NEU-DELHI / LONDON (IT BOLTWISE) – Indien plant, Smartphone-Hersteller wie Apple und Samsung zur Offenlegung ihrer Quellcodes zu verpflichten, um die nationale Cybersicherheit zu stärken. Diese Maßnahme stößt auf erheblichen Widerstand der Tech-Giganten, die um ihre Geschäftsgeheimnisse fürchten. Die neuen Richtlinien könnten weitreichende Auswirkungen auf den globalen Smartphone-Markt haben.

Indien hat ehrgeizige Pläne angekündigt, die Smartphone-Hersteller wie Apple und Samsung dazu zwingen sollen, ihre Quellcodes offenzulegen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die nationale Cybersicherheit zu stärken, indem die digitalen Baupläne der Betriebssysteme in staatlichen Laboren geprüft werden. Die Regulierungsbehörden fordern, dass Hersteller versteckte Hintertüren oder Schwachstellen identifizieren, bevor die Geräte auf den Markt kommen. Diese Forderung geht weit über die internationalen Standards hinaus und hat zu einem erheblichen Widerstand der betroffenen Unternehmen geführt.
Die als „Telecom Security Assurance Requirements“ bekannten Richtlinien verlangen von den Herstellern nicht nur die Zulassung externer Audits, sondern auch die direkte Inspektion des proprietären Quellcodes. Ziel ist es, potenzielle Sicherheitslücken zu identifizieren, die von Cyberkriminellen ausgenutzt werden könnten. Diese Maßnahmen umfassen auch, dass Nutzer alle vorinstallierten Apps löschen können und dass Apps im Hintergrund nicht auf Mikrofon oder Kamera zugreifen dürfen. Bei Systemmanipulationen wie Rooting oder Jailbreaking müssen spezifische Warnhinweise erscheinen.
Der Industrieverband MAIT, der Unternehmen wie Apple, Samsung, Google und Xiaomi vertritt, hat die Forderungen entschieden abgelehnt. Die Unternehmen argumentieren, dass eine Offenlegung des Quellcodes globale Datenschutzrichtlinien und Geschäftsgeheimnisse verletzen würde. Sie befürchten, dass der Code in die Hände von Konkurrenten oder Hackern gelangen könnte, was die Integrität ihrer Produkte gefährden würde. Zudem gibt es Bedenken, dass die Stabilität der Geräte durch die geforderten Änderungen an der Software-Architektur beeinträchtigt werden könnte.
Indiens Vorstoß ist Teil eines globalen Trends zur digitalen Souveränität, der jedoch deutlich härtere Mittel einsetzt als beispielsweise die Europäische Union mit ihrem Cyber Resilience Act. Experten ziehen Parallelen zu den strengen Überprüfungen in China. Da Indien der zweitgrößte Smartphone-Markt der Welt ist, stehen die Hersteller vor einer schwierigen Entscheidung: Entweder sie beugen sich den Regeln und riskieren ihre globalen Plattformen, oder sie verlieren einen Schlüsselmarkt. Die kommenden Verhandlungen werden zeigen, wer in diesem Machtkampf die Oberhand behält.
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