LONDON (IT BOLTWISE) – Das HP OmniBook 3 zeigt im Test, was Windows-on-ARM aktuell vor allem gut kann: lange Laufzeiten. Beim Videobetrieb erreicht das 16-Zoll-Notebook über 26 Stunden, während Office- und Webaufgaben rund 11,5 Stunden schaffen. Die Kombination aus Snapdragon X1-26 und 16 GByte RAM reicht für typische Produktivität, wirkt aber bei anspruchsvollen Video- und Bildprozessen begrenzt. Schwächen fallen vor allem beim Display (geringe Farbabdeckung, keine HDR-Unterstützung) und bei den Lautsprechern auf.

Das HP OmniBook 3 positioniert sich als klassisches 16-Zoll-Notebook für Nutzer, die vor allem mobil arbeiten und dabei möglichst lange ohne Steckdose auskommen wollen. Im Test wird das Gerät als solider, aber nicht „begeisternder“ ARM-Laptop eingeordnet, gleichzeitig sticht aber eine Messgröße deutlich heraus: Bei kontinuierlicher Videowiedergabe hält das Notebook über 26 Stunden durch. Genau diese Zielrichtung macht das OmniBook 3 interessant, denn Windows-on-ARM ist in der Praxis weniger eine Frage „ob“ Apps laufen, sondern „wie effizient“ und „wie lange“ es im Alltag bleibt.
Technisch setzt HP auf eine Acht-Kern-CPU aus der Snapdragon-X-Serie: den Qualcomm Snapdragon X1-26 mit Oryon-Codename. CHIP nennt dabei 8 Kerne (8 Threads) mit bis zu 3,0 GHz sowie 16 GByte Arbeitsspeicher; die integrierte Grafiklösung (Qualcomm Adreno X1-45) erledigt die Basis-Grafik im System. In Benchmarks und praxisnahen Tests wird das in der Note zur Leistung spürbar: PCMark 10 für Storage Bandwidth erreicht 490 MB/s, für Foto- und Videoediting werden 5.178 Punkte beziehungsweise 3.474 Punkte ausgewiesen. Spätestens bei „anspruchsvollerer Bild- und Videobearbeitung“ kommt das System laut Testergebnis schneller an seine Grenze, während E-Mails, Websurfen und Office-Anwendungen flüssig bleiben.
Beim Display dagegen zeigt sich ein klassischer Trade-off: Die 16,0 Zoll große IPS-Variante liefert eine Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixel und wird als gestochen scharf beschrieben. Trotzdem bleibt das Bild insgesamt blass, weil die Farbleistung schwächelt: Laut Daten liegt die Abdeckung bei sRGB nur bei 64 %, bei AdobeRGB bei 50 % und bei DCI-P3 ebenfalls bei 50 %. Auch die Helligkeit ist mit maximal 329 cd/m² für längere Nutzung in helleren Umgebungen nur solide, nicht üppig. Ein weiteres klares Signal ist das fehlende HDR: Im Test wird explizit „kein HDR“ genannt, wodurch sich das Gerät eher als Produktivitäts-Panel denn als Medienmaschine für Content-Peaks eignet.
Die Akkudaten passen hingegen zur mobilen Anspruchshaltung. Im PCMark-10-Arbeitenstest erreicht das OmniBook 3 11:38 Stunden, beim intensiven Web-Surfen sind 21:16 Stunden möglich, und bei Video (Full-HD, 60 fps) werden 26:06 Stunden gemessen. Zusätzlich wird die Akkukapazität mit 68 Wattstunden angegeben. Für die Praxis zählt aber auch das „Wie“ der Nutzung: Für Akkuschonung wird im Test kein entsprechender Modus angegeben („nein“), nach 30 Minuten Laden sind 45 % bis 31 Wattstunden dokumentiert, was wiederum auf eine ordentliche Lade-Performance hindeutet. Damit kann das Notebook in vielen Büroszenarien deutlich länger durchhalten, bevor Ersatzplanung nötig wird.
Bei der Handhabung setzt HP auf eine kompakte Bauweise mit 1,8 kg Gewicht und Abmessungen von 36 x 25 x 2,1 cm (Gehäusedicke ohne Standfuß 1,9 cm). Die Ausstattung ist dabei eher funktional als üppig: Es gibt zwei USB-A 3.2 Gen1 Anschlüsse, zwei USB-C 3.2 Gen2, außerdem eine Klinkenbuchse sowie HDMI 2.1 und Displayport 1.4 via USB-C. Auf der Funktionsseite fällt die Kamera positiv auf: Die 1.920 x 1.080 WebCam bietet Infrarot-Gesichtserkennung und lässt sich per Abdeckung schließen. Gleichzeitig gibt es keinen Fingerabdrucksensor, was je nach Sicherheits-Workflow ein echter Unterschied sein kann, denn Windows-Hello-Setups profitieren nicht überall davon, dass die Entsperrung rein über Kameradaten läuft.
Unterm Strich entscheidet beim OmniBook 3 weniger der „Wow“-Faktor als die Balance aus Effizienz und Alltagstauglichkeit. CHIP vergibt für das Gesamturteil „Gut (2,4)“, während der Akku mit „Sehr gut (1,0)“ hervorsteht; beim Display liegt die Note nur bei „Befriedigend (3,0)“ und die Leistung fällt mit „Ausreichend (3,8)“ weniger freundlich aus. Auch die Audioausgabe wird kritisch beschrieben: Die Lautsprecher klingen „dünn“ und „blechern“, was für Videokonferenzen zwar oft reicht, für längeres Medienkonsumieren aber wenig Freude bereitet. Wer das Notebook primär für Office, Browserarbeit und gelegentliche Medien nutzt, findet hier eine starke Laufzeitbasis – wer dagegen Wert auf farbkräftige Panels, HDR oder anspruchsvolle Bild-/Videopipelines legt, muss mit Einschränkungen leben.
Für Unternehmen und IT-Abteilungen, die Windows-auf-ARM-Systeme evaluieren, ist das Ergebnis deshalb vor allem als Planungshilfe zu lesen: Windows-on-ARM kann bei typischer Produktivnutzung ein sehr effizientes Setup sein, wenn Workloads überwiegend aus Browser, E-Mail und Office bestehen. Die gemessene Stabilität im Energieszenario unterstützt Geräteflotten, die auf „weniger Ladezyklen, mehr Bereitschaft“ aus sind. Gleichzeitig zeigen die Displaymesswerte und die Leistungsnote, dass diese Klasse nicht automatisch ein Creator-Ersatz ist. Praktisch heißt das: Für Teams, die mit Videoschnitt oder intensiver Bildbearbeitung arbeiten, braucht es entweder leistungsfähigere ARM-Varianten oder alternative Workflows; für mobile Mitarbeiter, die vor allem lange online und im Tagesbetrieb produktiv sein müssen, liefert das OmniBook 3 genau die Art von Effizienz, die man bei der Beschaffung priorisieren kann.
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