant, dass es nicht bei „irgendwo Wasser“ bleibt, sondern dass es für die Nutzer inzwischen definierte Datenquellen und Suchwege gibt – vom Smartphone bis zur Web-Ansicht.
Eine zentrale Referenz ist dabei die Initiative „Trinkwasser unterwegs“, die an die Karte öffentlicher Trinkbrunnen gekoppelt ist. Hinter dem Angebot steht der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, der die Nähe zu Trinkbrunnen über eine Web- und Mobil-App auffindbar macht. Die Android-App ist laut Quelle kostenlos im Play Store verfügbar, eine iOS-Version steht im App Store bereit. Für den Betrieb im Alltag ist außerdem wichtig, dass Nutzer fehlende Standorte melden können: Wer etwa einen Brunnen kennt, der in der Karte noch nicht auftaucht, kann damit potenziell die Abdeckung verbessern und die Daten aktuell halten.
Parallel dazu existiert das Refill-Ökosystem, das in Deutschland auch viele Cafés, Restaurants und Geschäfte einbindet. Erkennbar sind die entsprechenden Stationen unter anderem an einem runden, blauen Aufkleber mit einem Wassertropfen. Eine Übersicht der Standorte in Deutschland bietet „Karte von morgen“ über die Seite von Refill Deutschland. Koordiniert wird der Verein „a tip: tap“, der Refill als ergänzende Infrastruktur zu kommunalen Trinkbrunnen versteht – besonders dann, wenn man auf dem Weg zwischen Terminen oder beim Einkaufen eher in den Rhythmus lokaler Anbieter gerät als zu festen städtischen Punkten.
Für die Suche „auf dem Weg“ sind mobile Apps besonders bequem – allerdings lohnt bei solchen Tools der Blick auf den Datenschutz. Eine Möglichkeit ist die kostenlose App „Refill“ der britischen Initiative „City to Sea“, die laut Quelle ohne Werbung und ohne Bezahlschranke auskommt. Gleichzeitig sammelt sie personenbezogene Daten; bei aktivierter GPS-Freigabe kommen auch Standortdaten hinzu. Die Verbraucherzentrale wird in diesem Zusammenhang mit einem älteren Test zitiert, in dem beschrieben wurde, dass diese Daten nur zur technischen Optimierung der App genutzt würden. Pushnachrichten lassen sich auf Wunsch abschalten, und auch ein eigener Nutzeraccount kann laut Quelle gelöscht werden.
Wer in Europa mit dem Fahrrad oder auf Wanderwegen unterwegs ist, bekommt zudem ein anderes Suchmodell: Die Web-App „Watrify“ richtet sich nach Angaben der Plattform vor allem an Outdoor-Fans und nennt eine Größenordnung von mehr als 250.000 Brunnen und Trinkstationen. Laut eigener Darstellung verzichtet „Watrify“ auf Tracking und das Sammeln von Daten. Hinter dem Projekt steht eine Privatperson: Jan Schumacher aus Karlsruhe. Die Daten der Karte stammen nach Angaben aus Open-Data-Portalen, aus OpenStreetMap sowie aus Einträgen der Community – ein Ansatz, der in vielen Mapping-Umgebungen für Aktualität sorgt, aber im Alltag auch bedeutet, dass Qualität und Aktualität von der Mitwirkungsdynamik abhängen.
Für Unternehmen, Kommunen und Betreiber von Standorten ergibt sich aus der Mischung dieser Angebote eine klare Richtung: Es geht weniger um eine einzelne App, sondern um eine verlässliche Verknüpfung von physischen Trinkstellen und digitalen Auffindbarkeitswegen. Genau hier liegen die praktische Vorteile für Nutzergruppen, die täglich mobil sind – von Beschäftigten, die zwischen Baustellen, Filialen oder Terminen pendeln, bis hin zu Familien im Wochenendprogramm. Gleichzeitig kann die Datenlage nur dann stabil bleiben, wenn Meldungen aus der Community und Betreiberpfade zusammenpassen. Wenn Städte künftig weiter mit Hitze-Extremen rechnen müssen, wird die Frage nach „wo finde ich schnell frisches Wasser?“ damit weniger von Zufall abhängen – und stärker von einer gut gepflegten, transparenten Karteninfrastruktur.
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