NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Infektiologe zeigt, wie scheinbar harmlose Alltagsroutinen die Übertragung von Krankheitserregern erleichtern. Besonders kritisch sind Fehler bei der Händehygiene, beim Niesen sowie beim Umgang mit Desinfektionsmitteln und Masken. In Krankenhäusern können solche Kontakte zusätzliches Risiko durch multiresistente Erreger erhöhen. Der Beitrag ordnet die Empfehlungen in den Kontext gängiger Leitlinien wie von CDC und WHO ein.

Wer Infektionen verhindern will, denkt oft zuerst an „große“ Maßnahmen wie Impfungen oder Klinikbesuche. Doch aus Sicht der Infektiologie entsteht ein beträchtlicher Teil des Übertragungsrisikos durch alltägliche Handgriffe, die im Alltag selten hinterfragt werden. Dr. Bruce Hirsch, Facharzt für Infektionskrankheiten bei Northwell Health, beschreibt fünf sehr verbreitete Muster, die ihn regelmäßig „zusammenzucken“ lassen, weil sie Krankheitserreger unbemerkt weiterreichen können. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob man selbst krank wird, sondern ob man Erreger von Mensch zu Mensch oder über Oberflächen weiterverteilt – besonders relevant für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder empfindlichem Magen-Darm-Trakt.
Der erste Klassiker ist das Händewaschen vor der Lebensmittelzubereitung – und zwar nicht als symbolische Geste, sondern als Prozess mit ausreichender Dauer, mechanischer Reibung und vollständiger Trocknung. In der Infektiologie geht es dabei um mehr als sichtbaren Schmutz: Viele Menschen tragen Bakterien zeitweise oder dauerhaft „stumm“ mit sich (Kolonisation), ohne Symptome zu entwickeln. Für andere kann das jedoch problematisch werden, wenn diese Bakterien zwar nicht zwangsläufig beim Träger selbst Schaden anrichten, aber bei vulnerablen Personen Infektionen auslösen. Praktisch bedeutet das: gründlich mit Seife und fließendem Wasser waschen, mindestens etwa zehn Sekunden reiben, anschließend trockenwischen statt Wasser nur abzuschütteln.
Auch beim Niesen zeigen sich häufige Fehlannahmen. Wer instinktiv in die Handfläche niest, verteilt Viren und Bakterien auf genau die Bereiche, die danach am häufigsten „Kontaktfläche“ für Alltagsgegenstände bilden: Handy, Türgriffe, Besteck, Haltestangen. Hirsch betont stattdessen den Ellbogen als die bessere Barriere, weil die Ellenbeuge typischerweise weniger berührt wird und der Kontakt nach außen geringer ausfällt. Technisch betrachtet ist das im Kern eine Frage der „Targeting“-Strategie: Aerosole und Tröpfchen sollen so schnell und so nah wie möglich dort gebunden werden, wo nachfolgende Hand-zu-Gegenstand-Übergaben weniger wahrscheinlich sind. Zusätzlich rät er, den Arm zu heben und sich von anderen abzuwenden.
Beim Thema Desinfektionsmittel kippt das Risiko manchmal von „zu wenig Hygiene“ zu „zu viel Hygiene“. Hirsch kritisiert eine Entwicklung, die er als extreme Nutzung beschreibt: Menschen würden sich oder ihre Arbeitsumgebung wiederholt in Alkoholgel „einreiben“ bzw. „einbadeten“. Der Hintergrund ist weniger esoterisch als biologisch plausibel: In der Forschung existiert die sogenannte Hygiene-Hypothese, die übermäßig sterile Umgebungen mit einer höheren Häufigkeit bestimmter allergischer Erkrankungen bei Kindern in Verbindung bringt. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass der Kontakt mit der natürlichen Umwelt das Immunsystem und das Mikrobiom des Darms mitprägt. Im Vergleich zu vielen Standardprogrammen von CDC und WHO liegt die Leitlinie daher oft in einer pragmatischen Mitte: Desinfektion gezielt, vor allem nach Bedarf, statt als Dauerzustand.
In Krankenhäusern verschärft sich das Problem durch die „Qualität“ der Erreger und die Dichte vulnerabler Patientinnen und Patienten. Händeschütteln wirkt sozial verbindend, kann aber als unnotwendiger, direkter Kontakt in einer Umgebung mit vielfältigen Antibiotika-Einflüssen besonders ungünstig sein. Hirsch argumentiert, dass die Patienten selbst ein höheres Risiko darstellen als Begegnungen in „normalen“ sozialen Settings, weil dort auch Erreger zirkulieren können, die sich leichter durch Kontakt übertragen lassen. Er nennt dabei besonders multiresistente Erreger wie MRSA als Beispiel für „Erreger, die man nicht unterschätzen sollte“. Als einfache Alternative empfiehlt er, statt Händeschütteln Ellbogen anzustupsen – eine kleine Verhaltensänderung mit großer Hebelwirkung.
Der fünfte Punkt betrifft Masken – und zwar weniger die Frage, ob eine Maske „getragen“ wird, sondern ob sie korrekt sitzt. Hirsch beobachtet immer wieder, dass Masken unter die Nase rutschen oder „am Kinn“ hängen, obwohl gerade die Ein- und Ausatembereiche sowie der Nasen-Rachen-Raum geschützt werden sollen. In infektiologischer Logik ist das ein grundlegender Effizienzfehler: Wenn die Maske nicht die vorgesehenen Zonen abdeckt, verlieren Filter- und Barriereeffekte einen Großteil ihrer Wirkung. Er beschreibt dieses Verhalten als performatives Signal ohne Nutzen. Gerade in Zeiten saisonaler Atemwegsinfekte oder wie bei COVID-ähnlichen Wellen ist jedoch die korrekte Platzierung entscheidend. Für die Praxis heißt das: Maske richtig aufsetzen, Nasenbereich schließen und nicht „parken“, sobald das Gefühl von Sicherheit entsteht.
Aus Unternehmenssicht lässt sich hier ein Muster erkennen, das auch in der Digital- und Cybersecurity-Welt bekannt ist: Prävention scheitert selten an der Idee, sondern an der Umsetzung im Detail. Hygiene-Konzepte funktionieren ähnlich wie Sicherheitskonzepte nur dann, wenn sie im Betrieb „durchgezogen“ werden – inklusive Schulung, klarer Routinen und verständlicher Alternativen. Für Betreiber von Kliniken, Altenpflege und Kundenkontakt-Umgebungen bedeutet das, Verhalten nicht nur zu empfehlen, sondern in Prozesse zu übersetzen: sichtbare Waschstationen, kurze Trainings zu Nies- und Maskentechnik, sowie einheitliche Kulturregeln, die Ellbogen statt Händeschütteln normalisieren. Zukünftige Entwicklungen könnten verstärkt auf mikroverhaltensbasierte Aufklärung setzen, etwa über Schulungsformate, die kurze Handlungssequenzen trainieren, statt nur Informationsfolien bereitzustellen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Hygiene-Fehler im Alltag: 5 Routinen, die Infektionen begünstigen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Hygiene-Fehler im Alltag: 5 Routinen, die Infektionen begünstigen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Hygiene-Fehler im Alltag: 5 Routinen, die Infektionen begünstigen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!