BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – In der vierten Folge der 20. Staffel pitchen fünf Startups, die sehr unterschiedlich auf den Alltag zielen: von der „Sauberkugel“ gegen Krümel in Taschen über einen Schlafcoach mit Atemring bis zum Schaumbadaufsatz für den Duschschlauch. Die Sendung läuft am Montag, 28. September 2026, ab 20:15 Uhr bei VOX, bei RTL+ Premium ist sie bereits abrufbar. Im Fokus stehen konkrete Produkte mit klaren Preiszonen und teils ungewöhnlichen Engineering-Entscheidungen wie Schaum ohne Elektronik. Welche Deals daraus werden, zeigt die Live-Ausstrahlung – bis dahin sind die geforderten Summen und Bewertungen die wichtigste Entscheidungsbasis.

Wer bei der „Höhle der Löwen“ nur an große Tech-Teams und reine Software denkt, bekommt in Folge 4 der 20. Staffel einen Gegenentwurf: Hier dominieren physische Produkte, die sich für ein Publikum mit kurzem Aufmerksamkeitsspielraum schnell erklären lassen. Die Sendung läuft am Montag, 28. September 2026, ab 20:15 Uhr bei VOX; bereits seit dem 21. September 2026 ist die Folge bei RTL+ Premium verfügbar. Fünf Gründungen stehen im Raum – darunter eine Kugel, die Krümel aus der Handtasche einsammelt, eine Zahnpflegemarke mit Nano-Hydroxyapatit, ein Schlafcoach für den Nachttisch und Kurzreisen, bei denen das Ziel erst kurz vor Abreise bekannt wird. Dazu kommt ein Schaumbadgenerator-Aufsatz, der ohne Strom und Elektronik auskommt. Genau diese Mischung aus Alltagsnähe und technisch plausibler Funktionskette macht die Folge vor allem für Product- und Hardware-Teams spannend: Man sieht, wie sich ein Pitch anfühlen kann, wenn das „Demo“-Material im Studio bereits den Kern des Wertversprechens trägt.
Technisch besonders „greifbar“ wirkt die Sauberkugel von Susanne und Bernd Schmekel aus Wangen im Allgäu. Laut Sender-Text setzt das Produkt auf eine klebrige Innenkugel in einer gelochten Hülle: Wer die Kugel in die Handtasche legt, rollt sie bei Bewegung durch das Innenfach und sammelt Krümel, Sand und Staub ein – danach wird sie abgespült. Dass das Konzept nicht nur als Idee existiert, sieht man an zwei harten Markersignalen: Das Paar nennt acht Millionen Euro Umsatz in acht Jahren, und zudem wird auf mehr als 1,5 Millionen verkaufte Exemplare verwiesen. Preislich liegt die einzelne Kugel im eigenen Shop bei 8,95 Euro – ein Wert, der in Pitches häufig die Debatte über Marge und Skalierung befeuert, weil der Betrag pro Einheit niedrig ist, aber die Stückzahlen hoch sein müssen. Für die Löwen ist außerdem die Kapitalfrage klar: Gefordert werden 250.000 Euro für 10 %. Wenn ein Produkt dieses Preissegment adressiert, wird im Gespräch schnell relevant, wie zuverlässig die Materialqualität über viele Einsätze bleibt und wie die Nachbeschaffung (Ersatz, Reinigung, Verpackung) die echten Kosten treibt.
Auch Artem Oral Care zielt auf den Alltag – allerdings auf den Bereich Mundpflege, der über die Jahre stärker „reguliert“ und wissenschaftsnah geworden ist, ohne dabei sofort klinisch wirken zu müssen. Als Differenzierungsmerkmal nennt die Marke Zahnpasta mit Nano-Hydroxyapatit sowie ein Portfolio aus Mundspray, Zahnseide, Zungenschaber, Mouthtapes und Schallzahnbürste. Dass in der Jury-Zone häufig der „Consumer-Trust“-Hebel zählt, erklärt sich hier über das Setup: Wer Produkte direkt neben Hautpflege-Logik stellt, versucht nicht nur Routine zu verbessern, sondern die Markenführung zu erleichtern. Die artem oral care GmbH wird im Impressum als Rechtsträger genannt und ist in Berlin-Charlottenburg eingetragen. Preislich reicht es im Shop von 4,90 Euro (Zahnseide) bis 99,90 Euro (größtes Bündel), und die geforderte Summe liegt bei 300.000 Euro für 10 %. Im Kontext der Bewertung taucht zudem eine Zahl von 3 Mio. Euro auf, die aus Forderung und Anteil abgeleitet wird. Für die Löwenentscheidung dürfte daher nicht nur die Produktbreite zählen, sondern auch die Frage, wie stabil die Customer Journey ist: Wie werden Tapes, Schallbürste oder Spray in wiederkehrende Käufe überführt, und wie verhindert man, dass der Einstiegspreis nur einmalig Umsatz erzeugt? Genau an dieser Stelle ist die Abgrenzung zu „klassischer Drogerie-Ware“ im Pitch typischerweise der kritische Teil.
Loume bringt dagegen eine andere Art von Technik ins Studio: Schlaf wird hier als interpretierbares Signal behandelt, nicht als Wellness-Slogan. Viktor Dik und Markus Schnauer aus Hamburg stellen einen Nachttisch-„Schlafcoach“ vor, der mit rotem Licht und Schlafmeditationen arbeitet und einen Atemring an die Zimmerdecke wirft. Die Idee dahinter ist ein funktionaler Loop: Die Nutzer richten ihre Atmung an dem ausgerichteten Ring aus, morgens soll das Gerät einen Sonnenaufgang simulieren. Zusätzlich wird betont, dass die App kostenlos ist und ohne Abo auskommt – ein Detail, das gerade bei Subscription-Vorbehalten im Markt für Reibung sorgt, weil viele vergleichbare Produkte mittlerweile Service-Modelle mitbringen. Das Gerät kostet 149 Euro im Shop des Herstellers, ohne Versandkosten, und die Loume Tech GmbH wird in Hamburg geführt. In der Kapitalrunde wird 350.000 Euro für 10 % gesucht, die Bewertung wird mit 3,5 Mio. Euro beziffert. Aus technischer Sicht ist hier besonders interessant, wie die akustischen/visuellen Signale über die Zeit wirken: Wenn ein System „nur“ rotes Licht, Meditations-Tonspuren und eine Atem-Ausrichtung kombiniert, hängt der Erfolg stark davon ab, wie konsequent die Nutzer die Routine einhalten und wie robust sich das Setup in unterschiedlichen Wohnumgebungen bedienen lässt.
Weil die Folge 4 nicht nur Hardware zeigt, sondern auch Geschäftsmodelle, liefert blookery einen Kontrast, der eher Marketing- und Prozesslogik als Gerätebau in den Vordergrund stellt. Jannis Jäger und Kevin Kiesewetter aus Münster und Kerpen führen blookery von Köln aus und vermitteln Kurzreisen von zwei bis sechs Tagen. Der entscheidende Mechanismus: Kunden geben Abflughafen, Zeitraum, Budget und Vorlieben an, die Stadt erfahren sie erst kurz vor der Abreise. Laut Unternehmen stehen über 180 Ziele in Europa im Programm. Neu im Sinne von „nicht da gewesen“ ist die Idee allerdings nicht, denn blookery existiert seit 2016; zudem wird ein Umsatz von rund einer Million Euro im vergangenen Jahr genannt. Der Pitch wird in der Regel über Margen, Partnerlogik und Auslastungsplanung geprüft, denn ein dynamisches Zielkonzept braucht effiziente Absprachen mit Leistungsträgern. Für die Löwen werden 500.000 Euro für 12 % genannt, als Bewertung werden rund 4,2 Mio. Euro angeführt; Gutscheine sind ab 20 Euro möglich. Dass es keinen Festpreis gibt, sondern jedes Angebot nach Wunsch entsteht, deutet darauf hin, dass das Startup seine Preissetzung stark über Flexkosten und Zielverfügbarkeit steuert. Im Studio dürfte besonders die Frage aufkommen, wie man die Conversion steigert, wenn der Kunde das „Ergebnis“ erst spät kennt – und ob es dafür klare Produktnarrative gibt, die nicht nur auf Überraschung, sondern auf Planungssicherheit im Hintergrund setzen.
Den Abschluss im Produktbereich bildet SchaumPo von Sebastian Wild aus Kapfenberg in der Steiermark – und hier liegt der technologische Reiz gerade in der Einfachheit. Der Founder beschreibt, dass drei Töchter sich einen Schaumberg in der Badewanne wie im Film wünschten. Daraus wurde ein Aufsatz, der statt der Handbrause an den Duschschlauch kommt: Man füllt flüssiges Schaumbad ein, dreht das Wasser auf, und der Wasserdruck macht den Schaum. Strom, Akku oder Elektronik braucht das Gerät nicht. Dieses „keine Elektronik“-Design kann im Pitch doppelt funktionieren: Es reduziert technische Risiken in der Produktion und adressiert gleichzeitig ein emotionales Zielbild, das Zuschauer sofort verstehen. Allerdings ist auch die Marktreife ein Thema: Kaufen kann man es noch nicht, es läuft über Vorbestellung. Die Founder Edition kostet 29,90 Euro inklusive zehn Nachfüllpacks, später sollen es 59,90 Euro sein; geliefert wird spätestens Ende März 2027. Hinter der Marke steht die WILD Brands GmbH, eingetragen beim Landesgericht Leoben. Gefordert werden 200.000 Euro für 20 %, als Bewertung wird 1 Mio. Euro genannt. Für Investoren ist hier entscheidend, wie der Übergang von Prototypen im Studio zu einem laufenden Produkt aussieht: Materialbeständigkeit im Dauerbetrieb, Dichtungen, Nachfüll-Logistik und die Frage, ob das Schaum-Erlebnis reproduzierbar ist, wenn Wasserdruck und Haushaltschemie variieren.
Für die Zuschauer ist die Folge 4 damit vor allem eine Lehrstunde in „Pitch-Mechanik“: Die Startups liefern konkrete Preise (8,95 Euro für die Sauberkugel, 149 Euro für Loume, 29,90 Euro als Vorbestell-Preis für SchaumPo) und nennen ihre Zielkapitalbeträge, während die Deals selbst erst nach dem Live-Votum sichtbar werden. Laut Übersicht stammen die Forderungen aus einer Vorschau, Bewertungen wurden aus Forderung und Anteil gerechnet; was am Ende tatsächlich unterschrieben wird, bleibt offen. Genau diese Distanz zwischen Wunschsumme und Verhandlungsergebnis ist bei der Sendung historisch ein wiederkehrender Faktor – zwischen Handschlag im Studio und Eintrag im Handelsregister steckt häufig noch eine Prüfung, die in früheren Staffeln bereits mehrere Abschlüsse scheitern ließ. Die Folge macht damit auch deutlich, woran sich die Zusammenarbeit in den Löwen-Deals oft entscheidet: Wie klar ist das Produkt, wie belastbar sind Nachfrage und Einheitseffekte, und wie gut lässt sich das Geschäftsmodell über Kostenblöcke und Wiederkäufe erklären? Wenn diese Punkte im Studio überzeugend sind, kann selbst eine scheinbar „einfache“ Idee wie ein Aufsatz am Duschschlauch oder eine Krümel-Sammelkugel zur ernsthaften Kapitalstory werden.
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