LONDON (IT BOLTWISE) – Auf der IFA 2026 rücken zwei neue Robotermäher mit besserem Kantenschnitt in den Fokus: Eufy bringt den Eufy Robot Lawn Mower S2 Max mit ausfahrbarem Trimmarm, Mammotion legt mit der Luba 4 AWD-Version nach. Während der Eufy S2 Max laut Hersteller ohne Begrenzungsdraht oder RTK-Basisstation auskommt und bis zu 3,7 Acres abdecken soll, nutzt die Luba 4 AWD ein komplexeres Sensor-Setup aus mehreren Kameras, 360-Grad-LiDAR und Network-RTK. Beide Modelle zielen darauf ab, den Randbereich an Wegen, Wänden und Gartenkanten sauberer zu mähen, ohne dass Nutzer nachträglich mit dem Rasentrimmer nacharbeiten müssen. Offene Fragen bleiben vorerst bei Verfügbarkeit und Preisen, die nicht für alle Märkte zeitgleich bekannt sind.

Die Rasenpflege war lange ein Zusammenspiel aus Robotik und Nacharbeit: Ein Mähroboter erledigt die Fläche, ein zweites Gerät wie der klassische Rasentrimmer kümmert sich um Kanten an Beeten, Einfahrten und Gartenrändern. Genau an dieser Lücke setzen die jüngsten Ankündigungen von Eufy und Mammotion an, die auf der IFA 2026 gleich mehrere Funktionen für einen präziseren Kantenschnitt zusammenführen. Der Eufy Robot Lawn Mower S2 Max kommt dabei mit einem ausfahrbaren Trimmarm, der den Randbereich um Einfahrt und Blumenbeete gezielt nacharbeitet. Mammotion ergänzt das Thema mit der Luba 4 AWD, die eine spezielle Kanten-Schneid-Anbaukomponente nutzt, um entlang von Wänden, Zäunen und Gartenbordüren zu mähen.
Technisch unterscheidet sich die Navigation deutlich, und gerade diese Unterschiede erklären, warum moderne Robotermäher immer weniger auf klassische Begrenzungssysteme angewiesen sind. Der Eufy S2 Max setzt auf vSLAM und nutzt dafür eingebaute Kameras, um ein 3D-Abbild des Gartens zu erzeugen. Dadurch will Anker laut Ankündigung das Verlegen von Begrenzungsdrähten ebenso vermeiden wie den Betrieb einer Real-Time Kinematic (RTK)-Basisstation. Für die Praxis heißt das: Statt einer zusätzlichen Hardware-Installation steht vor allem die kamerabasierte Modellierung im Vordergrund, die den Roboter durch den Garten führen soll. Der Hersteller nennt eine maximale Kartierung und Mähleistung von bis zu 3,7 Acres und nennt zudem eine robuste Auslegung für Steigungen bis zu 80 Prozent (entspricht 38 Grad), während der Antrieb als Allrad (AWD) ausgeführt ist.
Mammotion verfolgt dagegen einen stärker sensorisch abgesicherten Ansatz, der vor allem bei komplexen Grundstücksformen und Randbereichen überzeugen soll. Die Luba 4 AWD bewegt sich im Garten mit vier Kameras vorn, seitlich und hinten sowie einem 360-Grad-LiDAR-System; ergänzt wird das Ganze durch Network-RTK, das laut Hersteller in die Cloud greift, um die Navigation zu verbessern. Mammotion spricht in diesem Zusammenhang von „zero dead zones and zero drift“ und stellt damit nicht nur die Erfassung, sondern auch die Stabilität der Positionsbestimmung in den Mittelpunkt. Dazu kommt ein weiteres Detail, das in der Praxis häufig über Trackings entscheidet: Die Luba 4 AWD verfügt über eine unabhängige Steuerung der Vorderräder, wodurch Richtungswechsel möglich sein sollen, ohne dass klassische Wende-Manöver tiefe Spuren oder ausgeprägte Überfahrspuren hinterlassen.
Auch der Mähantrieb und die mechanische Schneidarchitektur zeigen, wie Hersteller Kantenschnitt und Flächenleistung kombinieren wollen. Die Mammotion Luba 4 AWD wird in drei Varianten angeboten: Die 3000F schneidet laut Hersteller bis zu 0,75 Acres, die 6000F bis zu 1,5 Acres und die 12000F bis zu 3 Acres. Unterschiede gibt es außerdem bei den Schneidbreiten und der Ausführung des Dual- bzw. Multi-Disc-Systems: Die 3000F und 6000F nutzen ein Dual-Disc-System mit einer Schnittbreite von 17,3 Zoll, während die 12000F drei Schneidscheiben für 20,9 Zoll übernimmt. Wichtig: Die 12000F ist zwar auf die größte Fläche ausgelegt, unterstützt jedoch nicht die Kanten-Trimm-Aufsatzlösung, die für die präzise Randbearbeitung entscheidend ist. Damit entsteht für Käufer eine klare Abwägung zwischen maximaler Flächenleistung und „Randqualität“ am Grundstück.
Am Markt ist das ein weiterer Schritt weg von „ein Roboter, eine Kartierung, ein Ergebnis“ hin zu modularen Konzepten rund um Wahrnehmung, Antrieb und Schnitttechnik. Segway, Ecovacs, Roborock und inzwischen auch Anker haben offenbar bereits Kantenfunktionen in den Fokus gerückt, und Mammotion folgt mit der Luba 4 AWD konsequent auf diese Entwicklung. Für Unternehmen und technisch interessierte Haushalte ist spannend, dass mehrere Routen zur gleichen Zielgröße führen: Der Eufy S2 Max setzt auf kamerabasierte 3D-Kartierung per vSLAM ohne Begrenzungsdraht, während Mammotion ein Mehrsensor-Setup inklusive LiDAR und RTK-gestützter Referenz nutzt. Beide Wege adressieren letztlich dieselbe Herausforderung: Randzonen sind geometrisch schwerer zu befahren, weil Übergänge zwischen Rasen, Kantensteinen und Hindernissen ständig wechselnde Reflektionen, Abstände und Freiräume erzeugen.
Für die Einführung in den Alltag sind neben der Technik vor allem Timing und Ökosystem-Details entscheidend. Der Eufy Robot Lawn Mower S2 Max soll im Mai 2027 in den Markt kommen und wird mit 3.999 Euro bepreist; konkrete Angaben zur Verfügbarkeit in den USA fehlen vorerst. Mammotion plant bei der Luba 4 AWD zudem Preorders später in diesem Jahr, während auch hier die Preisdetails noch offen bleiben. Interessenten sollten beim Vergleich daher nicht nur auf „größte Fläche“ oder „maximale Steigung“ schauen, sondern auf die Kombination aus Navigation, Kantentrimm-Fähigkeit und der Frage, wie stark das jeweilige Setup Nacharbeit im Garten reduziert. Genau hier wird Künstliche Intelligenz (KI) in diesen Systemen zwar meist nicht als einzelne Funktion verkauft, aber sie steckt in der Praxis in den Wahrnehmungs- und Kartenroutinen, die aus Kamerabildern und Sensordaten eine verlässliche Mäh-Strategie ableiten.
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